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05/01/09 Innovation

In Anerkennung der Kreativität

Logo "Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation"

Die Europäische Union hat das Jahr 2009 zum Europäischen Jahr der Kreativität und Innovation erklärt, um die öffentliche Wahrnehmung bezüglich der Bedeutung von Kreativität als Antriebskraft für Innovation zu verbessern. Dies zielt darauf ab, die Bemühungen der EU in diesem Bereich zu beschleunigen, sich zu einer wissensbasierten Wirtschaft von Weltrang zu entwickeln.

Angesichts der Bedeutung von Kreativität und Innovation für das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen Europas hat die Europäische Union das Jahr 2009 zum Europäischen Jahr der Kreativität und InnovationEnglish ernannt.

"Kreativität wir oft lediglich mit Künstlern und den schönen Künsten in Verbindung gebracht, während Innovation oft ausschließlich mit technologischem Fortschritt in der verarbeitenden Industrie assoziiert wird. Das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation ermöglicht uns eine Betrachtung dieser Konzepte von verschiedenen Blickwinkeln aus", äußerte Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Union und zugleich Verantwortlicher für die Unternehmens- und Industriepolitik.

"Die Herausforderungen für Europa und andere Teile der Welt sind gewaltig - Klimawandel, Armut, Globalisierung und die derzeitige wirtschaftliche Abschwächung, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Bewältigung dieser komplexen Herausforderungen erfordert neues Wissen und neue Ansätze zur Kombination des vorhandenen Wissens sowie zur Suche nach ganzheitlichen Lösungen", fügte er hinzu.

Innovation steht im Mittelpunkt der Lissabon-Strategie, dem Flaggschiff der Europäischen Union zur Förderung wirtschaftlichen Wachstums und zur Schaffung von Arbeitsplätzen durch die Transformation Europas in eine wissensbasierte Wirtschaft. Ziel des Europäischen Jahres 2009 ist es, sicherzustellen, dass die Europäische Union sich weiterhin erfolgreich auf diese Ziele zubewegt. Der Europäische Innovationsanzeiger, das Referenzsystem der Europäischen Union zur Bewertung von Innovationsleistung, bot 2008 viel versprechende Neuigkeiten. Er berichtete, dass die Mitgliedstaaten nicht nur den Innovationsabstand gegenüber den Vereinigten Staaten und Japan fortwährend verringerten, sondern sich in ihren Leistungen aufeinander zu bewegten, während die meisten Nachzügler gemeinsame Anstrengungen unternehmen, den Anschluss zu schaffen.

Trotz dieser Erfolge darf sich keine Selbstzufriedenheit einstellen. Die Europäische Union muss ihre Anstrengungen zur Förderung des Innovationspotenzials verdoppeln. Dies gilt speziell angesichts der aufkommenden wirtschaftlichen Abschwächung; unter diesen Umständen gewinnt die Innovation zusehends an Bedeutung, allerdings wird parallel dazu verstärkt versucht, Investitionen in diesem Bereich zu kürzen. "Das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation wird die politische Debatte beeinflussen und die Zusammenarbeit von politischen Entscheidungsträgern und Unternehmen hinsichtlich der Nutzbarmachung des kreativen Potenzials der Menschen für wirtschaftliche und gesellschaftliche Zwecke anregen", erklärte Verheugen.

Innovation kreativ fördern

Zuerst wurde vorgeschlagen, dass 2009 das Jahr der Kreativität sein sollte. Das Thema wurde jedoch auf Antrag von José Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission, um Innovation erweitert, da beide Konzepte miteinander einhergehen. Die Generaldirektion für Bildung und Kultur steht mit der Generaldirektion Unternehmen und Industrie an führender Stelle. Weitere Generaldirektionen und Interessenvertreter werden auch beteiligt sein, und zahlreiche thematische Veranstaltungen werden im Rahmen des Jahres organisiert.

Die Kommission hat ein vielseitiges Programm zusammengestellt, welches mit Kreativität und Innovation verwandte Themen vorstellen und das Bewusstsein für diese schärfen wird. Ein signifikanter Teil der Innovationen in Europa findet in kleineren Unternehmen statt. Da diesen oft Know-how und Ressourcen zur vollen Nutzung ihres Innovationspotenzials fehlen, konzentrieren sich zahlreiche von der Generaldirektion Unternehmen und Industrie organisierte Veranstaltungen auf KMU (kleine und mittelständische Unternehmen). Die erste Europäische KMU-WocheEnglish im Mai wird sich deshalb durch eine starke Innovationsdimension auszeichnen.

Außerdem findet eine Reihe von Workshops zu wichtigen Themen statt. Die Kommission wird ein Handbuch über Kreativität und Innovation und ein Video über verantwortungsbewusste Unternehmensführung veröffentlichen, die sich beide an KMU richten. Das Programm mit den Hauptveranstaltungen wird regelmäßig aktualisiert und steht online zur Verfügung.

Wichtig für Patente

Patente regen die Kreativität von Forschern und Erfindern an und ermöglichen diesen, einen angemessenen Nutzen aus der Vermarktung ihrer Ideen und Erfindungen zu ziehen. Deshalb sind Patente ein entscheidendes Mittel zur Förderung von Innovation. Innovationen entwickeln sich entlang neuer Linien, genauso wie der Patentschutz.

Die Europäische Kommission hat sich erneut mit dem Europäischen Patentamt zusammengeschlossen, um über Patente gegen die sich schnell entwickelnde innovative Landschaft zu diskutieren und um die Konferenz Patinnova zu organisieren, die Ende April in Prag stattfinden wird. "Die scheinbar nicht zu stoppende Innovationsflut, die den Aufschwung der digitalen Technologien und des digitalen Designs im Lauf der vergangenen zehn Jahre begleitet hat, ist in alle Dimensionen des modernen Lebens eingedrungen. Sie erhöht die Wahrscheinlichkeit der Notwendigkeit neuer Wirtschaftsmodelle und stellt eine Herausforderung für das uns geläufige System des geistigen Eigentums dar", äußerten die Organisatoren der Konferenz.

Innovation durch Design

Eine weitere zu beleuchtende Thematik wird Design sein, ein Bereich, der weitaus umfassender ist als er im Allgemeinen wahrgenommen wird. Viele Menschen glauben, der einzige Zweck des Designs sei die Ästhetik, dass das Design sich ausschließlich auf Objekte bezieht und dass nur exklusive Luxusprodukte designt werden. Darüber hinaus wird Design als Domäne großer Unternehmen angesehen. In der Realität allerdings verhält es sich vollkommen anders.

Design kann in der Tat als Mittel für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Differenzierung verwendet werden. Es gewährleistet, dass die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Benutzer bei der Entwicklung eines Produkts, Systems oder einer Dienstleistung berücksichtigt werden und verfügt über das Potenzial, auch umweltbezogene Überlegungen zu berücksichtigen, so genanntes "Öko-Design" zu schaffen. Design kann sowohl von KMU als auch von großen Unternehmen aus dem Lowtech- und dem Hightech-Bereich zur Innovationsförderung genutzt werden. Design trägt zur Umsetzung technologischer Erfindungen in Form von attraktiven, benutzerfreundlichen und kommerziell rentablen Produkte bei.

Angesichts seines Potenzials, "den Kreislauf der Innovation" zwischen Forschung und Konsumenten "zu schließen", spielt das Design eine bedeutende Rolle in der Innovationspolitik. Das Referat Entwicklung der Innovationspolitik untersucht derzeit, was auf nationaler und auf EU-Ebene zur Gewährleistung der optimalen Verwendung des Designs getan werden kann. Die Kommission plant für 2009 die Veröffentlichung eines Dokuments über Design als Mittel für nutzerorientierte Innovation.

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