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Fragen und Antworten zur Generaldirektion Übersetzung (GD Übersetzung)

1 - Wie viel übersetzen wir?

Das Volumen lag 2013 bei 2,02 Millionen Seiten. Davon wurden 74 % intern bewältigt, der Rest von Auftragnehmern.Eine Seite besteht aus 1500 Zeichen (ohne Leerzeichen).

Das Auftragsvolumen der GD Übersetzung nimmt stetig zu, da sich auch der Tätigkeitsbereich der Europäischen Kommission beständig ausgeweitet hat, und mit dem Beitritt der neuen Mitgliedstaaten in den Jahren 2004 und 2007 auch neue EU-Amtssprachen hinzugekommen sind.

Arten übersetzter Dokumente, geordnet nach Priorität

  • Vorschläge für Rechtsakte, Strategiepapiere (Mitteilungen) und Konsultationspapiere der Kommission
  • Konsultationsdokumente für oder von nationalen Parlamenten sowie Schriftverkehr mit nationalen Behörden, Unternehmen und Bürgern
  • Internetseiten und Pressemitteilungen

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2 - Wie viel kostet die GD Übersetzung?

Die Kosten für die GD Übersetzung belaufen sich (schätzungsweise) auf 330 Millionen Euro pro Jahr – das entspricht 60 Cent je EU-Bürger.

Mit dem Beitritt neuer Mitgliedstaaten 2004 nahm der Übersetzungsbedarf enorm zu. Trotzdem war die Kommission in der Lage, diese gestiegene Nachfrage zu bewältigen und ihrer vornehmlichen Verpflichtung – der Vorlage von Rechtsakten in allen Amtssprachen – weiterhin nachzukommen, ohne die Kosten unangemessen zu erhöhen.

Zwischen 2004 und 2007 hat sich die Zahl der EU-Amtssprachen von 11 auf 23 mehr als verdoppelt, während die Übersetzungskosten bei der Kommission lediglich um 20 % gestiegen sind.

Groben Schätzungen zufolge belaufen sich die Kosten für alle Sprachendienste aller EU-Institutionen insgesamt auf weniger als1 % des jährlichen Gesamthaushalts der EU.Geteilt durch die Bevölkerung der EU ergibt sich pro Person pro Jahr ein Betrag von rund 2 Euro.


 
 

3 - Können wir für jedermann übersetzen?

Nein, die GD Übersetzung übernimmt keine Aufträge von Privatpersonen, Unternehmen oder nicht zur Kommission gehörenden Einrichtungen.Die anderen EU-Institutionen haben ihren eigenen Übersetzungsdienst oder können auf einen gemeinsamen Sprachendienst zurückgreifen.


 
 

4 - Welche Arten von Texten übersetzen wir?

Rechtsakte, Strategiepapiere, Berichte an andere EU-Institutionen, Hintergrundpapiere über rechtliche, technische, finanzielle, wissenschaftliche oder wirtschaftliche Fragen, Schriftverkehr, Internetseiten, Presseunterlagen, Reden und Sitzungsberichte – kurz: alles, was die Kommission und ihre Dienststellen für ihre Arbeit benötigen.

Unsere Leistungen:

  • Komplettübersetzung
  • Schnellübersetzung kurzer Texte („Hotline“)
  • schriftliche Zusammenfassung
  • mündliche Zusammenfassung
  • Übersetzung und sprachliche Überarbeitung von Texten für das Internet
  • sprachliche Überarbeitung von Ausgangstexten

 
 

5 - Nach welchen Verfahren werden Übersetzungen erstellt?

A – Intern

  • Übersetzung in die Hauptsprache (i. d. R. die Muttersprache) des Übersetzers, oftmals unter Verwendung elektronischer Hilfsmittel (Übersetzungsspeicher, IATE, Spracherkennung usw.).
  • Übersetzung aus der Hauptsprache.Dazu benötigt der Übersetzer naturgemäß hervorragende Kenntnisse der Zielsprache.
  • Der Text wird von einem Übersetzer in eine „Relaissprache“ (meist Englisch oder Französisch) und aus dieser dann von einem anderen Übersetzer in die Zielsprache übersetzt.Dieses Verfahren kommt vor allem bei seltenen Sprachkombinationen wie z. B. Estnisch – Griechisch zum Einsatz.
  • Übersetzung aus einer Fremdsprache in eine andere Fremdsprache (beispielsweise übersetzt ein italienischer Übersetzer einen arabischen Text ins Englische).

B – Extern

  • Der Text wird an einen Auftragnehmer geschickt, der Zugang zu bestimmten Übersetzungsspeichern und Datenbanken der Kommission erhält – dadurch soll die Einheitlichkeit gewährleistet und die Produktivität erhöht werden.

Zum Zwecke der Qualitätssicherung werden Texte von Übersetzern, deren Hauptsprache die Zielsprache ist, stets Korrektur gelesen.


 
 

6 - Wäre es nicht besser, den Übersetzungsdienst zu privatisieren?

Die Kommission schließt eine vollständige Privatisierung aus.Sie benötigt festangestellte Übersetzer für die Arbeit an Rechtsakten und an politisch brisanten, vertraulichen oder sehr dringenden Texten, die nicht an Freiberufler vergeben werden können.

Außerdem machen Fragen der Rechtssicherheit und der Übereinstimmung aller 23 Sprachfassungen eine mehrsprachige Qualitätskontrolle erforderlich.Dies wäre bei einer externen Vergabe der Übersetzungen nur schwer zu gewährleisten.

Allerdings wird ein Teil der Übersetzungsaufträge (2013: 26 %) an Auftragnehmer – Übersetzungsbüros und freiberufliche Übersetzer – vergeben.


 
 

7 - Wie bereitet sich die DG vor, wenn durch EU-Erweiterungen neue Sprachen hinzukommen?

Im Vorfeld seines EU-Beitritts richtet jedes Land, das eine neue EU-Amtssprache einführt, ein Übersetzungs-Koordinierungsbüro ein, um die rund 100 000 Seiten EU-Recht in die jeweilige Landessprache übersetzen zu lassen.

Im Zuge der Beitrittsvorbereitungen unterstützt die GD Übersetzung die Integration der neuen Länder durch

  • technische Hilfe, Schulung, Beratung und Hilfe für das Übersetzungs-Koordinierungsbüro;
  • die Einrichtung einer Außenstelle der GD Übersetzung in dem betreffenden Land und Zusammenarbeit mit dieser Außenstelle;
  • die Untersuchung und Förderung des Marktes für freiberufliche Übersetzer in dem betreffenden Land;
  • die Förderung und Beratung von Universitäten hinsichtlich der Inhalte von Studiengängen für Übersetzer, damit die Absolventen dem derzeitigen und künftigen Anforderungsprofil der GD Übersetzung genügen;
  • die Zusammenarbeit mit den Übersetzerverbänden und -organisationen im Land.

Darüber hinaus nimmt die GD Übersetzung jedes Jahr mehrere Praktikanten aus den neuen Mitgliedstaaten auf.

Gleichzeitig erlernen die bei der GD Übersetzung beschäftigten Übersetzer die neuen Sprachen, um daraus in die anderen Amtssprachen übersetzen zu können.

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