Das Programm Jean Monnet zum Verständnis der europäischen Integration
Das Jean-Monnet-Programm setzt Impulse für Lehre, Forschung und Reflexion zur europäischen Integration an Hochschuleinrichtungen weltweit.
Als Teil des EU-Programms für lebenslanges Lernen fördert Jean Monnet drei Schwerpunktaktivitäten:
- Die Jean-Monnet-Aktion zur Förderung von Hochschullehre und Forschungsprojekten zur europäischen Integration umfasst die Einrichtung von Jean-Monnet-Lehrstühlen, Exzellenzzentren und Kursmodulen, Informations- und Forschungsaktivitäten sowie die Förderung wissenschaftlicher Verbände von Hochschullehrern und Forschern, die sich mit dem Thema europäische Integration befassen.
Jean-Monnet-Projekte werden nach Peer-Review-Prüfung durch unabhängige Fachkollegen aufgrund ihrer wissenschaftlichen Bedeutung ausgewählt. Die Projekte werden unter strikter Einhaltung des Grundsatzes der Freiheit von Wissenschaft und Lehre durchgeführt.
Das Jean-Monnet-Programm wurde 1989 zum ersten Mal aufgelegt und ist mit seinen Projekten gegenwärtig in 72 Ländern und fünf Kontinenten vertreten. Im Zeitraum von 1990 bis 2011 wurden mithilfe des Programms 162 Jean-Monnet-Spitzenforschungszentren, 875 Jean-Monnet-Lehrstühle und 1 101 Jean-Monnet-Lehrmodule eingerichtet. Die Projekte, an denen 1 500 Hochschullehrer teilnehmen, erreichen jedes Jahr 500 000 Studenten.
- Unterstützung für sechs spezifische akademische Einrichtungen: das Europakolleg mit Campus in Brügge und Natolin (Polen), das Europäische Hochschulinstitut, das Europäische Institut für öffentliche Verwaltung, die Europäische Rechtsakademie, das Internationale Zentrum für europäische Bildung und die Europäische Agentur für Entwicklungen in der Sonderpädagogischen Förderung.
- Unterstützung für europaweit tätige Verbände der allgemeinen und beruflichen Bildung, die in mindestens 12 Mitgliedstaaten vertreten sind. Für die Auswahl dieser Verbände ergeht jedes Jahr ein gesonderter Aufruf zur Einreichung von Vorschlägen.
Politische Reflexion auf hohem Niveau
Das Jean-Monnet-Programm hat eine ständige wissenschaftliche Debatte über politische Themen der europäischen Integration ins Leben gerufen, einschließlich der Rolle der EU im Dialog zwischen Menschen und Kulturen.
Die Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission organisiert diese Debatte durch:
- Jean-Monnet-Konferenzen um politische Entscheidungsträger an der wissenschaftlichen Debatte teilhaben zu lassen, den Austausch zwischen der Wissenschaftsgemeinschaft, Politikgestaltern und der Zivilgesellschaft zu fördern und um neue Denkansätze zu politischen Themen anzuregen;
- Thematische Gruppen mit einer Auswahl von Jean-Monnet-Dozenten und anderen Intellektuellen, um zentrale politische Themen mit Vertretern der Europäischen Kommission und Mitgliedern des Europäischen Parlaments zu diskutieren;
- Politische Förderung des interkulturellen Dialogs: die Jean-Monnet-Dienststelle der Europäischen Kommission unterstützt die Arbeit der „Hochrangigen Beratergruppe für den Dialog zwischen den Völkern und Kulturen im Europa-Mittelmeer-Raum“.