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02/02/2015

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Magazin Unternehmen & Industrie

Wachstum für Luxusprodukte durch neue Märkte

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70 Prozent der Waren auf dem globalen Markt für Luxusgüter stammen von europäischen Markenunternehmen. Dabei beschränken die sich längst nicht mehr auf den Modebereich. Der High-End-Sektor umfasst eine breite Palette: Autos, Yachten, Möbel, Weine, Spirituosen und mehr. Die EU-Kommission will die steigende Tendenz dieses Marktes mit passenden Maßnahmen unterstützen.

Die Basis für den Erfolg der europäischen Luxusgüterindustrie liegt in der Verbindung von kulturellem Erbe und künstlerischer Perfektion. Das Siegel „made in Europe“ verfügt daher bei High-End-Produkten über ein weltweites Renommee. Es ist ein Symbol für europäische Tradition, Handwerkskunst und Hochwertigkeit. Mit diesen Eigenschaften im Gepäck ist die Luxusgüterindustrie ein wichtiger Pfeiler der EU-Wirtschaft. Sie erzielt einen jährlichen Umsatz von mehr als 400 Milliarden Euro, trägt bis zu 3 Prozent zum BIP (ohne Finanzsektor) bei und beschäftigt rund eine Million Menschen. Darüber hinaus gehen zehn Prozent der europäischen Exporte auf ihr Konto: Luxusgüterfirmen aus der EU verkaufen 62 Prozent ihrer Waren nach Übersee. Um diesen positiven Ruf in den Drittländern zu unterstützen, legte die Kommission kürzlich einen Entwurf zum Thema „Herkunfts-Kennzeichnung“ von Produkten vor. Die Konsequenz wäre ein großer Wettbewerbsvorteil für die europäischen High-End-Produkte.

Eintritt in neue Märkte

Aufgrund ihrer Exportabhängigkeit der Branche ist der leichte Einstieg in neue Märkte ein relevanter Faktor für weiteres Wachstum. Erschwert wird der Zugang zu diesem interessanten Potenzial bislang durch komplizierte Visa-Regularien und äußerst hohe Besteuerungen der Waren.

Damit sich die verschiedenen Märkte regulatorisch annähern können, intensiviert die Europäische Kommission den Dialog mit Schlüsselpartnern, darunter Brasilien, Russland, Indien, China, die Vereinigten Staaten und Japan.

Das Recht am geistigen Eigentum

Allerdings gilt es, nicht nur in der politischen Sphere Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Kreativität, einzigartiges Design und unübertroffene Qualität europäischer Luxusgüter sind nicht nur ein Garant für ein weltweites Kundeninteresse. Sie rufen auch Fälscher auf den Plan. Verletzungen des Rechts am geistigen Eigentum sind deshalb an der Tagesordnung. Fälschungen werden immer raffinierter, Käufer immer öfter getäuscht – vor allem auf dem wachsenden Online-Markt. Und obwohl der Luxussektor den Vertrieb und Verkauf über ausgewählte Kanäle steuern kann, nimmt die Zahl von Plagiaten jedes Jahr drastisch zu. Das ist ein ernsthaftes Problem für Wachstum und Beschäftigungszahlen in der EU. Daher hat Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Unternehmertum und Industrie, eine Kampagne angestoßen, die das Problem von Fälschungen ins Bewusstsein rufen und bekämpfen soll.

Tourismus und Luxus: voneinander abhängig

Vom Wirtschaftsmotor Luxusindustrie profitieren indes auch andere Branchen – der Tourismus zum Beispiel. Und tatsächlich wollen viele Touristen bei ihren Reisen durch Europa ein bestimmtes Produkt einer bestimmten Marke kaufen. Tajani verweist besonders auf das Beispiel Mode: „Mode und Tourismus sind zwei Schlüsselsektoren für Europas Wirtschaft. Für die Wachstumsagenda des Kontinents sind sie ein Teil der Lösung.“

Doch natürlich geht es nicht nur um Mode. Eine kürzlich durchgeführte Studie zeigt, dass bis zu 50 Prozent der verkauften Luxusprodukte von Touristen erstanden wurden. Um das noch weiter zu fördern, will die Kommission für Besucher und Geschäftsreisende Multi-Entry-Visa ausstellen lassen.

Kontakt

Weitere Informationen finden Sie online unter:

http://ec.europa.eu/enterprise/sectors/fashion/competitiveness/index_en.htm

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