Was ist darunter zu verstehen?

Das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) ist eine unabhängige Einrichtung der EU mit Sitz in Budapest. Seine Aufgabe ist es, die Innovationskapazität der EU und ihrer Mitgliedsländer zu stärken und die Herausforderungen der Gesellschaft anzugehen, um Wachstum und Beschäftigung zu fördern.

Zu den wichtigsten Schwerpunkten des EIT gehören:

  • Förderung der Innovationsfähigkeit Europas durch Synergien und Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen, Forschungsinstituten und Unternehmen.
  • Grenzüberschreitende Talentförderung und Förderung des Unternehmergeistes durch Integration des Wissensdreiecks.
  • Überwindung der Zersplitterung der europäischen Innovationslandschaft und Gestaltung einer Umgebung, in der Innovation auf Weltklasseniveau und Unternehmergeist gedeihen können.

Warum ist das nötig?

Trotz der ausgezeichneten Forschung, Bildung und Erfindungsgabe in Europa wird das Innovationspotenzial nicht vollständig ausgeschöpft. Zersplitterte Systeme, eine schwache Unternehmenskultur und unzureichende Zusammenarbeit zwischen Hochschulbildung, Forschung, Unternehmen und innovativen Organisationen hindern Europa daran, auf globaler Ebene an Forschung und Innovation teilzuhaben.

Diesen Herausforderungen stellt sich das EIT über ein Netz von Wissens- und Innovationsgemeinschaften (Knowledge and Innovation Communities – KICs).

In den KICs entwickelt und testet das EIT neue Methoden, wie Innovation in Europa angegangen, verwaltet, finanziert und verbreitet werden kann.

Mit seiner Arbeit trägt das EIT zur den Zielen der Strategie Europa 2020 und deren Leitinitiativen bei, vor allem zur Innovationsunion, zur Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten und zur Digitalen Agenda.

Das EIT ist Bestandteil des EU-Rahmenprogramms für Forschung und Entwicklung Horizont 2020. So wird gewährleistet, dass das EIT mit anderen EU-Initiativen und Programmen in Partnerschaft arbeitet.

Was wurde bisher getan?

Von 2010 bis 2016 hat das EIT fünf KICs eingerichtet. Diese Gemeinschaften unterstützen Innovation und Unternehmergeist und sorgen dafür, dass Hochschulen, Forschungsinstitute und Unternehmen zusammenarbeiten. Themenkreise der bestehenden KIC:

  • Klimawandel (EIT Climate-KIC)
  • Nachhaltige Energie (EIT InnoEnergy)
  • Informations- und Kommunikationstechnologien (EIT Digital)
  • Gesund leben und aktiv altern (EIT Health)
  • Lebensmittel für die Zukunft – nachhaltige Exploration, Gewinnung, Verarbeitung, Verwertung und Ersetzung von Rohstoffen (EIT RawMaterials)
  • Lebensmittel für die Zukunft – nachhaltige Lebensmittelkette von den Rohstoffen bis zu den Verbrauchern (EIT Food).

Seit seiner Gründung hat das EIT mit seinen bereits bestehenden KICs über 800 Partner aus Europa und darüber hinaus zusammengeführt, über 200 innovative Start-Ups unterstützt, mehr als 1200 Unternehmensideen entwickelt und mehr als 200 neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt gebracht. Derzeit sind etwa 2000 Studierende in Bildungsprogrammen mit EIT-Gütesiegel auf Master- und Doktoratsebene eingeschrieben.

Studien

Die Europäische Kommission führt Studien zu den Ergebnissen der Aktivitäten des EIT und der KICs durch und entwickelt die strategischen Leitlinien des Instituts laufend weiter. (Studien nur in englischer Sprache.)

  1. Study on the policy of the EIT and its KICs regarding Intellectual Property Rights
  2. Study on the concept, development and impact of co-location centres using the example of the EIT and KIC
  3. The educational activities of the Knowledge and Innovation Communities (KICs) of the European Institute of Innovation and technology (EIT) – experiences, innovative practices and ways forward

Evaluierung des EIT

Die Europäische Kommission hat eine unabhängige externe Evaluierung des EIT in Auftrag gegeben, um zu überprüfen, ob es seine Aufgaben erfüllt. Die Evaluierung erstreckt sich auf die Tätigkeiten des EIT und der KIC im Zeitraum 2011–2016 und bewertet den Mehrwert des EIT, seine Wirkung, Nachhaltigkeit, Effizienz und Relevanz der durchgeführten Tätigkeiten sowie deren Bezug und Komplementarität mit bestehenden einzelstaatlichen und gemeinschaftlichen Strategien.

Im Rahmen des Bewertungsprozesses zur Erfassung von Informationen und von Stellungnahmen eines breiten Spektrums von Interessenträgern wurde eine öffentliche Online-Konsultation durchgeführt. Die Ergebnisse der Bewertung wurden in einem Arbeitsdokument der Kommissionsdienststellen dargelegt.

Hochrangige Gruppe zum EIT – Kommissar Navracsics

Der EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Tibor Navracsics, richtete 2016 eine hochrangige Gruppe zum EIT ein. Sie sollte darüber beraten, wie das EIT am besten zur EU-Innovationslandschaft beitragen kann, und außerdem strategische Änderungen zur Maximierung seiner Wirkung vorschlagen.

Den Vorsitz der Gruppe führte Prof. Dr. Frans van Vught, Mitglieder waren Prof. Dr. Dr. Ann-Kristin Achleitner, Nicklas Bergman, Barbara Nowakowska and Prof. Emeritus János Vecsenyi. In der Gruppe kamen hochrangige Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen der EIT-Aufgaben zusammen: Bildung, Forschung, Unternehmen und Innovation.

Am 8. Dezember 2016 nahm Kommissar Navracsics an einer Sitzung des Verwaltungsrats des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT) teil und nahm eine Präsentation der Ergebnisse der hochrangigen Gruppe entgegen. In seinem Kommentar zum Bericht der Gruppe sagte Kommissar Navracsics: „In diesem Bericht wird die einzigartige Rolle bestätigt, die das EIT bei der Förderung von Innovation, Bildung und Unternehmertum einnimmt. Das EIT ist eine einzigartige EU-Initiative, die einige der wichtigsten Herausforderungen des heutigen Europa in Angriff nimmt, zum Beispiel die alternde Bevölkerung, Ernährungssicherheit, saubere Energie und Klimapolitik. Die hochrangige Gruppe hat eine Reihe ehrgeiziger Empfehlungen veröffentlicht, die es – einmal umgesetzt – dem EIT ermöglichen, seine Rolle noch wirkungsvoller wahrzunehmen.“

In den Empfehlungen des Berichts geht es darum, wie der Beitrag des EIT zur künftigen EU-Innovationslandschaft zielführender gestaltet werden kann, wie das EIT Innovationen wirksam auf den Weg bringen kann, wie Unternehmen (auch KMU) besser in die KICs einbezogen werden können, wie die Bildungsprogramme des EIT größere Außenwirkung erzielen können, und wie dem EIT-Verwaltungsrat mehr Zuständigkeit bei der Gestaltung der künftigen Strategie für das EIT und seine KICs verliehen werden kann.

Bericht der hochrangigen Gruppe zum EIT von Kommissar Navracsics (nur in englischer Sprache): The Future of the European Institute of Innovation and Technology (EIT): Strategic Issues and Perspectives