Worum geht es?

 
Nach dem ersten Grundsatz der europäischen Säule sozialer Rechte hat jede Person das Recht auf allgemeine und berufliche Bildung und lebenslanges Lernen von hoher Qualität und in inklusiver Form, damit sie Kompetenzen bewahren und erwerben kann, die es ihr ermöglichen, umfassend am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und Übergänge auf dem Arbeitsmarkt erfolgreich zu bewältigen.
 
Auf dem 2017 in Göteborg abgehaltenen Sozialgipfel erörterten die europäischen Staats- und Regierungschefs Wege zur vollständigen Ausschöpfung des Potenzials von Bildung und Kultur als Motor für Beschäftigung, Wirtschaftswachstum und soziale Gerechtigkeit sowie als Möglichkeit, die europäische Identität in ihrer ganzen Vielfalt zu erfahren. Die Mitteilung der Europäischen Kommission „Stärkung der europäischen Identität durch Bildung und Kultur“ diente als Anregung für ihre Diskussion. 
 
Der Europäische Rat rief die EU-Länder, den Rat und die Kommission in seinen Schlussfolgerungen vom Dezember 2017 dazu auf, die in Göteborg erörterte Agenda voranzubringen.
 
Im Januar 2018 nahm die Europäische Kommission drei Vorschläge zur Förderung des Aufbaus integrativer Gesellschaften durch Bildung und Kultur an, und zwar
In der vorgeschlagenen Empfehlung zu Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes Lernen werden die Fähigkeiten definiert, die Unionsbürger/innen für persönliche Entfaltung und Entwicklung, Beschäftigung, soziale Eingliederung und aktive Bürgerschaft benötigen. Die EU-Mitgliedstaaten werden darin aufgefordert, dafür zu sorgen, dass ihre Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung den Menschen diese Kompetenzen vermitteln können.
 
Die vorgeschlagene Empfehlung über gemeinsame Werte, inklusive Bildung und die europäische Dimension von Unterricht und Lehre sollen den EU-Mitgliedstaaten helfen, gemeinsame Werte als Vektoren für Zusammenhalt und Inklusion zu fördern, die Umsetzung partizipatorischer Lernumgebungen auf allen Ebenen der Bildung zu unterstützen, die Ausbildung von Lehrern auf dem Gebiet der Bürgerschaft und der Vielfalt zu verbessern sowie die Medienkompetenz und die Fähigkeit zu kritischem Denken aller Lernenden auszubauen, insbesondere in Anbetracht der Zunahme von Populismus, Fremdenfeindlichkeit, spalterischem Nationalismus, Diskriminierung und mit erhöhter Gewaltbereitschaft einhergehender Radikalisierung. 

Wie wird dies erreicht?

Die politische Zusammenarbeit auf europäischer Ebene und EU-Finanzierungsprogramme wie Erasmus+ tragen zur Förderung einer inklusiven Bildung bei.

Wie im Gemeinsamen Bericht des Rates und der Kommission von 2015 über die Umsetzung des strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung (ET 2020) dargelegt, umfasst die EU-Strategie in diesen Bereichen „integrative Bildung, Gleichstellung, Gerechtigkeit, Nichtdiskriminierung und Förderung von Bürgerkompetenz“ als einen Schwerpunktbereich für die europäische Zusammenarbeit in der allgemeinen und beruflichen Bildung. 

Die Kommission hat in diesem Bereich ein breites Spektrum von Maßnahmen durchgeführt, beispielsweise

  •  die Einsetzung einer Sachverständigengruppe zur Förderung von Unionsbürgerschaft und gemeinsamen Werten, die ein Online-Kompendium bewährter Verfahren in diesen Bereichen bereitgestellt hat, 
  •  den Anzeiger für die allgemeine und berufliche Bildung 2017‚ der Belege für die Rolle der Bildung bei der Bekämpfung von Ungleichheiten und der Förderung sozialer Inklusion erbrachte,
  •  die Organisation einer „Vorbilder“-Initiative von Personen, die sich an Aktivitäten zur Förderung sozialer Inklusion und zur Verhinderung von Ausgrenzung und gewaltaffiner Radikalisierung unter jungen Menschen beteiligen, 
  •  ein Instrumentarium zur Prävention von Radikalisierung und Gewaltbereitschaft für Pädagogen, Sozialarbeiter usw., die mit von Marginalisierung bedrohten jungen Menschen umgehen; 
  •  ein Europäischer Preis für soziale Inklusion durch Sport und 
  •  die jährliche Bereitstellung von Mitteln über Erasmus+ für die Entwicklung innovativer Strategien und Verfahren an der Basis mit Schwerpunkt auf sozialer Inklusion.

Nächste Schritte

Die Kommission unterstützt außerdem folgende Maßnahmen:
  • die Weiterentwicklung des Europäischen Instrumentariums für Schulen, einer neuen Online-Plattform für Schulen und Lehrkräfte mit Beispielen bewährter Methoden und Lehrmaterial zur Einführung kooperativer Ansätze in Schulen und zur Verbesserung der Inklusion und der Erfolgsaussichten für alle,
  • den Ausbau der eTwinning-Plattform, auf der Lehrkräfte sich EU-weit vernetzen und im Rahmen von Erasmus+ an Fortbildungen zur staatsbürgerlichen Erziehung teilnehmen können,
  • Anreize für Hochschuleinrichtungen zur Vergabe von Leistungspunkten für Freiwilligentätigkeiten und zur Entwicklung von Lehrplänen, die akademische Inhalte mit zivilem Engagement verbinden,
  • die Verwirklichung des Europäischen Solidaritätskorps, einer neuen Initiative der Europäischen Union, die jungen Menschen die Möglichkeit bietet, in ihrem Heimatland oder im Ausland an Freiwilligen- und Beschäftigungsprojekten teilzunehmen, die Gemeinschaften und Menschen in ganz Europa zugutekommen,
  • die Entwicklung und Realisierung einer neuen Erasmus+-Initiative für virtuellen Austausch, die jungen Menschen in Europa und der südlichen Mittelmeerregion den Meinungs- und Ideenaustausch im Rahmen praxisgerechter Web-Konferenzen ermöglicht, wobei ihr Bewusstsein für interkulturelles Verständnis und Toleranz geschärft wird.