In Europa wird eine Vielzahl von unterschiedlichen Sprachen gesprochen. Davon gelten in der Europäischen Union derzeit allein 23 als Amtssprachen, wobei diese Anzahl mit der Erweiterung der EU noch weiter steigen wird.
Darüber hinaus gibt es in der EU mehr als 60 Gemeinschaften, die Regional- oder Minderheitensprachen gebrauchen, von den alten keltischen Sprachen in Westeuropa, wie zum Beispiel Gallisch und Walisisch, bis hin zu Minderheitensprachen in Osteuropa, wie zum Beispiel Kaschubisch in Polen und Latgalisch in Lettland.
Dieses europäische Sprachenmosaik hat sich im Laufe vieler Jahrtausende entwickelt. Durch unterschiedliche, aufeinanderfolgende Völkerwanderungen wurden neue Sprachfamilien nach Europa gebracht, die die bestehenden verdrängten und sie teilweise sogar auszulöschen drohten. Die meisten heute gebrauchten europäischen Sprachen gehören zur indoeuropäischen Sprachfamilie. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie sich aus einer Ursprungssprache, dem Protoindoeuropäisch, entwickelt haben. Genauere Einzelheiten über die Entwicklung dieser alten Sprache sind jedoch noch nicht geklärt.
Vielsprachige Städte
Die Entwicklung der europäischen Sprachen dauert an, denn durch Immigrantengemeinschaften gelangen viele verschiedene Sprachen nach Europa. In multikulturellen Städten wie London, Paris, Brüssel oder Berlin werden inzwischen Hunderte von Sprachen gesprochen.In der Europäischen Union ist man sich bewusst, dass Sprache und Identität eng miteinander verbunden sind und dass die verschiedenen Kulturen ihren Ausdruck in der Sprache finden. Deshalb hat sich die EU zu einer Politik entschlossen, mit der sie zur Anerkennung der sprachlichen Vielfalt, zur Förderung der Mehrsprachigkeit und zum Schutz bedrohter Sprachen beiträgt.