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Vorfahrt für Sicherheit in Europa

Photo: All rights reserved © Monika Wisniewska  - shutterstock.com

In vielen Bereichen sorgt die EU für die Sicherheit ihrer Bürger – vom Schutz der Bevölkerung vor Naturgefahren bis zur Sicherheit der Nahrungskette. Vor allem der Schutz vor Bedrohungen durch chemische, biologische, radiologische, nukleare und explosive Stoffe (CBRNE-Bedrohungen) steht im Mittelpunkt des Sicherheitsforschungsprogramms der EU, das überdies dazu dient, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken. 

Das schwere Erdbeben und der Tsunami, die im März 2011 die Atomkatastrophe in Fukushima auslösten, haben die weltweite Aufmerksamkeit erneut auf nukleare und andere natürliche oder vom Menschen verursachte Gefahren gerichtet.

Forschung ist ein wichtiges Instrument, das uns dabei hilft, mit nuklearen und radiologischen Störfällen besser umzugehen. Daher finanziert die EU die CBRNE-Forschung, da Störfälle in diesem Bereich – auch wenn sie selten sein mögen – schwerwiegende Folgen nach sich ziehen können.

Im November 2010 veranstaltete die Europäische Kommission einen hochkarätig besetzten Workshop zu wichtigen Themen im Zusammenhang mit CBRNE-Gefahren. Dabei kam man zu dem Schluss, dass alle europäischen, am Thema CBRNE-Gefahren beteiligten Akteure in hohem Maße von einer Kooperation und dem Austausch CBRNE-bezogener Informationen und Ressourcen profitieren – und auch die enge Zusammenarbeit mit Anwendern fortsetzen sollten.

Ein zweiter CBRNE-Workshop im Juni 2011 unterstrich die Bedeutung von Demonstrationsprojekten im Bereich Sicherheitstechnik. Ein Beispiel dafür ist das Projekt „Demonstration of Counter-Terrorism System-of-Systems against CBRNE phase 1” (DECOTESSC1), ein Systemverbund zur Bekämpfung des CBRNE-Terrorismus. Im Rahmen des Demonstrationsprojekts wird ein Fahrplan erarbeitet, der zur kontinuierlichen Entwicklung von Gegenmaßnahmen – von der Prävention bis zum Gegenschlag und zur Schadensbeseitigung – bei CBRNE-Gefahren mit terroristischem Hintergrund dient.

Sicherheit in der Nahrungskette

Ein weiteres wichtiges Sicherheitsziel ist die Gewährleistung der Lebensmittel- und Ernährungssicherheit. Aufgrund des grenzüberschreitenden Charakters und der Komplexität der europäischen Lebensmittelversorgungskette verfolgt die Europäische Union einen ganzheitlichen Ansatz unter dem Motto „Vom Erzeuger zum Verbraucher“. Dieses Konzept strebt Lebensmittelsicherheit und Lebensmittelqualität, Tiergesundheit, artgerechte Tierhaltung und Pflanzenschutz auf höchstem Niveau an und stellt zugleich das reibungslose Funktionieren des Binnenmarktes sicher.

Erreicht wird dies durch verschiedene legislative Maßnahmen, strenge Überwachung und Berichterstattung sowie eine koordinierte Verwaltung der EU-Handelsbeziehungen mit Drittländern.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) führt auf EU-Ebene Bewertungen des Sicherheitsrisikos für Lebensmittel und Tierfutter durch. In enger Zusammenarbeit mit nationalen Behörden und offenem Austausch mit Interessengruppen stellt die EFSA unabhängige wissenschaftliche Beratung sicher und kommuniziert klar und verständlich über vorhandene und aufkommende Risiken in der Lebensmittelindustrie.

Die Bedeutung schneller und wirksamer Maßnahmen in diesem Bereich wurde eindrucksvoll durch die jüngste Verbreitung des gefährlichen EHEC-Erregers in Deutschland und anderen Teilen Europas vor Augen geführt. Fast 4 000 Menschen wurden infiziert, rund 50 Menschen starben.

Trotz dieses Ausmaßes hätte es noch schlimmer kommen können, wenn die deutschen und europäischen Behörden nicht rechtzeitig reagiert hätten. Jeder EU-Mitgliedstaat ist bei Lebensmittelkrisen oder einer Beeinträchtigung der menschlichen Gesundheit gut gerüstet. Darüber hinaus wurde nach dem Ausbruch des EHEC-Erregers in Deutschland sofort das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) in Gang gesetzt, um die 27 EU-Mitgliedstaaten über die anfänglich vermutete und dann bestätigte Infektionsquelle zu informieren und Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Verunreinigungen zu empfehlen.

Den mit detektivischem Spürsinn und hochmodernen Methoden durchgeführten Untersuchungen in Deutschland zufolge – sowie mit Unterstützung des Referenzlabors zum Nachweis des EHEC-Erregers in Rom – ließ sich die vermeintliche Infektionsquelle bis zu einem Biohof in Niedersachsen zurückverfolgenpdf Übersetzung für diesen Link wählen . Die Untersuchungen gingen jedoch weiter. Im Juli berichtete die EFSA, dass der in Niedersachsen entdeckte EHEC-Erreger mit aus Ägypten stammenden Samen importiert wurde.

Lebensmittel im Fokus

Da Wissen eine wirksame Waffe bei der Bekämpfung von Hunger und Risiken im Zusammenhang mit Tierfutter ist, finanziert das Siebte EU-Forschungsrahmenprogramm (RP7) zahlreiche Verbundforschungsprojekte in diesem Bereichpdf.

Ein Beispiel dafür ist das im Rahmen eines Spitzenforschungsnetzes durchgeführte Projekt „Biosicherheit für Pflanzen und Lebensmittel“, das mit EU-Mitteln in Höhe von 6 Mio. EUR unterstützt wurde. Das als „PlantFoodSec“ bekannte, im Februar 2011 gestartete Vorhaben mit einer Laufzeit von fünf Jahren soll Qualität und Wirkung von Bildung und Forschung im Bereich Biosicherheit für Pflanzen und Lebensmittel verbessern und die Frage beantworten helfen, wie sich möglicherweise

Pflanzenschädlinge als biologische Waffen bei Nutzpflanzen einsetzen lassen.
PlantFoodSec trägt zur Sicherung einer artgerechten Tierhaltung, zum Pflanzenschutz und zum Schutz der Umwelt bei. Die vom Netzwerk geförderte höhere Biosicherheit soll den europäischen Bauern und der Lebensmittel- und Getränkeindustrie helfen, die schädlichen Auswirkungen von Verunreinigungen und anderer Gefahren auf ihren Absatz und ihre Glaubwürdigkeit zu vermeiden.

Zu den Aktivitäten von PlantFoodSec zählen der Aufbau eines virtuellen Kompetenzzentrums, um Experten aus verschiedenen Ländern zusammenzuführen, die Förderung des Wissensaustauschs sowie die Entwicklung neuer Ideen mithilfe der Online-Plattform.

Die im Rahmen des Projekts erzielten Forschungsergebnisse umfassen Werkzeuge gegen die Ausbreitung von Pflanzenschädlingen, wirkungsvollere Maßnahmen beim Umgang mit den gesundheitlichen Auswirkungen von Krankheitserregern in Lebensmitteln, ein verbessertes System zur Überwachung und Erkennung von Erkrankungen sowie raumzeitliche Risikomodelle.

Alles, was Sie über Sicherheit wissen müssen

Die Europäische Union steht einer Reihe von gemeinsamen Sicherheitsbedrohungen gegenüber, die ein koordiniertes europäisches Konzept erfordern. Dazu zählen der Kampf gegen den Terror und die organisierte Kriminalität, die Bewältigung natürlicher oder vom Menschen verursachter Katastrophen sowie mögliche Beeinträchtigungen der wirtschaftlichen Infrastruktur wie Störungen oder Zusammenbrüche der Verkehrs-, Energie- und Informationsnetze.

Über ihre Rechtsvorschriften und eine Zusammenarbeit der 27 Mitgliedstaaten hinaus fördert die EU außerdem ein breites Spektrum sicherheitsrelevanter Forschungsvorhaben zur Verbesserung der Sicherheit und des Wohls der Bürger sowie der industriellen Wettbewerbsfähigkeit.

Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Sicherheit stellt das Siebte Forschungsrahmenprogramm (RP7) das erste Förderprogramm der EU dar, das ein spezielles, mit einem Budget von 1,4 Mrd. EUR ausgestattetes Sicherheitsforschungsprogramm enthält. Da es sich ausschließlich mit zivilen Anwendungen befasst, werden innerhalb des Themenbereichs Sicherheit Technologien und Kompetenzen zum Schutz der EU-Bürger entwickelt, unter Wahrung ihrer Privatsphäre und anderer Grundrechte. Ferner sollen mit dem Programm die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Sicherheitsindustrie gestärkt und zur Verringerung von Sicherheitslücken Forschungsergebnisse gezielt an öffentliche Nutzer weitergeleitet werden.

Im Hinblick auf das innovative Potenzial kleiner und mittlerer Unternehmen und unter Beachtung des Grundsatzes „Vorfahrt für KMU“ unterstützt das Sicherheitsforschungsprogramm die Zusammenarbeit zwischen KMU aus verschiedenen Ländern. Zu den geförderten Forschungsthemen zählen: Verbesserung der Sicherheit bei der Infrastruktur für Bürger und bei Versorgungsunternehmen, intelligente Überwachung und Grenzsicherheit sowie Wiederherstellung der Sicherheit in Krisenfällen.

Zur Halbzeit des Siebten Rahmenprogramms sind bereits mehr als 130 Forschungsprojekte gefördert worden. Die Europäische Kommission hat ein Verzeichnis der aus Mitteln des Rahmenprogramms geförderten Erfolgsgeschichten im Bereich Sicherheitpdf herausgegeben.

Kontakt

Generaldirektion Unternehmen und Industrie,
Security Referat Forschung und Entwicklung im Bereich Sicherheit

http://ec.europa.eu/enterprise/policies/security

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