Navigationsleiste

AKTUELLES

Erste Genehmigung einer “sehr besorgniserregenden” Substanz

Vizepräsident Tajani leitet Wachstumsmissionen

Umzüge in der EU mit dem eigenen PKW sollen vereinfacht werden

Europas unternehmerische Kultur revolutionieren

Baugewerbe: Sparpotenziale, um CO2-Ausstoß zu senken

NEUESTE AUSGABE

Magazin Unternehmen & Industrie

Mehr internationale Touristen: Visaerteilung vereinfachen

Alle Rechte vorbehalten © Shutterstock

Europa ist bereits das beliebteste Touristenziel weltweit. Doch um aufstrebende Märkte zu erschließen und das weitere Wachstum der fremdenverkehrsorientierten Industriezweige sicherzustellen, möchte die Europäische Kommission Visaregelungen reformieren. Damit wäre es für internationale Touristen leichter, die EU zu besuchen.

Europa ist auf der ganzen Welt für sein vielfältiges natürliches, kulturelles und künstlerisches Erbe bekannt und weltweit seit langem als Top-Reiseziel etabliert. Um alle Vorteile seines internationalen Rufes nutzen zu können, muss der EU-Tourismussektor seinen Fokus jedoch auf die schnell wachsenden und aufstrebenden Märkte richten. Dort gibt es eine stark wachsende Mittelschicht, die nicht nur kaufkräftig, sondern auch zunehmend reiselustig ist.

Die Tourismusbranche beschäftigt fast 20 Millionen Menschen in der EU und ist eng mit anderen Schlüsselsektoren wie Kultur, Lebensmittel, Mode, Bauwesen und Verkehr verknüpft. Vor allem in den europäischen Regionen mit einer Jugendarbeitslosigkeit von mehr als 50 %, kann wachsender Tourismus helfen, Probleme zu lösen. Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission, unterstrich: „Tourismus kann Wirtschaftswachstum ankurbeln. Mitten in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg müssen wir dieses  Potenzial des Tourismus vollständig nutzen.“

Im Jahr 2011 gaben Touristen aus Nicht-EU-Ländern über 400 Mrd. € in der EU aus. Diese Zahl wird bis zum Jahr 2020 auf 500 Mrd. € ansteigen – vorausgesetzt Europa schafft es, mehr Gäste aus Lateinamerika, China, Indien oder Russland anzuziehen. Bereits in den letzten Jahren hat sich die Zahl der brasilianischen und russischen Touristen in der EU verdoppelt, und auch die Besucherzahlen aus China und Indien steigen rasant an.

Visaverfahren hemmen Tourismus

Zu oft allerdings lassen sich potenzielle Besucher von den komplexen und langwierigen Verfahren entmutigen, die für den Erhalt eines Einreisevisums notwendig sind. Hier lauern viele abschreckende Hindernisse: zum Beispiel die Notwendigkeit eines Termins und eines persönlichen Termins  beim Konsulat, aber auch die Vielzahl von Dokumenten und Übersetzungen, die gefordert werden. Einige Regionen in großen Ländern verfügen noch nicht einmal  über eine konsularische Vertretung, was die Probleme verschärft.

Aktuelle Studien zeigen, dass bis zum Jahr 2015 zusätzliche 46 Millionen internationale Touristen Europa besuchen würden. Dies würde den Umsatz um 60 Mrd. € erhöhen und eine halbe Million Arbeitsplätze schaffen. Das ist allerdings nur möglich, wenn im Schengen-Raum, einem Zusammenschluss von 26 Staaten zur Erleichterung der Freizügigkeit, die Zusammenarbeit mit Blick auf Visa-Vorschriften weiter harmonisiert wird.

Um Europa zu einem noch attraktiveren Reiseziel zu machen, hat die Europäische Kommission deshalb eine Überarbeitung des für den Schengen-Raum gültigen Visakodex vorgeschlagen. Unter strikter Beachtung der Sicherheitsaspekte, die eine der Säulen der EU-Visapolitik sind, konzentriert sich die Reform auf die Einführung von standardisierten Serviceleistungen für diejenigen, die häufig in den Schengen-Raum reisen, Eine Neuerung wäre etwa eine häufigere Nutzung elektronischer Visa-Informationssysteme. Der verstärkte Einsatz von Telematik-Technologien wird das Visaantragsverfahren vereinfachen und gleichzeitig die Kapazität der Konsularstellen erhöhen.

Reformen machen das Reisen einfacher

Ein wichtiges Element der Pläne der Kommission besteht darin zu unterscheiden, ob Besucher zu Geschäftszwecken oder zur Freizeitbeschäftigung reisen. Zu letzterer zählen die vielen Festivals, Sportveranstaltungen und kulturellen Institute, die das Renommee europäischer Städte steigern. Allzu oft schränken jedoch Probleme bei der Visa-Beschaffung den Zugang zu solchen Attraktionen und damit auch deren wirtschaftliches Potenzial ein. Die Weltausstellung in Mailand im Jahr 2015 zum Beispiel könnte Millionen neuer Besucher nach Europa locken – aber nur dann, wenn diese die erforderlichen Visa erhalten.

Einige Staaten fördern bereits aktiv den Tourismus aus Nicht-EU-Ländern. So hat Italien seine konsularischen Kapazitäten in China erhöht. Dies führte zu einem 100%igen Anstieg der genehmigten Visa. Polen bot ein „Schnellverfahren“ für Visa-Anträge für diejenigen an, die die Fußball-Europameisterschaft 2012 besuchen wollten. Außerhalb der EU gibt es ebenfalls Fortschritte: In Australien existieren zum Beispiel verschiedene Arten von Visa, die nach Zweck und Dauer des Aufenthalts unterscheiden und online bearbeitet werden können. In den USA richtete Präsident Barack Obama im Januar 2012 persönlich eine Taskforce ein, um die Kapazität zur Bearbeitung von Visa für China und Brasilien um 40 % zu erhöhen.

Der internationale Wettbewerb wird zunehmend härter, da eine wachsende Zahl von Ländern auf den Tourismus als Instrument für Wachstum und wirtschaftliches Wohlergehen angewiesen ist. In diesem Zusammenhang ist die Vereinfachung von Visa-Anträgen und -erteilungen wichtig. Nur so kann die EU ihrer enormen Bedeutung als kulturelles und touristisches Reiseziel in vollem Umfang gerecht werden.

Kontakt

Weitere Informationen

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://bit.ly/bdFiXM