Das Europäische Leistungspunktesystem für die Berufsbildung (ECVET)
Ziel des Systems ist die Vereinfachung der Validierung, Anerkennung und Akkumulierung von beruflichen Fertigkeiten und Kenntnissen, die während eines Aufenthalts in einem anderen Land oder in unterschiedlichen Lernsituationen erworben wurden. Es soll gewährleisten, dass diese Lernerfahrungen zu den beruflichen Qualifikationen beitragen.
ECVET dient der Verbesserung der Kompatibilität zwischen den verschiedenen europäischen Berufsbildungssystemen und ihren Qualifikationen.
Bis 2012 soll ein technischer Rahmen geschaffen werden, der Qualifikationen durch Einheiten von Lernergebnissen beschreibt sowie Verfahren für Bewertung, Übertragung, Akkumulation und Anerkennung von Qualifikationen liefert.
Jede dieser Einheiten wird eine bestimmte Zahl von ECVET-Leistungspunkten auf der Grundlage gemeinsamer Standards zugewiesen. 60 ECVET-Punkte werden z. B. für die während einer einjährigen beruflichen Vollzeitausbildung erzielten Lernergebnisse angerechnet.
Flexibilität
Die individuellen Lernergebnisse werden bewertet und validiert, damit Leistungspunkte zwischen Qualifikationssystemen oder zwischen Lernabschnitten übertragen werden können.
Bei diesem Ansatz können Lernende die für eine bestimmte Qualifikation erforderlichen Lernergebnisse im Laufe der Zeit in verschiedenen Ländern und in unterschiedlichen Lernsituationen akkumulieren.
Das System ermöglicht außerdem die Entwicklung gemeinsamer Referenzen für berufliche Qualifikationen und ist voll kompatibel mit dem Europäischen System zur Übertragung und Akkumulierung von Studienleistungen (ECTS).
Die Entwicklung in Europa
Die Europäische Kommission arbeitet einen ECVET-Benutzerleitfaden aus und richtet eine europäische ECVET-Nutzergruppe sowie ein europäisches ECVET-Netzwerk ein.Die Mitgliedstaaten sollten gewährleisten, dass alle relevanten Qualifikationen und „Europass“-Dokumente, die von nationalen oder regionalen Behörden ausgestellt werden, klare Informationen zur Nutzung des ECVET-Systems beinhalten.
Eine Reihe von Projekten zur Entwicklung und Förderung von ECVET werden für verschiedene Branchen (darunter automobile Dienstleistungen, Chemie, Tourismus, internationaler Handel) entwickelt und durch das EU-Programm für berufliche Bildung „Leonardo da Vinci“ finanziert.
Weitere Informationen zu laufenden ECVET-Projekten finden Sie auf der Website der ECVET-Pilotprojekte und in den ECVET-Projektberichten.
Hintergrund
Die Entwicklung des ECVET-Systems begann im Jahr 2002, nachdem der Kopenhagen-Prozess die Notwendigkeit eines Systems zur Übertragung von Leistungspunkten für die Berufsbildung betont hatte. Die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament haben im Juni 2009 den Rechtsvorschriften schließlich zugestimmt.
Weitere Informationen
- Die Grundprinzipien von ECVET werden in diesem Infoblatt zusammenfassend dargestellt.
- Ausführlichere Anleitungen, Antworten auf häufig gestellte Fragen und Beispiele für bewährte Verfahren finden Sie in der Broschüre „ECVET besser kennenlernen – Fragen und Antworten“
.
- Im November 2009 fand in Brüssel eine Konferenz zur Umsetzung des ECVET statt. Hier finden Sie Materialien zur Konferenz.
- Rechtstext: Einrichtung des Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET)
Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates (Juni 2009)




















- Einrichtung des Europäischen Leistungspunktesystems für die Berufsbildung (ECVET)
Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates - Juni 2009 (Broschüre)
- Öffentliche Konsultation zu ECVET (2006-2007)