ABC-Führer für TAIEX

Antragsformulare für TAIEX-Unterstützung

TAIEX ist hauptsächlich nachfragegesteuert. Unterstützung wird auf Antrag von Beamten gewährt, die für die Regierungen der Empfängerländer arbeiten. Die Antragsformulare sind auf der TAIEX-Website online verfügbar. Wenn Sie sich bewerben möchten, füllen Sie bitte das entsprechende Formular aus, etwa um gezieltes Fachwissen zu erhalten, um sich um einen Studienbesuch zu bewerben oder um die Organisation eines größeren Workshops vorzuschlagen.

 

Empfängerpartner/Länder

Empfängerpartner oder Länder sind die Staaten, die unter das Mandat von TAIEX fallen. Diese umfassen die neuen Mitgliedstaaten, die Kandidatenländer, die Länder des westlichen Balkans, einschließlich Kosovo (wie in der Resolution des Un-Sicherheitsrats 1244 vom 10. Juni 1999 festgelegt), die türkisch-zypriotische Gemeinschaft und die Länder der Europäischen Nachbarschaftspolitik.

 

TAIEX-Länderkontaktstellen

Für jedes TAIEX-Empfängerland hat die Abteilung für institutionellen Aufbau eine nationale Kontaktstelle (in englischer Sprache « National Contact Point –NCP ») ernannt: d.h. eine Person, die von allen Vertretern der Empfängerregierungen kontaktiert werden kann und zur Klärung aller Verfahren sowie aller Fragen in Zusammenhang mit der Organisation von Veranstaltungen zur Verfügung steht.

 

Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP)

Die Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP) wurde im Rahmen der Erweiterung der EU 2004 ins Leben gerufen, mit dem Ziel, dem Entstehen neuer Trennungslinien zwischen der erweiterten EU und ihren Nachbarstaaten vorzubeugen und stattdessen Stabilität, Sicherheit und Wohlstand aller Betroffenen zu stärken. Die EU bietet ihren Nachbarstaaten privilegierte Beziehungen auf der Grundlage der gegenseitigen Anerkennung gemeinsamer Werte (Demokratie und Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Good Governance, Grundsätze der Marktwirtschaft und nachhaltige Entwicklung) an. Die ENP geht über bestehende Beziehungen hinaus und ermöglicht engere politische Beziehungen und wirtschaftliche Integration. Die Intensität der Beziehung hängt davon ab, welche dieser Werte tatsächlich geteilt werden. Die ENP hat nichts mit der Erweiterung zu tun und bietet keine Beitrittsperspektive.

 

Expertendatenbank

Die Datenbank (TAIEX Expert Database, ED) ist ein stets wachsenderPool EU-weiter Expertise im Bereich des Acquis. Sie besteht aus Beamten des öffentlichen Sektors der Mitgliedsstaaten, die Fachwissen in Bezug auf die Gesetzgebung selbst und die Angleichung des nationalen Rechts an EU-Normen oder die sich anschließende Verwaltung, Um- und Durchsetzung solcher Rechtsvorschriften erworben haben. Experten aus den öffentlichen Verwaltungen der Mitgliedstaaten werden eingeladen, sich in die Datenbank aufnehmen zu lassen und ein persönliches Profil zu erstellen. Wenn ein Beamter mit einem persönlichen Profil registriert ist, wird er/sie von der Abteilung für institutionellen Aufbau kontaktiert, sobald eine Anfrage in dem angegebenen Fachgebiet vorliegt. Registrierten Experten wird mittels eines persönlichen Passworts Zugang zum eigenen Profil der Expertendatenbank als auch zur Expertenbörse gewährt.

 

Expertenbesuche

Wie bei anderen TAIEX-Serviceleistungen sollen Expertenbesuche durch die Entsendung von einem Experten der Mitgliedstaaten in das Empfängerland praktische kurzfristige Hilfe zur Angleichung und Implementierung von EU-Gesetzgebung bieten.

 

Expertenbörse

Die Expertenbörse (TAIEX Expert Stock Exchange or ESE) ist eine online Plattform, über die TAIEX Anträge für technische Hilfe von neuen Mitgliedstaaten, Kandidatenländern und potenziellen Kandidatenländern und Ländern, die zur Europäischen Nachbarschaftshilfe gehören veröffentlicht. Diese Plattform erlaubt die Vermittlung angebotener Expertise in Bezug auf diese Anfragen. Experten und öffentliche Einrichtungen von Mitgliedstaaten sind eingeladen, auf die Expertenbörse zuzugreifen und ihre Hilfsangebote zu unterbreiten, – entweder für die Gesetzgebung selbst und die Annäherung der nationalen Gesetzgebung an EU-Normen oder an die nachfolgende Verwaltung, Um- und Durchsetzung dieser Rechtsvorschriften. Im Falle der Genehmigung der Unterstützung wird die Hilfe durch die TAIEX-Expertenbörse vemittelt und kann in der Form eines Expertenbesuchs oder einer Studienreise erfolgen. Es ist darauf hinzuweisen, dass Mitgliedstaaten nur Zugriff auf die ESE besitzen, wenn Sie in der Expertendatenbank registriert sind.

 

Gesetzesdatenbanken

Die Datenbank bietet Informationen über die EU-Gesetzgebung und den Stand der Fortschritte in Bezug auf die Angleichung an nationales Recht. Bei den meisten Datenbanken handelt es sich um Gesetzesdatenbanken. Während einige Datenbanken sich auf die Angleichung der Rechtsvorschriften der Länder konzentrieren, die in die Tätigkeiten der GD Erweiterung (neue Mitgliedstaaten, Beitrittsländer, Kandidatenländer, Länder des westlichen Balkans) eingebunden sind, sind andere auf Informationen über Beitrittsvorbereitungen spezialisiert.

 

Bibliothek

Die TAIEX-Website bietet in der TAIEX-Bibliothek freien Zugriff auf eine große Auswahl an Dokumentation über bisherige Veranstaltungen, ungeachtet davon, ob Sie an der Veranstaltung selbst teilgenommen haben oder nicht. Die Materialien umfassen die Agenda und die Präsentationen der Experten der Mitgliedstaaten oder Beamten der Europäischen Kommission sowie eine Reihe einschlägiger EU-Gesetzgebungstexte. Es gibt eine einfache Suchfunktion für frühere Veranstaltungen.

 

Logistikfragen

Die TAIEX –Aktivität erfordert wichtige logistische Unterstützung, z.B. Reservierungen und Zahlungen (Unterbringung, Catering, Reise und Gehalt usw.), um eine reibungslose Bereitstellung technischer Unterstützung an unsere Empfängerpartner sicherzustellen. Alle Logistikaktivitäten werden von einem ausgewählten Vertragspartner verwaltet, gegenwärtig von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ).

 

Expertise der Mitgliedstaaten

Das TAIEX-Instrument hängt von seinem Expertennetzwerk in den Mitgliedstaaten ab. Am 1. Mai 2004 vergrößerte sich das Netzwerk mit der Aufnahme neuer Experten aus den neuen Mitgliedstaaten zusehends. Ihre Spezialisierung wurde im Rahmen des Beitrittsprozesses durch die eigene erfolgreiche Übergangsphase zur Angleichung der Rechtsvorschriften an den gemeinschaftlichen Besitzstand (Acquis communautaire) und durch Best-Practice-Beispiele (d.h. bewährte Beispiele aus der Praxis) weiterentwickelt. In mancher Hinsicht sind die neuen Mitgliedstaaten in einer guten Position, Expertise bereitzustellen und ihr Wissen mit den Beitrittsländern und Kandidatenländern, anderen Ländern des westlichen Balkans und den Partnerländern der ENP zu teilen. Um an den TAIEX-Aktivitäten teilzunehmen, können sich die Experten aus den Mitgliedstaaten in die Expertendatenbank aufnehmen lassen, die ihnen Zugang zur Expertenbörse gewährt.

 

Das Mandat

TAIEX ist das Instrument für Informationsaustausch und technische Unterstützung der Generaldirektion Erweiterung der Europäischen Kommmission. Ziel ist es, den neuen Mitgliedstaaten, Beitrittsländern, Kandidatenländern und den Regierungen des Westbalkans kurzfristige technische Hilfe zu bieten. Seit 2006 wird diese Hilfe auch für die Länder der Europäischen Nachbarschaftshilfe bereitgestellt. Die Unterstützung fördert die Umsetzung der gesamtpolitischen Ziele der Europäischen Union mit diesen Ländern.

 

Das Netzwerk der Nationalen Kontaktstellen

Das Netzwerk der nationalen Kontaktstellen (NCPs) besteht aus offiziell ernannten TAIEX-Kontaktstellen innerhalb der Regierungen der Mitgliedstaaten. Die Beamten sind mit der Überwachung der TAIEX-Aktivitäten betraut und dienen als Kontaktpersonen für Experten aus ihren Ländern, die an TAIEX-Aktivitäten teilnehmen. Darüber hinaus sind sie in den Mitgliedstaaten Ansprechpartner für die institutionellen Kontaktstellen (ICPs), die ihrerseits wiederum Anlaufstelle in jeder Institution und Agentur sind, die durch die Suche nach geeigneten Experten für TAIEX-Tätigkeiten Unterstützung bieten.

 

Leitfäden für die Teilnahme

Für die Teilnahme an TAIEX-Veranstaltungen stehen den Teilnehmern Leitfäden mit einschlägigen Informationen über die Bedingungen und Voraussetzungen für eine Teilnahme an den Veranstaltungen zur Verfügung.

 

Regionales Trainingsprogramm

Das Regionale Trainingsprogramm (RTP) bietet Regionalbehörden Unterstützung bei der Um- und Durchsetzung der EU-Gesetzgebung. Im Rahmen dieses Programms werden Beamte des öffentlichen Sektors zu RTP-Experten geschult und organisieren ihrerseits gemäß dem in ihren Behörden festgestellten Bedarf mit Hilfe der Experten aus den Mitgliedstaaten maßgeschneiderte Unterstützung.

 

Seminare/Workshops

Der Zweck der Seminare besteht darin, Aspekte des EU-Acquis einem breiteren Publikum darzulegen und Gesetzesfragen zu erläutern. Sie können themenorientiert sein, sich den Grundlagen des Acquis widmen oder eher praktisch ausgerichtet sein und sich mit den Infrastrukturen und der Durchsetzung des Acquis beschäftigen. Des Weiteren können sie sich den Bedürfnissen eines einzelnen Landes annehmen oder einer Gruppe von Ländern, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, und in einem Empfängerland oder Mitgliedstaat stattfinden.

 

Leitfäden für Redner

Diese Leitfäden richten sich an Redner und Experten, die an TAIEX-Veranstaltungen teilnehmen, und enthalten praktische Informationen zu Reisen, Unterbringung und Vergütung.

 

TAIEX-Aktivitätsberichte

TAIEX-Aktivitätsberichte werden jährlich erstellt und geben einen detaillierten Überblick über die TAIEX-Aktivitäten. Sie bieten eine Zusammenstellung der TAIEX-Operationen des vergangenen Jahres mit ausführlichen Statistikinformationen pro Sektor und Land und nach Ländergruppen. Die Berichte sind auch insofern vorausschauend, als sie einen Ausblick auf die TAIEX-Unterstützung für das folgende Jahr beinhalten.

Übersetzungen

TAIEX bietet Unterstützung und Orientierungshilfe für die Übersetzung des Acquis in die Amtssprachen der Länder, die an den Aktivitäten der GD Erweiterung teilhaben, insbesondere Beitritts- und Kandidatenländer. Diese Übersetzungen sollen rechtzeitig vor dem Beitritt dieser Länder zur EU fertiggestellt sein. Zusammenarbeit und Synergien werden zwischen diesen Ländern als auch mit den EU-Institutionen gefördert. Die Unterstützung umfasst die Einrichtung von Übersetzungs-Koordinierungseinheiten (TCUs), die Bereitstellung von Spezialsoftware und Ausbildung; Fortschrittsüberwachung und der Austausch von Fachwissen zwischen den Schlüsselpartnern. Darüber hinaus stellt die CCVista-Datenbank, in der die übersetzten Rechtsvorschriften gespeichert werden, eine nützliche Bezugsquelle für EU-Institutionen und alle betroffenen Parteien dar.

Letzte Aktualisierung: 25/03/2014 | Seitenanfang