Der Stabilitäts- und Wachstumspakt (SWP) ist ein regelbasierter Rahmen für die Koordinierung der nationalen Steuerpolitiken in der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU). Der Pakt wurde gebildet, um solide öffentliche Finanzen - eine wichtige Voraussetzung für das korrekte Funktionieren der WWU - zu garantieren. Der Pakt besteht aus einer präventiven und einer korrektiven Komponente.
Die präventive Komponente
Gemäß den Bestimmungen der präventiven Komponente müssen die Mitgliedstaaten
jährliche Stabilitäts- bzw. Konvergenzprogramme vorlegen, die zeigen, wie sie
mittelfristig - unter Berücksichtigung der drohenden Auswirkungen des Alterns
der Bevölkerung auf den Haushalt - eine solide Haushaltslage zu erreichen oder
zu sichern beabsichtigen. Die Kommission bewertet diese Programme und der Rat
gibt eine diesbezügliche Stellungnahme ab. Die präventive Komponente beinhaltet
zwei politische Instrumente.
Die korrektive Komponente
Langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen
Angesichts der Tatsache, dass die Bevölkerung Europas immer älter wird, weil
die Menschen länger leben und weniger Kinder geboren werden, stehen die
EU-Mitgliedstaaten infolge der drohenden Auswirkungen auf den Haushalt vor der
Herausforderung, die langfristige Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen
sicherzustellen. Zur Bewältigung dieser Herausforderung und unter
Berücksichtigung des Schwerpunkts, der durch die Reform des Pakts von 2005 auf
die langfristige Tragfähigkeit gelegt wurde, werden gemeinsame langfristige
Haushaltsprojektionen auf EU-Ebene erstellt und die Lage der einzelnen
Mitgliedstaaten bewertet und überwacht. Eine umfassende Analyse ist dem
Tragfähigkeitsbericht zu entnehmen. Die langfristige Tragfähigkeit der
öffentlichen Finanzen wird auch bei der Bewertung der Stabilitäts- und
Konvergenzprogramme in Betracht gezogen.