Welche Rolle spielt die EU bei der Förderung von Sprachen?

Die Förderung des Sprachenlernens und der sprachlichen Vielfalt in Europa sowie die Verbesserung grundlegender sprachlicher Fertigkeiten sind der Europäischen Kommission ein sehr wichtiges Anliegen.

Sie arbeitet gemeinsam mit den Regierungen der EU-Länder auf ein ehrgeiziges Ziel hin: die Bürgerinnen und Bürger sollen neben ihrer Muttersprache zwei Fremdsprachen sprechen. Dieses sogenannte Barcelona-Zielpdf haben die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder 2002 vereinbart. 

Die 2008 vorgelegte Mitteilung „Mehrsprachigkeit: Trumpfkarte Europas, aber auch gemeinsame Verpflichtung“ gibt eine Übersicht der Tätigkeiten der Kommission auf diesem Gebiet. Prioritäten:

  • Unterstützung der EU-Länder bei der Entwicklung neuer Lehr- und Lernwerkzeuge, um bessere Sprachkenntnisse bei Schulabgängern sicherzustellen

  • Erhebung von Daten zur Beobachtung der Fortschritte beim Lehren und Lernen von Sprachen mit dem Ziel, die Beherrschung von mehr als einer Sprache als Möglichkeit zur Verbesserung der Berufsaussichten und der Mobilitätsperspektiven in der EU zu fördern

  • Belohnung von Innovation beim Lehren und Lernen von Sprachen

Warum ist das notwendig?

Das Streben der Europäischen Union nach Einheit in der Vielfalt ist einer der Eckpfeiler des europäischen Aufbauwerks. Dies findet in der harmonischen Koexistenz zahlreicher Sprachen in Europa deutlichen Ausdruck. Sprachen können als Brücke zu anderen Menschen dienen, sie öffnen uns den Zugang zu anderen Ländern und Kulturen und fördern somit das gegenseitige Verständnis.

Fremdsprachenkenntnisse gewinnen für die Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen und als Rüstzeug für eine Berufstätigkeit im Ausland zunehmend an Bedeutung. Sie sind auch ein Faktor der Wettbewerbsfähigkeit: wegen schlechter Sprachkenntnisse entgehen vielen Unternehmen Aufträge, und für Arbeitnehmer sind sie ein Hindernis bei der Aufnahme einer Beschäftigung im Ausland.

Dennoch beenden weiterhin viele EU-Bürgerinnen und ‑Bürger ihre Schulbildung ohne brauchbare Fremdsprachenkenntnis – Grund genug, auf eine Verbesserung des Sprachenlehrens und -lernens hinzuarbeiten.

Aktuelle Maßnahmen

Die Kommission begegnet dieser Problematik durch

Die Kommission unterstützt diese Tätigkeiten durch

Und schließlich eröffnet das Programm Erasmus+ jungen Menschen neue Möglichkeiten zur Verfeinerung ihrer Sprachkenntnisse im Rahmen von Aus- und Fortbildungsmaßnahmen im Ausland.