Validierung nicht formalen und informellen Lernens
Lernprozesse, die sich innerhalb der formalen Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung vollziehen, sind nach wie vor die augenfälligsten und erfahren in der Regel noch immer die größte Anerkennung auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft insgesamt. In den letzten Jahren hat sich jedoch verstärkt die Einsicht in die Bedeutung des Lernens in nicht formalen und informellen Zusammenhängen durchgesetzt. Benötigt werden neue Ansätze zur Identifizierung und Validierung dieser "unsichtbaren" Lernerfahrungen.
Allerdings können sich die Definition und das Verständnis der Begriffe "formales", "nicht formales" und "informelles Lernen" innerhalb der Mitgliedstaaten unterscheiden. Auf europäischer Ebene gelten folgende Definitionen:
- Formales Lernen findet üblicherweise an Einrichtungen der allgemeinen oder beruflichen Bildung statt und weist strukturierte Lernziele, Lernzeiten und Lernförderung auf. Aus Sicht des Lernenden ist es zielgerichtet und führt zur Zertifizierung.
- Nicht formales Lernen findet nicht an einer Einrichtung der allgemeinen oder beruflichen Bildung statt und führt üblicherweise nicht zur Zertifizierung. Es ist jedoch intentional aus Sicht des Lernenden und weist strukturierte Lernziele, Lernzeiten und Lernförderung auf.
- Informelles Lernen findet im Alltag, am Arbeitsplatz, im Familienkreis oder in der Freizeit statt. Es ist nicht strukturiert und führt normalerweise nicht zur Zertifizierung. Es ist in den meisten Fällen nicht intentional aus Sicht des Lernenden.
Über die formale allgemeine und berufliche Bildung hinaus
Die Validierung nicht formalen oder informellen Lernens ist ein wichtiges Element bei den Maßnahmen der EU zur Unterstützung der allgemeinen und beruflichen Bildung, wenngleich die Länder bei der Unterstützung einer derartigen Validierung unterschiedlich weit fortgeschritten sind. Während einige schon umfassende Systeme vorweisen können, stehen andere noch ganz am Anfang der Entwicklungin diesem Bereich.
Auf europäischer Ebene wurde bereits eine Reihe von Schritten unternommen. 2009 legte Cedefop, Referenzzentrum der Europäischen Union für berufliche Bildung, die "Europäischen Leitlinien für die Validierung nicht formalen und informellen Lernens". Auf der Grundlage der 2004 vom Rat angenommenen gemeinsamen Grundsätze sowie der durch den Cluster über die Anerkennung von Lernergebnissen (jetzt Learning Outcomes Group) geleisteten Arbeit stellen die Leitlinien ein Instrument zur Unterstützung der Validierungsverfahren dar.
Die Europäische Kommission und Cedefop, haben auch eine Bestandsaufnahme über die Validierung nicht formalen und informellen Lernens vorgenommen, einschließlich einer ausführlichen Erhebung zu den Entwicklungen in den einzelnen Ländern Europas.
Von der Umsetzung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) und der Entwicklung nationaler Qualifikationsrahmen erwartet man eine Förderung der Validierung nicht formalen und informellen Lernens in Europa.
Weitere Informationen
- Rechtstext: : Schlussfolgerungen des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten zu gemeinsamen europäischen Grundsätzen für die Ermittlung und Validierung von nicht formalen und informellen Lernprozessen (Mai 2004)









