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Innovationsschub der EU im Hinblick auf Rohstoffe

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Die Europäische Kommission hat eine ehrgeizige Europäische Innovationspartnerschaft für Rohstoffe vorgeschlagen mit dem Ziel, Europa bis zum Jahr 2020 als Vorreiter bei der Rohstofferschließung, -gewinnung, -verarbeitung und dem Rohstoffrecycling sowie bei entsprechenden Ersatztechnologien zu etablieren. Die wesentlichen Ziele bestehen darin, eine nachhaltige Beschaffung von Rohstoffen für die europäische Industrie sicherzustellen und EU-Unternehmen dabei zu unterstützen, innovative Technologien entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf den Markt zu bringen.

Rohstoffe spielen in verschiedenen Sektoren, darunter der High-Tech-Bereich, eine wesentliche Rolle, aber deren Beschaffung gestaltet sich oftmals schwierig. Daher ist die neue Europäische Innovationspartnerschaft (EIP) ein Kernstück der Arbeit der Europäischen Kommission im heutigen problematischen Wirtschaftsklima. Denn sie könnte dazu beitragen, der Wettbewerbsfähigkeit Europas Auftrieb zu verleihen, indem sie Europa bei der Entwicklung von Technologien unterstützt und das richtige Umfeld für diese schafft. Im Wesentlichen werden hierfür Regierungen, lokale Behörden, Forscher und andere Interessenparteien zusammengebracht, um gemeinsame Strategien auszuarbeiten. Durch die Zusammenlegung von Kapital- und Humanressourcen sollte Europa in der Lage sein, innovative Möglichkeiten für die Beschaffung und den Einsatz von Rohstoffen aufzudecken. Die Partnerschaft erstreckt sich auf ein äußerst breites Gebiet, von Primärrohstoffen bis hin zu sekundären (wiederaufbereiteten) Stoffen, unabhängig davon, ob sie nun auf dem Festland oder dem Meeresboden liegen.

Technologische und nicht technologische Ziele

Die Europäische Kommission hat eine Reihe konkreter Ziele vorgeschlagen, die bis zum Jahr 2020 erreicht werden sollen. Auf der Technologieseite gehören dazu u. a. bis zu zehn innovative Pilotaktionen (z. B. Demonstrationsanlagen) in den Bereichen Erschließung, Gewinnung, Verarbeitung, Sammlung und Recycling. Substitute für mindestens drei Schlüsselanwendungen kritischer und knapper Rohstoffe sollten ebenfalls entwickelt werden.

Zwei Beispiele für Ziele auf der nicht technologischen Seite bestehen in der Schaffung eines Netzes von Forschungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungszentren im Bereich des nachhaltigen Bergbaus und des nachhaltigen Materialmanagements (M³) sowie in einer proaktiven Strategie der EU hinsichtlich multilateraler Organisationen und bilateralen Beziehungen in den verschiedenen Bereichen der Europäischen Innovationspartnerschaft. Andere Beispiele sind Instrumente auf der Nachfrageseite, wie neue Industriestandards, Zertifizierungsprozesse oder die öffentliche Auftragsvergabe.

Den Hintergrund hierfür bilden Europa 2020, die Strategie der EU für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum, und ihre Flaggschiff-Initiative, die Innovationsunion. Kurzgefasst besteht das Ziel der Innovationsunion darin, die Bedingungen und den Zugang zu Finanzmitteln für Forschung und Innovation in Europa zu verbessern, um sicherzustellen, dass aus innovativen Ideen Produkte und Dienste werden, die Wachstum und Arbeitsplätze schaffen. Zudem bezieht sich die industriepolitische Flaggschiff-Initiative der EU als eine von zehn Aktionen auf Rohstoffe, um die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Europas zu unterstützen.

Abdeckung einer großen Vielfalt an Sektoren, einschließlich metallischer Minerale

Sektoren wie das Baugewerbe, die Chemie-, Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie oder der Maschinen- und Anlagenbau, die einen Gesamtwert von € 1.324 Milliarden erwirtschaften und in denen rund 30 Millionen Menschen beschäftigt sind, hängen von Rohstoffen ab. Diese nachgelagerten Industriezweige werden in die Partnerschaft involviert, ebenso wie andere Sektoren weiter oben in der Beschaffungskette von Rohstoffen, beispielsweise die Hersteller metallischer Minerale. Die EU ist derzeit hochgradig auf Importe von metallischen Mineralen angewiesen, da die inländische Produktion auf ca. drei Prozent der Weltproduktion beschränkt ist.

Der potenzielle Nutzen ist beträchtlich. So sollten Organisationen, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen, die im Rahmen von hohen umweltbezogenen und sozialen Standards agieren, von einer schnelleren Verbreitung von Innovationen und günstigeren Investitionsbedingungen profitieren. Dies sollte den europäischen Verbrauchern indirekt aufgrund niedrigerer Herstellungskosten ebenfalls zugutekommen, da teure und schwer beziehbare Rohstoffe beispielsweise durch alternative Materialien ersetzt werden. Zudem sollten sich wegen geringerer Abfälle und eines besseren Einsatzes recycelter Produkte positive Auswirkungen auf die Umwelt ergeben. Ein weiterer großer Vorteil besteht darin, dass lokale, regionale und nationale Regierungsorganisationen bereits frühzeitig in den Forschungs- und Entwicklungsprozess mit einbezogen werden.

Laufende Projekte

All dies wird auf dem Erfolg laufender Projekte aufbauen, wie z. B. der Projekte, die durch das 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (FP7) gefördert werden. Ein Beispiel für ein solches Projekt ist 'ProMine', dessen Ziel darin besteht, die Wissensbasis der EU in Bezug auf aktuelle und künftige Ablagerungen zu verbessern, und auf dessen Grundlage die erste gesamteuropäische Datenbank für Mineralressourcen und ein detailliertes 4D-Computer-Modellsystem entwickelt werden soll. Ein weiteres kürzliches Beispiel ist 'I²Mine', ein Projekt mit dem Ziel, innovative Technologien und Konzepte für die nachhaltigen und intelligenten Tiefbergwerke der Zukunft zu entwickeln. Hierbei geht es im Wesentlichen um die umweltfreundliche Automatisierung der Förderprozesse und die maximale Sicherheit der Arbeiter.

Die Europäische Innovationspartnerschaft ist kein Finanzierungsinstrument, obwohl eine Verbindung zur Finanzierung durch die EU besteht. Ziel ist es, vorhandene und neue Aktivitäten auf dem Gebiet der Rohstoffe zu rationalisieren. Dementsprechend wird 2013 als nächster Schritt ein 'Strategischer Umsetzungsplan' eingeführt.

Die Fundamente von Rohstoffen

Die neue Partnerschaft steht ebenfalls in Verbindung mit der Rohstoff-Initiative der Europäischen Kommission, im Rahmen derer eine integrierte Strategie erarbeitet wurde, um auf die verschiedenen Herausforderungen in Zusammenhang mit dem Zugang zu nicht energetischen und nicht landwirtschaftlichen Rohstoffen zu reagieren.

Diese im Jahr 2008 gestartete und 2011 verlängerte Initiative basiert auf drei Fundamenten: Schaffung und Sicherstellung gleicher Bedingungen bei der Beschaffung von Rohstoffen aus globalen Märkten, Unterstützung einer nachhaltigen Beschaffung von Rohstoffen aus europäischen Quellen und Förderung von Ressourceneffizienz und Recycling.

Weitere Informationen enthält das Grundsatzpapier der EU: 'Tackling the challenges in commodity markets and on raw materials' (Bewältigung der Herausforderungen von Rohstoffen und Rohstoffmärkten).

Kontakt

Bereich 'Metalle, Mineralien, Rohstoffe'
Generaldirektion Unternehmen und Industrie

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