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Januar092014

EU-Mobilitätsanzeiger: Verbesserungsbedarf bei der Förderung von Studien- und Ausbildungsaufenthalten im Ausland

Deutschland, Belgien, Spanien, Frankreich und Italien haben die besten öffentlichen Unterstützungs- und Beratungssysteme für Studierende, die einen Studien- oder Ausbildungsaufenthalt im Ausland ins Auge fassen. Zu diesem Ergebnis kommt der erste „Mobilitätsanzeiger“ der EU.

 

Der Anzeiger ist eine der Maßnahmen, mit denen die Europäische Kommission der Aufforderung der Mitgliedstaaten1 nachkommt, Hindernisse für Studien- und Ausbildungsaufenthalte im Ausland aus dem Weg zu räumen und damit jungen Menschen zu helfen, die Kompetenzen und Erfahrungen zu erwerben, die sie brauchen, um ihre Beschäftigungschancen zu verbessern.

Die EU-Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend, Androulla Vassiliou, erklärte dazu: „Studien- und Ausbildungsaufenthalte im Ausland sind eine hervorragende Möglichkeit, wertvolle Kompetenzen und Erfahrungen zu erwerben. Deshalb hat die EU die Mittel für Mobilitätsmaßnahmen im Rahmen des neuen Programms Erasmus+ erheblich aufgestockt. Dank des Mobilitätsanzeigers können wir erstmals feststellen, wie gut die einzelnen Länder darin sind, ein positives Umfeld für die Lernmobilität zu schaffen, und wo sie noch mehr tun könnten.

Im Mobilitätsanzeiger werden fünf Schlüsselfaktoren unter die Lupe genommen, die die Motivation und die Möglichkeiten junger Menschen für einen Studien- oder Ausbildungsaufenthalt im Ausland beeinflussen. Das Ergebnis zeigt, dass diese Faktoren sich von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat sehr unterschiedlich darstellen und kein einziges Land bei allen Elementen seiner „Mobilitätsumgebung“ Spitzenresultate erzielt.

Wichtigste Ergebnisse

  • Informationen und Orientierungshilfe zu Mobilitätsmöglichkeiten: Deutschland, Belgien, Spanien, Frankreich und Italien bieten hier die umfassendste Unterstützung. Am wenigsten entwickelt sind die betreffenden Angebote in Bulgarien, Griechenland, Slowenien und Zypern.
  • Übertragbarkeit von Stipendien und Darlehen, d. h. die Möglichkeit, staatliche Darlehen und Stipendien in einem anderen Land zu denselben Bedingungen zu erhalten wie bei einer Ausbildung oder einem Studium im Heimatland. Stipendien und Darlehen sind übertragbar in der Flämischen und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, in Zypern, Luxemburg, Slowenien, Finnland und Schweden. Am restriktivsten sind die Fördersysteme in diesem Punkt im französischsprachigen Teil Belgiens, in Bulgarien, der Tschechischen Republik, Griechenland, Kroatien, Litauen, Rumänien und der Slowakei.
  • Fremdsprachenkenntnisse: Sie sind häufig ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung über einen Auslandsaufenthalt. Den größten Wert auf das Sprachenlernen in der Schule legen Zypern, Luxemburg und die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens. In Irland und, innerhalb des Vereinigten Königreichs, in Schottland gibt es hingegen überhaupt keine Pflicht-Fremdsprache in der Schule.
  • Anerkennung von Studienleistungen im Ausland (Nutzung von ECTS und Diplomzusatz): Deutschland, Belgien und Spanien unternehmen erhebliche Anstrengungen, um den Einsatz europäischer Instrumente – des Europäischen Systems zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen ECTS und des Diplomzusatzes – zu beobachten, die Studierenden helfen, ihre Auslandsstudien anerkennen zu lassen. Die meisten Länder widmen dieser Frage indessen relativ wenig Aufmerksamkeit.
  • Unterstützung benachteiligter Lernender: Die Flämische Gemeinschaft Belgiens, Deutschland, Italien und Österreich stechen hervor, da sie sowohl ein gut entwickeltes finanzielles Fördersystem für benachteiligte Lernende haben, die einen Studien- oder Ausbildungsaufenthalt im Ausland absolvieren möchten, als auch Systeme zur Beobachtung der Mobilität je nach sozialer Herkunft.