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Magazin Unternehmen & Industrie

Unterstützung für die europäische Bio-Branche im Ausland

Photo: All rights reserved © Alexander Raths - iStockphoto.com

Die Präsenz der Europäischen Kommission auf der weltweit größten Veranstaltung für Biotechnologie und Biowissenschaften ist ein Zeichen für die Bedeutung, die die Kommission ihrer Rolle bei der Unterstützung dieses Sektors und der Förderung seiner Innovationskraft und globalen Wettbewerbsfähigkeit beimisst.

In den Bereichen Biotechnologie und Biowissenschaften ist Europa schon lange international führend. Inzwischen machen allerdings auch die größten globalen Konkurrenten – insbesondere die Vereinigten Staaten und Japan, aber auch Schwellenländer wie China – in diesen wichtigen Sektoren große Fortschritte. Um nicht ins Hintertreffen zu geraten und um den sozialen und ökologischen Bedürfnissen ihrer Bürger gerecht zu werden, bemüht sich die EU tatkräftig durch die Einführung neuer Maßnahmen und Programme um Impulse für Biotechnologie und Biowissenschaften und fördert die europaweite Zusammenarbeit in diesem Bereich.

Den Vorsprung Europas sichern

Biowissenschaften und Biotechnologie sind Schwerpunkte der „Europa 2020“-Strategie der Europäischen Union. So wird etwa in der Leitinitiative „Eine integrierte Industriepolitik für das Zeitalter der Globalisierung“ Biotechnologie als eine „Schlüsseltechnologiepdf Übersetzung für diesen Link wählen “ bewertet.

Da Innovationen im Bereich Biowissenschaften und Biotechnologie nicht nur Forschungsanstrengungen, sondern auch deren Anwendung erfordern, werden Unternehmen im Rahmen der verschiedenen EU-Unterstützungsmechanismen gefördert. So finden sich etwa innerhalb des Enterprise Europe Network eine Reihe von „Sektorgruppen“, die für die in diesem Bereich tätigen Unternehmen von Bedeutung sind; dazu gehören die „Lebensmittelindustrie“, „Biotechnologie, Pharma- und Kosmetikindustrie“, der „Umweltbereich“, das „Gesundheitswesen“, „intelligente Energie“ und „Rohstoffe“.

Darüber hinaus besteht im Rahmen des Siebten Forschungsrahmenprogramms (RP7) – dem wichtigstem EU-Instrument zur Forschungsförderung – der Schwerpunktbereich „wissensbasierte Bio-Wirtschaft“ zur Stärkung der nachhaltigen Produktion und Nutzung erneuerbarer Bioressourcen, zum Schutz der europäischen Bevölkerung vor dem zunehmenden Risiko von Tierseuchen, zoonotischen Erkrankungen und ernährungsbedingten Störungen sowie zur Sicherstellung der Nachhaltigkeit und Sicherheit der Lebensmittelproduktion.

Zur Förderung ökologischer Nachhaltigkeit, verbunden mit der Schaffung wirtschaftlicher Chancen, richtet die EU ihre Aufmerksamkeit außerdem auf die Unterstützung von Innovationen auf dem „Leitmarkt“ „biobasierter Produkte“ durch innovative Nutzung nachwachsender biologischer Rohstoffe. Im Rahmen eines Aktionsplanspdf Übersetzung für diesen Link wählen  konzentrieren sich die Bemühungen auf neuartige, nicht für die Produktion von Nahrungsmitteln vorgesehene biobasierte Produkte und Materialien wie Biokunststoffe, Bioschmierstoffe, Enzyme und Arzneimittel.

Wirtschaft und Wissenschaft – Hand in Hand

Aufgrund der Bedeutung von Biowissenschaften und Biotechnologie für die EU unternimmt die Europäische Kommission große Anstrengungen, die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen dieses Sektors auf internationaler Ebene zu fördern. Seit 2004 ist die Europäische Kommission Aussteller auf der jährlich stattfindenden BIO International Convention, der weltgrößten Veranstaltung für die Biotechnologiebranche, auf der rund 15 000 hochrangige politische Entscheidungsträger, Wissenschaftler, Unternehmer und Persönlichkeiten aus 60 Ländern zusammenkommen. Zudem sind auf dem Kongress zahlreiche EU-Mitgliedstaaten mit einem eigenen Stand vertreten.

Im Rahmen der Veranstaltung findet außerdem das BIO Business Forum statt, auf dem Unternehmen in persönlichen Gesprächen auf Partnersuche gehen können, Hunderte von Sitzungen zu einer Vielzahl von Themen angeboten werden – von Biotechnologietrends über politische Themen bis hin zu technologischen Innovationen – und zu dem auch eine große Biotechnologie-Ausstellung gehört.

Das Schwerpunktthema, mit dem die EU Ende Juni 2011 auf der diesjährigen BIO International Convention in Washington, D.C. vertreten war, hat sich mittlerweile weiterentwickelt. Die Veranstaltung diente der Europäischen Kommission in den vorangegangenen Jahren hauptsächlich zur Information über das Siebte Forschungsrahmenprogramm (RP7). 2011 konnte man sich zwar weiterhin auch über die zur Verfügung stehenden Forschungsförderungsinstrumente informieren, die Kommission nutzte jedoch vor allem die Gelegenheit, sich als Drehscheibe der Begegnung und Vernetzung für die europäische Biotechnologiebranche darzustellen. Der Stand der Europäischen Kommission verstand sich ausdrücklich als „Ort der Geselligkeit“ und wurde von europäischen Vereinigungen und Wirtschaftsverbänden als informeller Treffpunkt genutzt.

Überdies organisierte die Europäische Kommission während des Kongresses eine Reihe von Arbeitsgruppen. Eine Gruppe befasste sich mit der neuen Innovationsunion, wie sie Innovationen fördern soll und welche Finanzierungsmöglichkeiten sie bietet. In einer interaktiven Sitzung über Diagnostik und personalisierte Medizin behandelte eine weitere Gruppe schwerpunktmäßig die Herausforderungen von Industrie und Gesundheitssystemen bei der Entwicklung modernster, aber dennoch erschwinglicher Behandlungsmethoden.

Themen weiterer Gruppen waren die transatlantische Kooperation bei seltenen Krankheiten, Patente in Europa und die Zusammenarbeit zwischen der US-Arzneimittelbehörde FDA (Food and Drug Administration) und der Europäischen Arzneimittel-Agentur.

Bekämpfung neurodegenerativer Erkrankungen

Unter der Leitung der schwedischen Universität Lund hat ein von der EU gefördertes europäisches Forscherteam eine neue Methode entwickelt, um gewöhnliche Hautzellen in seltene, nicht regenerative Gehirnzellen umzuwandeln. Das Projekt NEuroStemCell lässt erneut hoffen, dass man mit sicheren Transplantationen körpereigener Zellen eines Tages in der Lage sein könnte, Menschen mit Parkinson und Alzheimer und sonstigen neurodegenerativen Erkrankungen zu behandeln.

Das Team hofft, mit seinen Forschungsarbeiten den Weg zu Behandlungen zu ebnen, bei denen sich die von Patienten benötigten Gehirnzellen einfach aus Haut- oder Haarproben züchten lassen. „Das langfristige Ziel ist, Zellproben mittels Biopsie zu entnehmen, daraus beispielsweise dopaminerge Zellen herzustellen und dann im Rahmen einer Parkinsontherapie wieder in den Patienten zu transplantieren", erklärt Forschungsleiterin Malin Parmar.

Durch Nutzung erwachsener Hautzellen umgeht diese neue Methode ethische Probleme im Zusammenhang mit der Verwendung von Stammzellen, die normalerweise aus Embryos gewonnen werden und bei ungehemmter Teilung ein potenzielles Krebsrisiko darstellen.

Weitere Informationen: http://cordis.europa.eu/

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