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Magazin Unternehmen & Industrie

Industrielle Wettbewerbsfähigkeit: Europa kann es besser

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Wettbewerbsfähige Unternehmen sind die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg. Doch obwohl die Mitgliedstaaten im Jahr 2013 ihre wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern konnten und Fortschritte in den Bereichen Exporte und Nachhaltigkeit erzielten, müssen mit Blick auf Europas industrielle Konkurrenzfähigkeit noch viele Hindernisse aus dem Weg geräumt werden. So steigen fast überall in der EU die Energiekosten, während die Investitionen auf niedrigem Niveau verharren und Unternehmen es schwer haben, sich zu finanzieren. Diese Faktoren bewirken, dass Industrie aus Europa weiterhin abwandert. Nur wenn wir diese Hürden überwinden, wird die EU ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit wiedergewinnen.

Die europäische Industrie hat sich zwar aus den Tiefen der langjährigen Malaise nach der globalen Finanzkrise emporgearbeitet. Aber angesichts der Schwere der Wirtschaftsabkühlung – die EU-Industrie hat seit 2008 3,8 Millionen Arbeitsplätze verloren – bleibt noch einiges zu tun, um die EU Industrie auf und über das Vorkrisenniveau zu heben.

 

Kommissionsanalysen zufolge bestimmen fünf Schlüsselbereiche die industrielle Wettbewerbsfähigkeit: Innovation und Nachhaltigkeit, die ökonomischen Rahmenbedingungen, Dienstleistungen und Infrastruktur, das Funktionieren der öffentlichen Verwaltung, Unternehmensfinanzierung und Investitionen sowie berufliche Kompetenzen. Anhand dieser Kriterien lassen sich die EU-Mitgliedstaaten in drei grobe Gruppen einteilen:

  • Die Gruppe der „anhaltend leistungsstarken Mitgliedstaaten“ zeigt sich in allen Bereichen der Wettbewerbsfähigkeit leistungsstark. Zu ihr gehören Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Irland, Luxemburg, die Niederlande, Spanien, Schweden und das Vereinigte Königreich.
  • Die Gruppe der „Mitgliedstaaten mit unausgeglichener Leistung“ schneidet in einigen Bereichen der Wettbewerbsfähigkeit gut ab, in anderen hingegen sieht sie sich mit Schwierigkeiten und Rückgängen konfrontiert. Zu den Ländern in diesem Cluster gehören Zypern, Griechenland, Italien, Malta, Portugal und Slowenien.
  • Die Gruppe der „aufholenden Mitgliedstaaten“, hat in vielen Bereichen große Herausforderungen zu bewältigen, macht aber rasche Fortschritte. Diese Länder umfassen Bulgarien, Kroatien, die Tschechische Republik, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und die Slowakei.

Eines der gewaltigsten Probleme, vor denen die EU heute steht, ist die Langsamkeit, mit der ihr struktureller Wandel abläuft. Während zum Beispiel die meisten Mitgliedstaaten im Bereich Innovation seit 2008 Fortschritte erzielten, sieht es mit der Innovationskonvergenz innerhalb der Union eher schlecht aus. Mit anderen Worten: Weniger innovative können nicht mit den innovativsten Mitgliedstaaten Schritt halten.

Die schwache Investitionstätigkeit ist ein weiteres Hauptproblem Europas: Das EU-Investitionsniveau ist um mehr als 3 % des EU-BIP gesunken, von 21,1 % im Jahr 2007 auf 18 % im Jahr 2012. Da nicht einmal politische Fördermaßnahmen das Investitionsklima freundlicher gemacht haben, lässt es sich nur schwer vorherzusagen, wann die Investitionstätigkeit wieder anziehen wird.

Die schwache Investitionstätigkeit ist ein weiteres Hauptproblem Europas: Das EU-Investitionsniveau ist um mehr als 3 % des EU-BIP gesunken, von 21,1 % im Jahr 2007 auf 18 % im Jahr 2012. Da nicht einmal politische Fördermaßnahmen das Investitionsklima freundlicher gemacht haben, lässt es sich nur schwer vorherzusagen, wann die Investitionstätigkeit wieder anziehen wird.

Obwohl wir nicht leugnen können, dass große Herausforderungen vor der EU liegen, sind die europäischen Exporte in Drittländer angestiegen. Hier haben Internationalisierungsbemühungen erheblich geholfen, insbesondere in den Bereichen High-Tech-Güter und wissensintensive Dienstleistungen. Aber es gibt auch schlechte Nachrichten: Der EU-Binnenhandel wächst langsamer als der Außenhandel. Das ist besonders für die Länder problematisch, die am stärksten von der Krise betroffen sind und somit zunehmend als Zulieferer des wirtschaftlichen Herzstücks der EU an Bedeutung verlieren.

Der Weg nach vorn

Trotz der jüngsten Probleme verfolgt die Europäische Kommission weiterhin das ehrgeizige Ziel, den Anteil der Industrie am BIP bis zum Jahr 2020 auf 20% zu erhöhen (von derzeit 15,1%). Auf Grundlage ihrer Analyse der Wettbewerbsfähigkeit 2013 schlägt die Kommission verschiedene Prioritäten für die Mitgliedstaaten und die Union vor.

Erstens sollten Unternehmen von überbordender Bürokratie befreit sein, um sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren zu können, und die Kosten für industrielle Produktion in Europa (z. B. für Energie und Rohstoffe) reduziert werden. Zweitens müssen wir weiterhin daran arbeiten, vor allem für KMU den Zugang zu Finanzmitteln und zu Kapitalmärkten zu verbessern. Programme wie COSME und das Portal zu EU-Finanzierungsmöglichkeiten weisen in diese Richtung. Sie wurden geschaffen, um Investitionen und dadurch wiederum die EU-Industrie zu fördern. Drittens müssen wir die Märkte für europäische Unternehmen sowohl innerhalb des Binnenmarktes als auch in Drittländern noch weiter öffnen. Mit unseren Wachstumsmissionen und Informationsplattformen wie die „Europa - China Standards Information Platform“ (CESIP) haben wir bereits wichtige Schritte unternommen.

Um den innergemeinschaftlichen Handel zu fördern, gibt das Notifizierungsverfahren der Richtlinie 98/34/EG Unternehmen die Möglichkeit, Bedenken gegen potentielle Handelshemmnisse in anderen Mitgliedstaaten zu äußern. Zusätzlich liefert die NANDO-Datenbank („New Approach Notified and Designated Organisations“) Informationen zu Konformitätsbewertungsverfahren. Dadurch können Unternehmen sicherstellen, dass ihre industriellen Produkte sowohl inner- als auch außereuropäischen Vorschriften entsprechen.

 

"Wir sind immer noch weit vom 20%-Ziel für das Jahr 2020 entfernt. Die Kommission hat mehrere Initiativen vorgelegt, um die hohen Energiepreise, den schwierigen Kreditzugang, den Rückgang der Investitionen, den Mangel an Fachkenntnissen und die überbordende Bürokratie anzugehen. Um die Industrie zu fördern, werden wir eine spezielle Initiative vorlegen. Im Hinblick auf den im Februar 2014 stattfindenden Europäischen Rat sollte diese eine Katalysatorwirkung entfalten, um das Wachstum und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit deutlich zu stärken."
Vizepräsident der Europäischen Kommission Antonio Tajani

Kontakt

Weitere Informationen finden Sie unter:

Bericht über die Wettbewerbsfähigkeit 2013
http://ec.europa.eu/enterprise/policies/industrial-competitiveness/index_de.htm

Überwachung der Fortschritte in den Mitgliedstaaten
http://ec.europa.eu/enterprise/policies/industrial-competitiveness/monitoring-member-states/index_en.htm

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