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KMU sind wichtig bei euro-mediterraner Kooperation

All Rights Reserved © Veer, European Commission

Die Europäische Kommission ist entschlossen, die Beziehungen zwischen der EU und ihren mediterranen Nachbarn, die zusammen die Union für den Mittelmeerraum (UfM) bilden, zu stärken. Dazu fand im Juni eine Konferenz statt, auf der Vorhaben dafür diskutiert wurden, die UfM voranzubringen und die Rahmenbedingungen für KMU der EU zu verbessern.

Die Union für den Mittelmeerraum (UfM) ist eine Partnerschaft zwischen Europa und den Mittelmeeranrainerstaaten. Im beiderseitigen wirtschaftlichen Interesse geht es dabei hauptsächlich darum, die industrielle Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedstaaten und ihren mediterranen Nachbarn zu stärken.

Im Rahmen dieser Kooperation spielen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine wichtige Rolle, da sie sowohl in der EU als auch in der Mittelmeerregion entscheidenden Anteil an der wirtschaftlichen Entwicklung und an der Schaffung von Arbeitsplätzen haben. Um KMU zu fördern und die  euro-mediterrane Kooperation im Bereich Industrie voranzutreiben, organisierte die Europäische Kommission im Juni 2013 eine Konferenz in Brüssel.

Daniel Calleja, Generaldirektor der GD Unternehmen und Industrie und KMU-Beauftragter der Kommission, stellte die vier Ziele des Arbeitsprogramms 2013-2014 vor:

  • Verbesserung des Geschäftsklimas und Förderung des Unternehmertums: Um erfolgreich  zu sein, sind KMU auf solide rechtliche Rahmenbedingungen und effiziente Fördermaßnahmen angewiesen. Daher betonte Calleja die potenziellen Vorteile einer Ausweitung des „Small Business Acts“ (SBA) für Europa auf die Mittelmeerstaaten. Der SBA weist KMU eine zentrale Rolle in der EU-Wirtschaft zu. Mit dem Ziel, das Wachstum mediterraner und europäischer KMU fördern, verlangt der SBA z. B., die Bürokratie abzubauen und Unternehmern nach einem nicht selbst verschuldeten Konkurs eine zweite Chance zu geben.
  • Ermutigung der KMU zu Innovation, Export, Import und Internationalisierung: Beispielsweise könnten sich die Mittelmeernachbarn an europäischen Unterstützungsnetzwerken für KMU  beteiligen – unter ihnen das Enterprise Europe Network und, in Zukunft, auch das COSME-Programm.
  • Meinungs- und Erfahrungsaustausch: Vorteilhaft für UfM-Mitglieder sind jährliche Konferenzen, vor allem in den Bereichen Textil-, Bekleidungs- und Kreativwirtschaft, den grundlegenden Sektoren in der Mittelmeerregion. Darüber hinaus sagte Calleja, dass auf Innovation und Kreativität als Motor industrieller Wettbewerbsfähigkeit besonderes Augenmerk liegen sollte.
  • Gründung eines umfassenden euro-mediterranen Produktmarktes: Vorbereitung und Aushandlung von Abkommen über die Konformitätsbewertung und Anerkennung gewerblicher Produkte (ACAA) sind vorteilhaft für Unternehmen in der EU und in den Mittelmeerraumstaaten. Dasselbe gilt für eine verstärkte Zusammenarbeit bei Standardisierung und bei der Beseitigung nichttarifärer Handelshemmnisse.

Rahmenbedingungen für KMU verbessert

Trotz globaler Wirtschaftskrise und politischer Veränderungen in der Mittelmeerregion haben alle Mittelmeerstaaten die Rahmenbedingungen für KMU verbessert. Besonders beim Zugang zu Finanzierungen und Dienstleistungen für Unternehmen gibt es beträchtliche Fortschritte.

Allerdings handelt es sich hierbei eher um einen schrittweisen Prozess. In einer Region, die von massiver Jugendarbeitslosigkeit, geringer Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt, geringer Integration in globale Wertschöpfungsketten und mangelnder Diversifizierung der Wirtschaft betroffen ist, sind zusätzliche regulatorische Reformen erforderlich. Die EU ist bestrebt, Strategien für die Bewältigung dieser Herausforderungen zu teilen. Als Zeichen ihres Engagements wird sie den privaten Sektor in der Mittelmeerregion ab 2014 durch ein regionales Vier-Jahres-Programm unterstützen. Sein Budget von 12 Mio. EUR dient folgenden Zielen:

  • wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen in der Mittelmeerregion zu verbessern;
  • leistungsfähige Europa-Mittelmeer-Netzwerke zu entwickeln, die eine angemessene Unterstützung und Schnittstellen in Bereichen von gemeinsamem Interesse bereitstellen;
  • die unternehmerische Zusammenarbeit in der Kultur- und Kreativwirtschaft zu stärken.

Marktzugangsvereinbarungen vom Typ ACAA, die Handelshemmnisse beseitigen, befinden sich derzeit in den Mittelmeerländern in verschiedenen Stadien der Vorbereitung und Aushandlung. Sie betreffen vor allem die Sektoren Maschinen, elektrische Geräte, Bauprodukte, Druckgeräte, Spielzeug, medizinische Geräte, Gasgeräte und Pharmazeutika.

„Die EU muss ein klares Signal aussenden, dass eine starke industrielle Zusammenarbeit für die EU und ihre Nachbarn im Mittelmeerraum von gegenseitigem Nutzen ist. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung und Schaffung von Arbeitsplätzen wird auch die politische Stabilität in der Region fördern. Unser Dialog muss weitergehen, um Führungskräfte anzuspornen und die Kreativität sowie den Austausch voranzutreiben. Eine stärkere wirtschaftliche Partnerschaft wird auf allen Seiten des Mittelmeers spürbare Folgen haben“, so Daniel Calleja, Generaldirektor der GD Unternehmen sowie Industrie und KMU-Beauftragter der EU.

Kontakt

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://bit.ly/15GNFnB