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02/02/2015

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Magazin Unternehmen & Industrie

Industriepolitik im Mittelpunkt

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Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie ist von zentraler Bedeutung für Europa, wenn es eine international führende Wirtschaftsmacht bleiben will. Mit dem Ziel in einer sich schnell verändernden Welt eine erfolgreiche Industriepolitik voranzubringen, hat die Europäische Kommission eine weitreichende Strategie vorgelegt, um eine starke, diversifizierte und wettbewerbsfähige industrielle Basis in Europa zu erhalten und zu fördern. Diese industrielle Basis sollte eine wichtige Aufgabe bei der Verwirklichung entscheidender Ziele für die europäische Wirtschaft übernehmen. Dazu gehören etwa die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Förderung nachhaltigen Wachstums.

Die Mitteilung der Europäischen Kommission über eine "integrierte Industriepolitik für das Zeitalter der Globalisierung"pdf Übersetzung für diesen Link wählen  [172 KB] Englishfrançaisitaliano ist eine Leitinitiative im Rahmen der Strategie Europa 2020. "Unsere Industrie ist das Herzstück Europas und unerlässlich für die Bewältigung der Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft heute und in der Zukunft steht", erklärte Antonio Tajani, Vizepräsident der Europäischen Kommission und zuständig für Unternehmertum und Industrie. "Europa braucht seine Industrie und die Industrie braucht Europa. Wir müssen das ganze Potenzial des Binnenmarktes mit seinen 500 Millionen Verbrauchern und seinen 20 Millionen Unternehmern erschließen."

Da ehrgeizige Ziele sich wechselseitig verstärkende politische Maßnahmen erfordern, ist das Konzept für diesen integrierten industriepolitischen Rahmen eng mit anderen Leitinitiativen von "Europa 2020" wie der Strategie zur Förderung einer "Innovationsunion" verknüpft.

Die jüngste Wirtschaftskrise hat die Bedeutung, die der Förderung einer vielseitigen und wettbewerbsfähigen Basis der verarbeitenden Industrie einschließlich kapitalintensiver und hochmoderner Sektoren zukommt, erneut in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Dies überrascht kaum, wenn man bedenkt, dass in Europa 25 % der in der Privatwirtschaft Beschäftigten in der verarbeitenden Industrie tätig sind und weitere 25 % im Bereich industriebezogener Dienstleistungen. Darüber hinaus erfolgen 80 % der gesamten privatwirtschaftlichen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in der verarbeitenden Industrie.

Fit für die Globalisierung

Im Zeitalter einer sich intensivierenden Globalisierung sind Vorstellungen von nationalen Wirtschaftszweigen und Industrien ganz einfach veraltet. Was tatsächlich benötigt und von der neuen Strategie unterstützt wird, sind aufeinander abgestimmte politische Maßnahmen Europas. Europa braucht außerdem ein Konzept, das die gesamte Wertschöpfungskette - von der Infrastruktur und den Rohstoffen bis zum Kundendienst - umfasst. "Europa, das ist mehr als nur die Summe seiner Einzelteile. Es sind unsere gemeinsamen Ziele in der Industriepolitik, die wir höher stecken müssen; es ist unsere aktive Politik, die wir intensivieren müssen und es ist das europäische Regieren selbst, das wir stärken müssen", bemerkte Tajani. "Es ist jedenfalls nicht 'Business as Usual'", betonte er.

Darüber hinaus muss der Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft als Gelegenheit begriffen werden, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern Nur eine europäische Industriepolitik, deren Ziele Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit sind, kann die kritische Masse auf sich vereinen, die Wandel und Koordinierung ermöglicht und die die Voraussetzung für Erfolg ist. "Es wird keine Nachhaltigkeit ohne Wettbewerbsfähigkeit geben, und es wird keine dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit ohne Nachhaltigkeit geben. Und ohne einen Quantensprung in der Innovation wird es keines von beiden geben", fügte er hinzu.

Wichtige Handlungsfelder

Die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen politischen Maßnahmen benennen mehrere Schlüsselbereiche, in denen Handlungsbedarf im Hinblick auf die Förderung von Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der verarbeitenden Industrie Europas besteht.

KMU - das Rückgrat der europäischen Wirtschaft. KMU stellen etwa zwei Drittel aller industriellen Arbeitsplätze in der EU - und nehmen folglich in dieser Strategie, die eine Reihe von Maßnahmen zur Förderung ihrer Gründung, Entwicklung und Internationalisierung aufzeigt, einen bedeutenden Platz ein.

Zur Schaffung eines günstigen Umfelds für die Industrie sehen andere Leitaktionen die "Prüfung auf Wettbewerbsfähigkeit" neuer Rechtsvorschriften durch "Eignungsprüfungen" bestehender Rechtsvorschriften vor, um die Kosten für Unternehmen in Europa zu senken: Dazu gehören auch verstärkte Anstrengungen zur Förderung europäischer Normen.

Ziel der neuen Industriepolitik ist außerdem die Modernisierung von Infrastruktur und Dienstleistungen in den Bereichen Kommunikation, Verkehr und Energie in Europa, um deren Effizienz für die Industrie zu erhöhen. Im Lichte der zunehmenden Verknappung von Primärrohstoffen und des wachsenden globalen Wettbewerbs wird im Rahmen der integrierten Industriepolitik auch eine Strategie für eine nachhaltige Versorgung mit Rohstoffen und deren Bewirtschaftung vorgelegt.

Schließlich befasst sich die Strategie auch mit den Herausforderungen raumfahrtbezogener und energieintensiver Industrien sowie mit mangelnden sektorspezifischen Innovationsleistungen. Maßnahmen in diesen Bereichen sollten die Rahmenbedingungen verbessern, eine effizientere Ressourcennutzung bewirken und Innovationsprozesse fördern.

Nach Abschluss der Erörterungen im Rat und im Europäischen Parlament ist 2011 mit der Umsetzung des ersten Teils der neuen Industriepolitik zu rechnen. Um deren weitere Umsetzung zu gewährleisten, wird die Europäische Kommission auf der Grundlage jährlich erhobener Daten über die in Europa und den einzelnen Mitgliedstaaten erzielten Fortschritte berichten (siehe Kasten).

Überwachung der Fortschritte

Die "integrierte Industriepolitik für das Zeitalter der Globalisierung" sieht einen Jahresbericht der Europäischen Kommission über den Stand der Wettbewerbsfähigkeit in Europa insgesamt und für jeden einzelnen Mitgliedstaat vor.

Im Mittelpunkt des Europäischen Berichts zur Wettbewerbsfähigkeit stehen die jüngsten Veränderungen beim Produktivitätswachstum in der EU, dem wichtigsten Motor für langfristige Wettbewerbsfähigkeit. Der Bericht 2010 untersucht die Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Wettbewerbsfähigkeit der EU, die zunehmenden Ungleichgewichte, die zu der Krise geführt haben, Möglichkeiten zu deren Überwindung sowie Wege zur Stärkung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit.

Seit 2010 stehen dank des Berichts über die Wettbewerbsleistung und Maßnahmen der Mitgliedstaatenpdf [2 MB] English auch detaillierte Daten zur Situation in den einzelnen Mitgliedstaaten zur Verfügung. Der Bericht analysiert die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und führt die politischen Maßnahmen der einzelnen Mitgliedstaaten zu deren Verbesserung auf. Die Sachinformationen zu jedem Land sind nach Themenbereichen gegliedert, z. B. "Auf dem Weg zu einer innovativen Industrie", "Auf dem Weg zu einer nachhaltigen Industrie", "Unternehmensumfeld" und "Unternehmertum und KMU-Politik".

Kontakt

Referat Politik für industrielle Wettbewerbsfähigkeit,
Generaldirektion Unternehmen und Industrie

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