Diese Seite wurde am 02/02/2015 archiviert
02/02/2015

Navigationsleiste

Weitere Extras

Magazin Unternehmen & Industrie

Neueste Trends beim europäischen Tourismus

All rights reserved © Monkey Business

Der Tourismus hat enorme Auswirkungen auf die Wirtschaft der EU. Bis zu 14 Millionen Arbeitsstellen sind davon betroffen. Eine Umfrage aus dem Jahr 2012 liefert interessante Einblicke hinsichtlich der Präferenzen europäischer Touristen und zeigt, dass 73 % der befragten EU-Bürger planen, dieses Jahr zu verreisen.

Laut einer Eurobarometer-Umfrage beabsichtigt die Mehrheit (52 %), im eigenen Land zu verreisen, während 37 % ins Ausland innerhalb der EU verreisen möchten. Erwartungsgemäß werden sonnige Länder bevorzugt, wobei Spanien an erster Stelle steht, gefolgt von Italien, Frankreich und Griechenland. Gut 25 % werden lediglich für höchstens drei Nächte verreisen, während sich 41 % einen längeren Urlaub mit vier bis dreizehn Übernachtungen gönnen.

„Die kulturelle und natürliche Reichhaltigkeit unseres Kontinents und die langjährige traditionelle Gastfreundlichkeit liegen den Europäern noch immer nahe am Herzen“, so Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission, zuständig für Industrie und Unternehmertum. „Der europäische Tourismussektor hat eine gute Leistung erzielt und 2011 sogar zugelegt. Unsere Daten unterstreichen, dass sich der Sektor 2012 weiter verbessern wird. Dies bestätigt, dass Urlaub und Tourismus leistungsstarke Wirtschaftstreiber für den europäischen Aufschwung sind.“

Was der Tourismus für die EU tun kann

Es liegt auf der Hand, dass der Tourismus eine wichtige Rolle in der EU-Wirtschaft spielt. In diesem Sektor tragen 1,8 Millionen Unternehmen, darunter kleine und mittelständische Firmen, fünf Prozent zum EU-Bruttoinlandsprodukt (BIP) und zur Beschäftigung bei. Effektiv bedeutet dies, dass zwischen 12 und 14 Millionen Europäer eine Arbeitsstelle haben, die auf irgendeine Weise mit dem Tourismus zusammenhängt. Diese Stellen können sich auf andere Sektoren auswirken, da die Tourismusinfrastruktur die lokale Entwicklung fördert und einen Ausgleich schaffen kann, wenn Arbeitsplätze aufgrund eines Rückgangs anderer Aktivitäten gestrichen werden.

Reisen der Europäer im Jahr 2011

Im Rahmen der Eurobarometer-Umfrage wird die Einstellung der EU-Bürger zum Tourismus ermittelt. Die meisten Europäer sind 2011 verreist, 72 % davon geschäftlich oder privat für die Dauer von mindestens einer Übernachtung.

Bei der individuellen Auswertung für jedes Land bestätigt sich dieser Trend. Mindestens 50 % der Bürger eines Landes verreisen für eine Nacht oder länger.

Dabei sind 2011 eher jüngere Leute verreist. 79 % der 15- bis 24-Jährigen waren für eine Übernachtung verreist, verglichen mit 65 % der über 55-Jährigen.

Auswahl und Buchung eines Reiseziels

Viele EU-Bürger verlassen sich auf persönliche Empfehlungen bei der Entscheidung, wohin die Reise gehen soll: Mehr als 50 % gaben an, sie ziehen ein Reiseziel in Betracht, das ein Freund, Kollege oder Verwandter empfohlen hat. Für 40 % spielen Informationen aus dem Internet eine Rolle bei ihrer Entscheidung. Persönliche Erfahrungen haben einen besonderen Stellenwert: 32 % gaben an, dass ihre Entscheidung davon beeinflusst wird.

Die Mehrheit der EU-Bürger organisiert ihren Urlaub am liebsten selbst. 53 % der Europäer buchen Reisen und Übernachtungen über das Internet. Die Nächte werden meistens in Hotels oder gemieteten Unterkünften verbracht. Dies bezieht sich sowohl auf kurze als auch auf längere Reisen (mindestens vier Tage).

Gesundheits- und Qualitätsreisen

Nahezu die Hälfte der Befragten fahren in Urlaub, um sich zu erholen und zu entspannen. Dazu zählen Wellness- und Gesundheitsreisen. 28 % fahren in die Sonne oder an den Strand, 18 % der europäischen Urlauber jedoch erfreuen sich lieber an der Natur (Berge, Seen, Landschaft). Ein Drittel ist weggefahren, um Zeit mit der Familie zu verbringen.

Über 90 % der Befragten äußerten sich zufrieden über die natürlichen Gegebenheiten und die Qualität der Unterbringung an ihrem Reiseziel.

Wiederholungsreisen

Die Faktoren, aufgrund derer ein Reiseziel wiederholt aufgesucht wird, wurden ebenfalls untersucht. Über die Hälfte der Europäer wählten ein Reiseziel erneut wegen des Wetters oder der Natur, wie beispielsweise ein wunderschöner Strand oder warme Orte, an denen man stundenlang gutes Wetter genießen kann. Ein Drittel der Befragten gab an, sie würden den gleichen Ort nochmals aufsuchen, wenn sie mit der Unterbringung zufrieden sind, und ein Viertel gab an, wenn die Preise ihrem Budget entsprechen, würde sie das bewegen, ein Ziel wiederholt aufzusuchen.

Tourismusstrategie

Die Tourismusstrategie der EU untergliedert sich in vier Hauptbereiche:

  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Tourismussektors
  • Förderung eines nachhaltigen, verantwortungsbewussten und qualitativen Tourismus
  • Verbesserung des Image von Europa als Heimat für nachhaltige und erstklassige Reiseziele
  • Maximierung des Potenzials der EU-Politik und der Finanzinstrumente zur Entwicklung des europäischen Tourismus

Ein Beispiel einer europäischen Initiative, die sich mit diesen Zielen befasst, ist EDEN (European destination of excellence – herausragende europäische Reiseziele), in deren Rahmen aufstrebende und weniger bekannte touristische Ziele ausgezeichnet werden, die einen sozialen, kulturellen und nachhaltigen Entwicklungspfad fördern. Von der Auszeichnung wird dann in der Presse berichtet, und das entsprechende Ziel kommt auf die europäische Reisekarte.

Weiterempfehlen: FacebookGoogle+LinkedInSeite versenden