Worum geht es?

Durch die Programme Erasmus+ und Horizont 2020 unterstützt die EU internationale Austauschprogramme für Studierende, Dozenten und Forscher/-innen sowie die strukturierte Zusammenarbeit zwischen Hochschuleinrichtungen und Behörden in verschiedenen Ländern. Damit sollen in der Hochschulbildung neue Gelegenheiten für das gegenseitige Lernen über nationale Grenzen hinweg und für die Zusammenarbeit an gemeinsamen Projekten eröffnet werden, um so bewährte Lehr- und Lernmethoden weiterzuentwickeln, exzellente Forschung zu betreiben und Innovation zu fördern.

Wozu ist das notwendig?

Die Hochschulbildung mit ihren Querverbindungen zu Forschung und Innovation spielt eine entscheidende Rolle für die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung, aber auch wenn es darum geht, hochqualifiziertes Humankapital sowie kompetente Bürgerinnen und Bürger heranzubilden, die Europa braucht, um Arbeitsplätze zu schaffen, Wirtschaftswachstum zu erzielen und den Wohlstand zu sichern.

Somit sind Hochschuleinrichtungen überaus wichtige Partner bei der Umsetzung der EU-Strategie zur Förderung und Aufrechterhaltung des Wachstums. Die Strategie Europa 2020 enthält u. a. die Zielsetzung, dass im Jahr 2020 40 % der jungen Europäerinnen und Europäer über einen Hochschulabschluss verfügen sollen.

Die Zuständigkeit für die Organisation und Vermittlung der Hochschulbildung in den einzelnen EU-Ländern liegt weiterhin bei den jeweiligen nationalen Behörden. Die Maßnahmen der EU sollen Studium, Lehre, Forschung und Entscheidungsfindung in der Hochschulbildung um eine zusätzliche internationale Dimension bereichern.

Was tut die Kommission?

Im Einklang mit ihrer Strategie „Allgemeine und berufliche Bildung 2020“ (ET2020) arbeitet die Kommission eng mit den politischen Entscheidungsträgern zusammen, um sie bei der Entwicklung der Hochschulpolitik in den einzelnen EU-Ländern zu unterstützen. Die im Mai 2017 von der Kommission angenommene erneuerte europäische Agenda für die Hochschulbildung sieht vier wesentliche Zielsetzungen für die europäische Zusammenarbeit im Bereich der Hochschulbildung vor:

  1. Vermeidung künftiger Missverhältnisse zwischen Kompetenznachfrage und -angebot sowie Förderung herausragender Leistungen bei der Kompetenzentwicklung
  2. Schaffung inklusiver und vernetzter Hochschulsysteme
  3. Einbindung von Hochschuleinrichtungen in die Innovationsförderung
  4. Förderung effektiver und effizienter Hochschulsysteme.

Dazu schlägt die Kommission für jede dieser Zielsetzungen spezifische Maßnahmen auf EU-Ebene vor, die sich in erster Linie auf die verschiedenen Komponenten der Programme Erasmus+ und Horizont 2020 stützen.

Um sicherzustellen, dass diese Ziele tatsächlich erreicht werden, entwickelt und unterstützt die Kommission Instrumente zur Förderung der Mobilität (wie das ECTS und den Diplomzusatz), der Anerkennung von Kompetenzen und Qualifikationen sowie besserer Information über die Hochschulbildung in Europa.

Ferner unterstützt die Kommission den Bologna-Prozess, der – mit Blick auf die Schaffung eines Europäischen Hochschulraums – die Hochschulreform fördern soll. Auch fördert sie im Rahmen der ET2020-Hochschularbeitsgruppe den Austausch bewährter Verfahren zwischen verschiedenen Ländern.

Bisherige Maßnahmen

Bei der Entwicklung der erneuerten europäischen Agenda für die Hochschulbildung wurden die Ergebnisse der 2016 durchgeführten öffentlichen Konsultation berücksichtigt.

Sie aktualisiert und ersetzt die Agenda für die Modernisierung von Europas Hochschulsystemen, die die Kommission 2011 angenommen hat.

Die Kommission unterstützt die Umsetzung der europäischen Erneuerungsagenda für die Hochschulbildung durch Studien zur Verbesserung der Faktengrundlage, den Austausch bewährter Verfahren und die Bereitstellung von Finanzierungsinstrumenten wie dem Programm Erasmus+, Horizont 2020 und den Europäischen Struktur- und Investitionsfonds.

Im Rahmen des Europäischen Semesters gibt die Kommission den einzelnen Mitgliedstaaten auch länderspezifische Empfehlungen, die sich auf Aspekte der Hochschulbildung beziehen können.