Strategischer Rahmen allgemeine und berufliche Bildung
Wichtige Impulse hat die allgemeine und berufliche Bildungspolitik der EU durch die Annahme der Lissabon-Strategie, des übergreifenden Programms der EU mit Schwerpunkt Wachstum und Beschäftigung, im Jahr 2000 erhalten. Die Strategie erkennt an, dass Wissen und die davon ausgehende Innovation die wichtigsten Vorteile der EU sind, insbesondere angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbs.
Die EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission stärkten die Zusammenarbeit 2009 durch die Annahme des Strategischen Rahmen für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung ("ET 2020"), einer Fortsetzung des 2001 aufgelegten Arbeitsprogramms „Allgemeine und berufliche Bildung 2010“.
Der Ansatz erkennt an, dass eine hochwertige Vorschul-, Primarschul-, Sekundarschul-, Hochschul- und Berufsbildung das Fundament für Europas Erfolg ist. Allerdings muss in einer sich rasch wandelnden Welt auch dem lebenslangen Lernen ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt werden, denn es ist der Schüssel zu Beschäftigung, wirtschaftlichem Erfolg und umfassender gesellschaftlicher Teilhabe.
Da jeder EU-Mitgliedstaat für sein allgemeines und berufliches Bildungssystem selbst zuständig ist, sind politische Strategien auf europäischer Ebene so konzipiert, dass sie nationale Maßnahmen unterstützen und bei der Bewältigung gemeinsamer Herausforderungen helfen, wie etwa: alternde Gesellschaft, Qualifikationsdefizite bei den Arbeitskräften und globaler Wettbewerb. Diese Bereiche verlangen gemeinsame Antworten, und alle Mitgliedstaaten können vom Erfahrungsaustausch profitieren.
Ziele
Die langfristigen strategischen Ziele der allgemeinen und beruflichen Bildungspolitik der EU sind:
- Verwirklichung von lebenslangem Lernen und Mobilität;
- Verbesserung der Qualität und Effizienz der allgemeinen und beruflichen Bildung;
- Förderung der Gerechtigkeit, des sozialen Zusammenhalts und des aktiven Bürgersinns;
- Förderung von Innovation und Kreativität – einschließlich unternehmerischen Denkens – auf allen Ebenen der allgemeinen und beruflichen Bildung
Aktivitäten
Basierend auf diesen Gesamtzielen werden Aktivitäten auf EU-Ebene entwickelt, um auf prioritäre Bereiche der einzelnen Stufen der allgemeinen und beruflichen Bildung einzugehen: Vorschule, Schule und Hochschule, berufliche Aus- und Weiterbildung, Erwachsenenbildung.
Hierzu zählen beispielsweise die Erweiterung der Möglichkeiten zur Mobilität von Lernenden oder die Verstärkung von Partnerschaften zwischen Einrichtungen der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Gesellschaft.
Andere Maßnahmen sind für alle Stufen des Bildungswesens relevant, wie etwa Förderung der Mehrsprachigkeit, Innovation, Kreativität und Einführung von IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie).
Bis 2020 sollen folgende Benchmarks erreicht werden:
- Mindestens 95 % der Kinder im Alter zwischen vier Jahren und dem gesetzlichen Einschulungsalter sollen in den Genuss einer Vorschulbildung kommen.
- Der Anteil der 15-Jährigen mit schlechten Leistungen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften unter 15 % liegen.
- Der Anteil frühzeitiger Schul- und Ausbildungsabgänger soll weniger als 10 % betragen.
- Mindestens 40 % der 30- bis 34-Jährigen sollen einen Hochschulabschluss8 besitzen.
- Durchschnittlich mindestens 15 % der Erwachsenen (25-64jährige) sollen am lebenslangen Lernen teilnehmen.
Beobachtung der Fortschritte
Durch die Zusammenarbeit in der allgemeinen und beruflichen Bildung konnten bereits beachtliche Fortschritte erzielt werden – insbesondere im Hinblick auf die Unterstützung nationaler Reformen im Bereich des lebenslangen Lernens, der Modernisierung der Hochschulbildung und hinsichtlich der Entwicklung gemeinsamer europäischer Instrumente zur Förderung von Bildungsqualität, Transparenz bei Bildungsangebot und Qualifikationen und Mobilität zwischen Ländern.
EU-Zielvorgaben unterliegen einer regelmäßigen Beobachtung und Berichtserstellung sowohl auf gemeinschaftlicher als auch auf mitgliedstaatlicher Ebene.
Lesen Sie mehr über die Beobachtung der Fortschritte und konsultieren Sie die jüngsten Berichte.
Voneinander lernen
Die Kommission organisiert Peer-Learning-Aktivitäten zwischen Mitgliedstaaten, die an einer gemeinsamen Entwicklung nationaler Politiken und Systeme in spezifischen Bereichen interessiert sind.
Lesen Sie mehr über den Austausch von bewährten Verfahren und Peer-Learning-Aktivitäten.
Europäische Referenzinstrumente
Europäische Zusammenarbeit im Bildungsbereich hat zur Entwicklung einer Reihe von EU-Referenzinstrumenten zur Unterstützung von Lernenden und von nationalen Reformen geführt.
Empfehlungen und gemeinsame Grundsätze wurden in den Bereichen Schlüsselkompetenzen für Lernende, Qualitätssicherung im Hochschulbereich und in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, Qualität der Mobilität, Validierung von nicht formalem und informellen Lernen, lebenslange Bildungsberatung sowie bei der Anerkennung von Qualifikationen im Ausland entwickelt.
Lesen Sie mehr über die europäischen Referenzinstrumente.