Expertenbesuche, Studienreisen und Bewertungsaufträge

Technische Unterstützung durch das TAIEX-Instrument wird in verschiedenen Formaten und vielfältigen Bereichen angeboten. Da eine große Anzahl von Beamten erreicht wird, können die Partnerverwaltungen von der Flexibilität von TAIEX profitieren, um breiteren Schulungsbedürfnissen in EU-Gesetzgebung entgegenzukommen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass gezieltere Anfragen erkannt werden und auf diese reagiert wird. In dieser Hinsicht bietet das Experten- und Studienreisenformat, das ausschließlich auf Anfragen der Empfängerpartner reagiert, einen zusätzlichen Service für den Aufbau von Institutionen.

Wie bei anderen TAIEX-Schulungsformaten sollen Expertenbesuche und Studienreisen Empfängerländern kurzfristige Hilfe zur Annäherung an und Implementierung der EU-Gesetzgebung bieten. Studienreisen sind Besuche einer beschränkten Anzahl von Beamten der Empfängerländer bei Regierungen von Mitgliedsstaaten. Sie bieten den Empfängern die Möglichkeit zur gemeinsamen Arbeit mit den Beamten der Mitgliedsstaaten, um die Gesetzgebung zu erörtern, verwaltungstechnische Verfahren und Infrastruktur aus erster Hand zu erleben und Best-Practice-Beispiele (d.h. bewährte Beispiele aus der Praxis) kennen zu lernen. Bei den Expertenbesuchen reisen meist lediglich ein oder zwei Experten aus den Mitgliedsstaaten in die Empfängerländer. Diese Besuche bieten die Möglichkeit zur Besprechung von Gesetzesentwürfen, der Präsentation von bewährten Beispielen aus der Praxis oder Hilfestellung, wo diese erbeten wird. Das bevorzugte Format sind Arbeitsbesprechungen, die durch einen Wissensaustausch zwischen Empfängerländern und Experten gekennzeichnet sind.

Bewertungsaufträge erfolgen durch die gleiche hierarische Ebene (auf Peer-Basis). Zweck ist es, in einem bestimmten Sektor Bedarf zu identifizieren, Schwachstellen zu analysieren oder eine Strategie auszuarbeiten. Dieser Ansatz hat sich als nützlicher Mechanismus erwiesen, um den verschiedenen Bedürfnissen der Empfängerländer nachzukommen. Die Unterstützung der türkisch-zypriotischen Gemeinschaft ist ein gutes Beispiel dafür. In diesem Rahmen zielen die Bewertungsaufträge darauf ab, die Gesetzgebung und die verwaltungstechnischen Kapazität in einer Reihe von Sektoren zu bewerten und in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen vor Ort einen strukturierten Plan für zukünftige technische Hilfe zu entwickeln. Ähnliches gilt für die Regierungen der potenziellen Kandidatenländer des westlichen Balkans, wo Bedarf für die Entwicklung eines mittelfristigen Fahrplans (Road Map) für technische Unterstützung besteht.


Letzte Aktualisierung: 25/03/2009 | Seitenanfang