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Gas & Strom Binnenmarkt

Gasnetzkodizes und Leitlinien

Kapazitätszuweisungsmechanismus

Am 14. Oktober 2013 verabschiedete die Kommission den ersten EU-weiten Netzkodex über Mechanismen für die Kapazitätszuweisung in Gasfernleitungsnetzen. Ziel ist eine effizientere Kapazitätszuweisung an den Kopplungspunkten zwischen Europas Hochdruck-Gasleitungsnetzen, um den Handel mit Gas und die Entstehung reibungslos funktionierender Gasgroßhandelsmärkte in der EU zu fördern.

Nach dem Netzkodex erfolgt die Zuweisung von Kapazität im Wege von Auktionen, die an allen Kopplungspunkten identisch sind. Auf diese Weise wird transparent und fair für den Zugang Dritter gesorgt. Die Auktionen werden gleichzeitig, nach denselben Regeln und für dieselben Produkte durchgeführt, so dass interessierte Netznutzer in Europa diskriminierungsfrei Zugang zu Gasfernleitungen erwerben können. Um das Zuweisungsverfahren zu erleichtern, werden Online-Buchungsplattformen eingerichtet. Außerdem werden die Kapazitätsprodukte gebündelt angeboten. So wird die Gefahr umgangen, dass Kapazitätsrechte nur für eine Seite des Kopplungspunktes erworben werden können.

Der Netzkodex gilt ab dem 1. November 2015.

Verfahren für das Engpassmanagement

Die Europäische Kommission hat am 24. August 2012 Regeln zur Vermeidung von Engpässen in den europäischen Gasfernleitungen angenommen. Durch diese Regeln wird der Anhang zur Erdgasverordnung (EG) Nr. 715/2009 geändert.

Energieunternehmen, die diese Leitungen für den Transport ihres Erdgases benutzen, nehmen oftmals nur einen geringen Teil der von ihnen reservierten Kapazität tatsächlich in Anspruch, was andere an einer effizienten Nutzung der Leitungen hindert.

Die neuen Regeln gewährleisten, dass Unternehmen von der reservierten Kapazität weitaus effizienter Gebrauch machen. Falls sie zugewiesene Kapazitäten nicht weitgehend nutzen, laufen sie gemäß dem Grundsatz des Verfalls bei Nichtnutzung („use it or lose it“) Gefahr, dass ihnen diese wieder entzogen und anderweitig am Markt angeboten wird.

Die Netzbetreiber erhalten ferner Anreize, mehr Kapazität am Markt anzubieten, als durch die vorhandenen Leitungen zur Verfügung steht.

Engpässe in den Gasleitungen sind seit Langem ein Hindernis für einen reibungslos funktionierenden, offenen und integrierten Erdgasmarkt. Die neuen Regeln dürften diesbezüglich zu erheblichen Verbesserungen führen und eine effizientere Nutzung der vorhandenen Gasleitungen gewährleisten.

Erdgasausgleich

On 26 March 2014, the Commission adopted the second EU-wide gas Network Code on Gas Balancing of Transmission Networks (BAL). The Network Code BAL aims at fostering the short term gas markets and providing price signals as well as contributing to the development of a competitive and efficient gas wholesale market in the EU.

The Network Code BAL requires the establishment and development of balancing regimes which are based on the short term gas markets and thereby creating an economically efficient system by which gas transmission networks are balanced. It increases the financial responsibility of market players in balancing their portfolio within an Entry-Exit system, equipping them both with standardised short-term products and an information framework to do so.

It furthermore establishes the right for market players to transfer gas between two portfolios within an Entry-Exit system at the so called Virtual Trading Point through trade notifications. The overall principle is the so-called daily balancing allowing flexibility for market players to come to an end-of-day balance with possibilities for transmission system operators to implement within-day obligations only according to certain criteria based on specific system requirements. Sufficient liquidity of the short term gas market within and Entry-Exit system is a pre-requisite for a market-based balancing regime, where it is absent the Network Code foresees the possibility to implement interim measures.

The Network Code will apply from 1 October 2015.

Interoperabilität

Die Rahmenleitlinien über Interoperabilitätsregeln für die europäischen Gasfernleitungsnetze zielen darauf ab, die Interoperabilität der Gasnetze in der EU zu verbessern. Die ACER hat ein Papier mit detaillierten Angaben dazu vorgelegt, welchem Ansatz operationelle/technische Rahmenleitlinien folgen sollten und welche Aspekte wie ausführlich durch diese Rahmenleitlinien abgedeckt werden sollten.

Ein weiteres Ziel ist, einen klaren Bezug zwischen der Interoperabilität und den anderen Gesichtspunkten herzustellen, die auch Gegenstand der zu entwickelnden Rahmenleitlinien und Netzkodizes sind. Die Zusammenhänge müssen im Interesse einer gezielten Diskussion während der Ausarbeitung der Leitlinien frühzeitig geklärt werden.

Tarife

Mit Blick auf die Ausarbeitung von Rahmenleitlinien hat der Rat der europäischen Energieregulierer (CEER) damit begonnen, sich mit Tariffragen zu befassen. Zunächst haben die europäischen Energieregulierer die wichtigsten Tariffragen im Kontext der Umsetzung des dritten Pakets ermittelt. Dazu wurden die nationalen Vorgehensweisen analysiert, um konkrete Strategien für die verschiedenen Fragen zu erarbeiten.

Im September 2011 übernahm die ACER auf dem 20. Madrider Forum die Arbeit und wird sich mit den Beteiligten über Gegenstand und Reichweite einer Tarif-Rahmenleitlinie beraten. Sie wird das Ergebnis der Beratungen und einen ersten Entwurf der Rahmenleitlinie voraussichtlich auf einem der nächsten Madrider Foren vorlegen.

In der THINK!-Studie „EU involvement in electricity and natural gas grid tarification“ wird der notwendige Umfang der Mitwirkung der EU an der Netztarifierung untersucht.