Navigationsleiste

News feeds

Kernenergie

Stresstests

Stresstests weltweit

2011 und 2012 wurden alle Kernkraftwerke in der EU Stresstests und Peer Reviews unterzogen. Viele andere Länder haben ebenfalls umfassende nukleare Risiko- und Sicherheitsbewertungen nach dem Vorbild der EU-Stresstests durchgeführt. Zu diesen Ländern zählen die Schweiz und die Ukraine (die sich beide in vollem Umfang an den EU-Stresstests beteiligt haben), Armenien, die Türkei, Russland, Taiwan, Japan, Südkorea, Südafrika und Brasilien.

Die Europäische Kommission führt nun mit einigen dieser Länder wie z. B. Armenien und der Türkei Gespräche über etwaige Peer Reviews ihrer Stresstests.

KKW-Stresstests in Taiwan

7. November 2013. Laut Schlussfolgerung der EU-Peer Review herrschen in taiwanesischen Kernkraftwerken generell hohe Sicherheitsstandards, die mit modernen internationalen Praktiken im Einklang stehen. Weder der Betreiber noch die Regulierungsbehörde in Taiwan haben Sicherheitsmängel festgestellt, die ein sofortiges Abschalten von Kernkraftwerken notwendig machen würden.

Angesichts der Gefährdung Taiwans durch Naturkatastrophen wie Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche empfiehlt die EU-Peer Review allerdings nachdrücklich weitere Verbesserungen.

In der Peer Review, die von der Europäischen Kommission und der der Europäischen Gruppe der Regulierungsbehörden für nukleare Sicherheit (ENSREG) durchgeführt wurde, werden Maßnahmen zur Absicherung der Kraftwerke gegen schwere Erdbeben und Tsunamis angeraten wie beispielsweise der Bau höherer Schutzwände. Außerdem sollten bei der Abschätzung der Erdbeben- und Tsunamigefahr aktuellere Methoden und Daten herangezogen werden.

In Taiwan wird seit 1977 Strom in Kernkraftwerken erzeugt. Derzeit sind drei Kraftwerke am Netz und eines im Bau. Alle wurden den Stresstests und folglich auch der EU-Peer Review unterzogen.

Stresstest- und Peer-Review-Prozess

Am 26. April 2012 begrüßte die Europäische Kommission die Annahme des ENSREG-Stresstestberichts sowie die Übereinkunft, bestimmte Sicherheitsaspekte genauer zu prüfen und in den kommenden Monaten ein Follow-up vorzubereiten:

Am 24. November 2011 nahm die Europäische Kommission eine Mitteilung zu den ersten Ergebnissen der Stresstests an.

Hintergrund

Nach dem Nuklearunfall in Fukushima verständigten sich die Europäische Kommission und die Europäische Gruppe der Regulierungsbehörden für nukleare Sicherheit (ENSREG) am 25. Mai 2011 auf freiwillige Stresstests für die 143 Kernkraftwerkte in der EU. Diese Tests basierten auf einer einheitlichen Methode und betrafen sowohl Naturkatastrophen als auch durch den Menschen verursachte Gefahren wie Flugzeugabstürze und terroristische Anschläge. Die Bewertungen erfolgten durch unabhängige nationale Behörden und im Wege von „Peer Reviews“. Die Tests begannen am 1. Juni 2011.

Am 23. Juni 2011 einigten sich die Kommission und eine Reihe von Drittländern auf eine gemeinsame Erklärung:

WENRA-Vorschlag − Spezifikationen für die Stresstests

Die EU reagierte sofort und koordiniert auf den Unfall von Fukushima und ergriff die Initiative, weitere Möglichkeiten zur Verbesserung der Sicherheit kerntechnischer Anlagen zu ermitteln.

Am 25. März 2011 gelangten die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten zu dem Schluss, dass die Sicherheit aller kerntechnischen Anlagen in der EU überprüft werden sollte im Wege umfassender und transparenter Risiko- und Sicherheitsbewertungen, der so genannten „Stresstests“. Sie forderten die Kommission und ENSREG auf, den Umfang dieser Tests festzulegen und die Durchführungsmodalitäten auszuarbeiten in Abstimmung mit den und voller Einbeziehung der Mitgliedstaaten und dabei das vorhandene Fachwissen (insbesondere des Verbands der westeuropäischen Atomaufsichtsbehörden WENRA) umfassend zu nutzen.

Der WENRA ist ein Verband, dem Führungskräfte der Aufsichtsbehörden aus 16 EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz sowie anderer interessierter europäischer Länder als Beobachter angehören. Auf seiner Vollversammlung im März 2011 erarbeitete der WENRA die technischen Spezifikationen sowie ein erstes Konzept für das Verfahren und den Zeitplan der Stresstests aller kerntechnischen Anlagen in ganz Europa.

Mehr...