Navigationsleiste

Weitere Extras

Magazin Unternehmen & Industrie

EU und China: Kooperation für nachhaltiges Wachstum

Alle Rechte vorbehalten © Veer, European Commission

Die Europäische Union und China wollen gemeinsam das Potential „grünen Wachstums“ besser nutzen. Durch einheitlichere Regelungen zu Umweltrecht und -standards soll die Kooperation zwischen beiden Partnern verstärkt werden, was EU-Unternehmen mehr internationale Geschäftsmöglichkeiten eröffnen wird. Das gilt insbesondere für KMU, die im Umweltsektor tätig sind.

Der globale Markt für grüne Produkte und Dienstleistungen wird derzeit auf rund eine Billion € pro Jahr geschätzt, eine Zahl, die sich bis 2020 voraussichtlich verdoppeln wird. Um dieses enorme wirtschaftliche Potenzial besser zu nutzen und damit zugleich dem vom Menschen verursachten Klimawandel entgegenzuwirken, besuchten Kommissionsvizepräsident Antonio Tajani und Umweltkommissar Janez Poto─Źnik im Juli 2013 China.

Ein wichtiger Aspekt des Besuchs war es, die Kooperation zwischen der EU und China in den folgenden Bereichen zu intensivieren: verbesserte Energieeffizienz in der Industrie, Verringerung von Treibhausgasemissionen und Erhöhung des Marktanteils von umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen.

Die EU-China-Kooperation in diesem Bereich begann im Jahr 2010. Damals entstand eine spezielle Arbeitsgruppe mit dem chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie, um eine Kooperation in drei Schwerpunktgebieten voranzutreiben: energieeffizientere Industrie, Produktpolitik (insbesondere Öko-Design) und nachhaltige Industriepolitik.

Hilfe für EU-Unternehmen in China

Eine Delegation von 59 Unternehmen und Wirtschaftsverbänden – darunter 22 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus 17 verschiedenen EU-Mitgliedstaaten – begleitete Vizepräsident Tajani und Kommissar Poto─Źnik. Sie hatte Gewicht, denn die beteiligten Unternehmen repräsentierten 740.000 Beschäftigte und standen für einen Gesamtumsatz von 233 Milliarden €. Unterstützt von der Delegation vereinbarten die EU und China, die bereits fruchtbare Zusammenarbeit zwischen den chinesischen Behörden und der Europäischen Kommission durch bestehende regulatorische Dialoge weiter zu stärken. Bei diesen werden informelle Wege gesucht, um nicht tarifäre Handelshemmnisse abzubauen. Die Dialoge fördern die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis in der Industrie- und KMU-Politik.

So werden beide Seiten die Kooperation in den Bereichen Produktrisikobewertung und -management, Marktüberwachung sowie Normenkonvergenz intensivieren. Außerdem werden sie die China-Europe Standardisation Information Platform (CESIP) verbessern. Diese Plattform informiert über Normen für stark regulierte Produkte und hilft somit KMU neue, internationale Märkte zu betreten.

Nicht minder wichtig für die Geschäftsbeziehungen zwischen der EU und China ist der Schutz der Rechte an geistigem Eigentum. Bei seinem Treffen mit dem Minister für Qualitätskontrolle, Inspektion und Quarantäne, Zhi Shuping, sprach Tajani den Kampf gegen Fälschungen an und warb für den neuen EU-Vorschlag zur Verbesserung der Marktüberwachung und Produkt-Rückverfolgbarkeit, insbesondere im Bereich der grünen Technologien.

Förderung bilateraler Geschäftskontakte

Um die Zusammenarbeit zwischen chinesischen Unternehmern und Firmen in den Bereichen Luftqualität, Wasser, Abfall, Energieeffizienz und umweltfreundliche Technologien zu erleichtern, fand eine Vermittlungsveranstaltung mit mehr als 350 Business-to-Business-Meetings unter dem Thema „grünes Wachstum“ statt. Das EU-KMU-Zentrum in China und das Enterprise Europe Network hatten die  Veranstaltung, an der 102 chinesische Unternehmen aus ganz China teilnahmen, vorbereitet. Das weltweit größte Netzwerk zur Unterstützung von Unternehmen, das Enterprise Europe Network, hat vor kurzem seine Präsenz erweitert und verfügt nun über fünf Konsortien in ganz China. Sie stellen kostenlose Basisdienstleistungen für KMU-Kunden bereit, um sie bei ihrer Expansion zu unterstützen und ihre Wettbewerbsposition in China sowie auf anderen Wachstumsmärkten zu verbessern.

Die teilnehmenden Firmen bekamen ebenfalls einen Einblick in die bestehenden Instrumente, die KMU bei der Internationalisierung helfen: den China-KMU-Helpdesk für IPR und das EU-KMU-Zentrum.

Bei einem Runden Tisch zu umweltfreundlichen Geschäftsmöglichkeiten, der gemeinsam mit dem chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie veranstaltet wurde, unterzeichneten die EU und chinesische Unternehmen fünf Partnerschaftsabkommen im Bereich der Bioenergie.

„Grünes Wachstum hat in der EU und Chinas Priorität. Wir wollen nachhaltiges Wachstum, gleichzeitig jedoch  den Zustand unserer Umwelt beibehalten und verbessern. Das ist eine Win-win-Situation für Unternehmen auf beiden Seiten und für das Klima.“ – Vizepräsident Tajani, Kommissar für Unternehmen und Industrie

Zudem wurde eine verstärkte Zusammenarbeit im Feld des nachhaltigen Tourismus vereinbart. Sie wird für beide Seiten vorteilhaft sein. Denn durch die Vereinfachung der Visa-Prozesse werden Großveranstaltungen wie die Weltausstellung 2015 in Mailand – mit dem Thema „Den Planeten ernähren, Energie für das Leben“ – für chinesische Touristen leichter zugänglich sein. Das Reich der Mitte ist letztlich das Land mit dem weltweit am schnellsten wachsenden Touristenanteil (siehe Seite 22).

Kontakt

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://bit.ly/r92uFJ

Weiterempfehlen: FacebookGoogle+LinkedInSeite versenden