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Der Euro in der Welt

Der Euro ist nicht nur die Währung des Euro-Raums, sondern auch international stark präsent. Währungen sind Mittel zur Bewahrung, zum Schutz und zum Tausch von Werten zwischen Ländern, Organisationen und Einzelpersonen. Eine globale Währung wie der Euro erfüllt diese Funktion auf weltweiter Ebene. Seit der Einführung im Jahr 1999 hat sich der Euro fest etabliert als wichtige internationale Währung, deren Bedeutung nur vom US-Dollar übertroffen wird.

Innerhalb der Euro-Zone dient die gemeinsame Währung, der Euro, den Staaten, Unternehmen und Bürgern als Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen. Der Euro wird auch verwendet, um künftiges Vermögen in Form von Ersparnissen und Investitionen zu schaffen und zu konservieren. Aufgrund der Größe, Stabilität und Stärke der Wirtschaft im Euro-Währungsgebiet – des zweitgrößten Wirtschaftsraums hinter den Vereinigten Staaten – nimmt die Attraktivität des Euro auch über die Grenzen des Euro-Raums hinaus stetig zu. Der Euro wird vom öffentlichen und privaten Sektor in Drittländern erworben und u. a. zum Handel oder als Währungsreserve genutzt. Aus diesem Grund ist der Euro heute die zweitwichtigste internationale Währung nach dem US-Dollar. In der weitverbreiteten Verwendung des Euro im internationalen Finanz- und Währungssystem wird seine globale Präsenz deutlich:

  • Der Euro dient neben dem US-Dollar als wichtige Reservewährung für geldpolitische Notfälle. 2015 wurde mehr als ein Fünftel der weltweiten Devisenreserven in Euro gehalten.
  • Ferner steht der Euro bei den meistgehandelten Währungen an den Devisenmärkten an zweiter Stelle; insgesamt ist er bei rund 33 % aller täglichen Transaktionen Gegenwert.
  • Der Euro wird weltweit in großem Umfang für die Ausgabe von Staats- und Unternehmensschuldtiteln verwendet. 2015 betrug der Anteil der auf Euro lautenden Schuldtitel weltweit rund 40 % und lag damit auf den internationalen Schuldenmärkten gleichauf mit dem US-Dollar.
  • Der Euro wird auch zunehmend für Rechnungen und Zahlungen im internationalen Handel eingesetzt, und zwar nicht nur zwischen den Ländern der Euro-Zone und Drittländern, sondern auch zwischen Drittländern. Er dient als Rechnungswährung bei mehr als 50 % aller Einfuhren in den Euro-Raum und bei über 65 % der Ausfuhren aus dem gemeinsamen Währungsgebiet.
  • Mehrere Länder koppeln ihre Währungen an den Euro, der so als Anker- oder Bezugswährung fungiert.

Der Status des Euro als globale Währung führt in Verbindung mit der Größe und wirtschaftlichen Bedeutung des Euro-Raums dazu, dass führende internationale Wirtschaftsorganisationen wie IWF und G7 die Wirtschaft des Euro-Währungsgebiets zunehmend als eine Einheit betrachten. Dies verleiht der Europäischen Union ein größeres Gewicht in der Welt.

Um die aus dieser stärkeren Position erwachsenden Vorteile zu nutzen und wirksam zur internationalen Finanzstabilität beizutragen, spricht die Euro-Zone in wichtigen Wirtschaftsforen zunehmend mit einer Stimme. Dies geschieht durch eine enge Abstimmung zwischen Euro-Ländern, der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission bei internationalen Wirtschaftstreffen.

Verschiedene Drittländer und Regionen sind sogar noch enger an den Euro gekoppelt. Das hinter dem Euro stehende stabile Währungssystem macht diesen für die betreffenden Länder – insbesondere jene, die besondere institutionelle Vereinbarungen wie etwa Präferenzhandelsabkommen getroffen haben – zu einer attraktiven Ankerwährung. Durch die Kopplung ihrer Währung an den Euro erlangen sie mehr Sicherheit und Stabilität für ihre Volkswirtschaften.

Darüber hinaus ist der Euro auch in Drittländern und Nachbarregionen des Euro-Währungsgebiets, beispielsweise in Südosteuropa, weit verbreitet, während einige andere Staaten – Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstadt – den Euro im Rahmen von speziellen Währungsvereinbarungen als offizielle Währung verwenden und innerhalb bestimmter Mengenbeschränkungen eigene Euro-Münzen ausgeben dürfen.