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02/02/2015

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Magazin Unternehmen & Industrie

Gefälschte Produkte verstärken organisiertes Verbrechen

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Fälschungen schwächen die EU-Wirtschaft und stärken das organisierte Verbrechen. Weil diese Produkte illegal sind, steht hinter ihnen ein Schwarzmarkt, der sich über verschiedene Länder und manchmal sogar verschiedene Kontinente erstreckt. Auch wenn der Erwerb eines gefälschten Produkts harmlos erscheinen mag, wird dadurch indirekt die Kriminalität unterstützt.

Kriminelle Organisationen haben dazu beigetragen, Fälschungen in eine milliardenschwere Industrie zu verwandeln, indem sie verbotene Güter herstellen und mit ihnen auf regionaler und zunehmend auch auf globaler Ebene handeln. Das ist aufgrund einer Vielzahl wirtschaftlicher Gründe problematisch. Doch gehen die Auswirkungen weit über monetäre Aspekte hinaus: Laut Interpol werden mit Einkünften, die mit dem Handel von gefälschten Produkten erzielt wurden, oft andere illegale Aktivitäten wie Drogen- und Menschenhandel sowie Raub finanziert.

Europol, die Strafverfolgungsbehörde der Europäischen Union, weist darauf hin, dass die sinkende Kaufkraft der europäischen Verbraucher Fälscher dazu anregt, neue Produktlinien auf den Markt zu bringen, von denen viele die Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften der EU missachten. Organisierte kriminelle Gruppen beschränken sich daher nicht mehr nur auf “typische” Fälschungen wie zum Beispiel Luxuskleidung. Ihr Tätigkeitsfeld umfasst auch verstärkt Produkte des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel und Medikamente.

Da kriminelle Organisationen die Gesetze missachten, entgehen der EU schließlich Milliarden von Euro an Steuereinnahmen. Denn zusätzlich zu den Tausenden von Arbeitsplätzen, die aufgrund von Produktfälschungen verloren gehen – was an sich schon zu Steuereinbußen führt –, sind nicht gezahlte Steuern eine weitere Auswirkung von gefälschten Gütern.

Wie Fälschungen die EU beeinflussen

Gefälschte Produkte haben nicht nur moralische Auswirkungen, sondern auch ganz reale Folgen für die europäische Wirtschaft. Die hier aufgeführten, von der Europäischen Kommission zusammengestellten Daten machen deutlich, wie viele Sektoren und Branchen von Plagiaten betroffen sind.

  • Im Jahr 2012 beschlagnahmten EU-Zollbehörden ungefähr 40 Millionen gefälschte Artikel an EU-Grenzen mit einem Gesamtwert von annähernd einer Milliarde Euro.
  • Post- und Kuriersendungen machten im Jahr 2012 circa 70 % der Zolleingriffe aus. 23% der beschlagnahmten Postsendungen hatten medizinischen Inhalt. Am häufigsten kommen Arzneimittel-Fälschungen bei Lifestyle-Medikamenten wie Diätpillen oder Viagra-ähnlichen Pillen vor.
  • Im Jahr 2012 setzte sich die Top 3 der beschlagnahmten Artikel aus Zigaretten (31 %), “anderen” Gütern wie Flaschen, Lampen, Klebstoff und Waschpulver (12 %) sowie Verpackungsmaterialien (10 %) zusammen.
  • Marokko war die Hauptquelle für beschlagnahmte Lebensmittel, Hong Kong die Hauptquelle für CDs/DVDs und Tabakprodukte.
  • Bulgarien war die Hauptquelle für beschlagnahmtes Verpackungsmaterial, das nahezu 10 % aller beschlagnahmten Güter ausmachte.

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Weitere Informationen finden Sie unter

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/tajani/stop-fakes/index_de.htm

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