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FAQs (Häufig gestellte Fragen)

Dolmetschen studieren:

1. Ich habe das Abi ( Matura ) in der Tasche und möchte Dolmetscher werden. Was und wo soll ich studieren?

Antwort: Um Dolmetscher zu werden, kann man nach einem abgeschlossenen Bachelor-Studiengang an einer der zahlreichen deutschsprachigen Universitäten einen Masterstudiengang "Konferenzdolmetschen" absolvieren. Dieser Abschluss ist auch die Zugangsbedingung, um in der Generaldirektion Dolmetschen nach bestandenem Test als Dolmetscher zu arbeiten.

Es gibt zahlreiche Universitäten im deutschsprachigen Raum, die den Studiengang Konferenzdolmetschen anbieten. Anbei eine Liste von Universitäten pdf - 320 KB [320 KB] , mit denen unser Dolmetschdienst zusammenarbeitet.

2. Was mache ich, wenn ich mein Studium abgeschlossen habe?

Antwort: Sie können sich onlineexternal link für einen Test melden -. Nach Eingang Ihrer Bewerbung prüft ein Prüfungsausschuss, ob Sie die Zulassungsbedingungen erfüllen (Diplom oder Masterabschluss als Konferenzdolmetscher; mindestens 2 Sprachen neben Ihrer Muttersprache in Abhängigkeit vom Bedarf der Dolmetschdienste).
Nach erfolgreicher Zulassung werden Sie so bald wie möglich zu einem Test eingeladen. Vor einer Jury aus Konferenzdolmetschern der 3 europäischen Dolmetschdienste (EuGh, EP und Kommission) legen Sie eine praktische Dolmetschprüfung in Ihren Arbeitssprachen ab. Die Zeitplanung für 2012 finden Sie hier pdf - 74 KB [74 KB] .

3. Gibt es überhaupt noch genügend Arbeit als Dolmetscher, wenn ich fertig studiert habe?

Antwort: Für Dolmetscher der deutschen Kabine gilt, dass Deutschland einer der sechs Gründerstaaten der Europäischen Gemeinschaft ist. Deutsch ist deshalb nicht nur eine der drei Arbeitssprachen der EU-Kommission, sondern auch schon lange Amtssprache und somit in fast allen Sitzungen vertreten. Viele unserer Dolmetscher sind schon sehr lange dabei und werden in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Deshalb sucht die Generaldirektion Dolmetschen aktiv nach Dolmetschernachwuchs – und bietet damit eine attraktive Arbeitsmöglichkeit sowohl für Dolmetschabsolventen als auch für erfahrene freiberufliche Dolmetscher.

4. Ich habe jahrelang als Dolmetscher gearbeitet, jedoch keinen Abschluss in Konferenzdolmetschen. Kann ich trotzdem für den SCIC arbeiten?

Antwort: Ja, wenn Sie ein abgeschlossenes Hochschulstudium haben, Ihre Berufserfahrung als Konferenzdolmetscher (dazu zählt nicht Gerichtsdolmetschen, Verhandlungsdolmetschen, Gesprächsdolmetschen, "Community Interpreting") nachweisen können und unseren Akkreditierungstest bestehen.

Sprachfragen:

5. Wie viele Sprachen soll ich studieren und welche?

Antwort: An allen Universitäten sind mindestens 2 Sprachen (neben der Muttersprache) verbindlich vorgesehen. Dabei sollte es sich um Sprachen handeln, in denen Sie schon Kenntnisse haben, und zu denen Sie einen Bezug haben bzw. für die Sie sich interessieren. Englisch ist absolut unerlässlich, da in beinahe allen Sitzungen aus dieser Sprache gedolmetscht wird. Daneben besteht in der deutschen Kabine nach wie vor ein großer Bedarf an Französisch. Der Bedarf an anderen Sprachen kann sich ändern: der SCIC ist ein Dienstleister und arbeitet deshalb nachfrageorientiert. Für den Dolmetschdienst und Ihre Dolmetschkarriere ist die Erweiterung Ihrer Sprachkombination allerdings ein Plus, deshalb werden Sie dazu ermutigt und auch dabei unterstützt, weitere Sprachen zu erlernen.

6. Muss ich all meine Sprachen fließend sprechen?

Antwort: Nein. Sie müssen sie perfekt verstehen. Aber Sie müssen weder zweisprachig sein noch diese Sprachen perfekt sprechen.

7. Ich habe Russisch, Arabisch, Japanisch oder Chinesisch als Sprache. Kann ich für die EU arbeiten?

Antwort: Ja. Wir engagieren Freiberufler mit Nicht-EU-Sprachen external link. Eine Garantie dafür, dass man damit seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, gibt es freilich nicht. Sie können in Europa jedoch gut auf dem freien Markt mit diesen Sprachen arbeiten, vor allem wenn Sie auch in diese dolmetschen.

8. Ich bin zweisprachig und arbeite auch in die Fremdsprache. Reicht das, um bei der EU in der deutschen Kabine zu arbeiten?

A: Nein. Wir arbeiten fast ausschließlich in unsere Muttersprache. Für bestimmte Sprachkombinationen gibt es zwar einen Bedarf an Dolmetschern, die aus der und in die Fremdsprache arbeiten, allerdings besteht dieser nur punktuell. Anders stellt sich die Situation auf dem freien Markt dar: Dort arbeiten hauptsächlich Dolmetscher, die innerhalb eines Sprachenpaares hin und her dolmetschen. Bei den EU-Institutionen wird eher Wert darauf gelegt, aus möglichst vielen „passiven“ Fremdsprachen in die Muttersprache dolmetschen zu können.

9. Ich bin kein Muttersprachler, aber mein Deutsch ist sehr gut. Kann ich für den SCIC arbeiten?

Antwort: Ja, allerdings müssten Sie sich für die Kabine Ihrer Muttersprache bewerben. Sollte Ihr Deutsch nahezu Muttersprachenniveau haben, könnten Sie dann aus Ihrer Muttersprache ins Deutsche arbeiten (sog. „Retour“).

10. Ist mein österreichischer oder anderer Akzent ein Hindernis?

Antwort: Nein. Da unsere Kunden aus unterschiedlichen Ländern, Regionen kommen, müssen die Dolmetscher jedoch für alle Zuhörer verständlich sein. Deswegen dürfen Dolmetscher keine Regionalismen verwenden oder einen starken, für andere nicht verständlichen Dialekt sprechen. Ein österreichischer, süddeutscher, sächsischer, norddeutscher etc. Tonfall spielt keine Rolle.

Praktische Fragen:

11. Wie viel verdiene ich als Dolmetscher?

Antwort:

  • Als Beamter hängt Ihr Gehalt von Ihrer jeweiligen Gehaltsstufe ab, die im Beamtenstatut festgelegt ist. Berufsanfänger werden im Regelfall als AD5 eingestellt. http://ec.europa.eu/civil_service/job/official/index_de.htm#4external link
  • Als Freiberufler (Anfänger) beträgt Ihr Netto-Tagessatz ca. 310 €
  • Als erfahrener Freiberufler beträgt Ihr Netto-Tagessatz knapp 400 €. In diese Kategorie werden Sie automatisch eingestuft, sobald Sie 250 Tage für die Europäischen Institutionen gearbeitet haben.
  • Zusätzlich zu den Tagessätzen werden für jeden Arbeitstag als Freiberufler ca. 100 € (Anfänger) bzw. ca. 130 € (erfahrene Dolmetscher) in eine private Altersvorsorge eingezahlt. Für die Dauer Ihrer Einsätze sind Sie außerdem über die Institutionen krankenversichert.

12. Wie sehen die Arbeitsbedingungen aus? Wie lange arbeite ich am Stück?

Antwort: Das hängt von den Sitzungen, Ihrer Sprachkombination und den gesprochenen Sprachen ab. Im Schnitt 30 Minuten am Stück und nicht länger als 10 Stunden am Tag mit einer Mittagspause von eineinhalb Stunden. Die Arbeitsbedingungen sind in einem Abkommen niedergelegt und gelten für alle für die GD Dolmetschen tätigen Dolmetscher.

13. Wo würde ich arbeiten? In Brüssel? Muss ich dort auch leben?

Antwort: Wenn Sie regelmäßig für uns arbeiten wollen, ja! Sitz der Kommission ist Brüssel. Die meisten Sitzungen finden in Brüssel statt. Natürlich ist die Wahl des Wohnortes die Entscheidung jedes Einzelnen, aber in Zeiten knapper Kassen ist es haushaltspolitisch nicht zu verantworten, Freiberufler zu engagieren, die nicht in Brüssel leben und bei denen zusätzlich Reisekosten und Tagegeld anfallen.

14. Muss/darf ich als Beamter viel reisen?

Antwort: Ein Großteil der Arbeit fällt in Brüssel an. Allerdings finden jeden Tag auch Sitzungen außerhalb von Brüssel statt. Die Häufigkeit der Dienstreisen hängt von zahlreichen Faktoren ab: Beamter oder Freiberufler, Anzahl und Bedarf der Sprachen, usw. Daneben besteht in gewissem Maß auch die Möglichkeit, die Anzahl und Häufigkeit der Dienstreisen selber zu beeinflussen (wenn Sie bspw. Kinder haben).

15. Muss ich EU-Bürger sein, um bei Ihnen zu arbeiten?

Antwort: Nicht als Freiberufler. Als Beamter müssen Sie jedoch Staatsangehöriger eines Mitgliedsstaates der EU sein.

16. Wie etabliere ich mich als Freiberufler, der gerade angefangen hat?

Antwort: Wir haben ein System für Berufsanfänger mit dem wir sicherstellen wollen, dass Berufsanfänger trotz fehlender Erfahrung ein gewisses Maß an Arbeit garantiert bekommen.

17. Wie werde ich verbeamteter Dolmetscher bei der EU?

Antwort: Sollten Sie sich für die Tätigkeit als verbeamteter Dolmetscher bei einer der Institutionen interessieren, empfiehlt sich der Besuch der Webseite von EPSO, dem Europäischen Amt für Personalauswahlexternal link, das offene Auswahlverfahrenexternal link für Dolmetscher bei sämtlichen Institutionen der Europäischen Union durchführt. (Quelle: http://europa.eu/interpretation/index_de.htmexternal link)

18. Ist es besser, Freiberufler oder Beamter zu sein?

Antwort: Das hängt von Ihnen, Ihrer persönlichen Situation, und Ihren Präferenzen ab. Als Beamter haben Sie eine Arbeitsplatzgarantie und sind keinen Schwankungen der Nachfrage ausgesetzt. Als Beamter sind Sie nicht nur Dolmetscher, sondern sind Teil eines großen Ganzen und unterliegen dem Statut für Beamte. Dadurch haben Beamte beispielsweise mehr Fortbildungsmöglichkeiten (z. B. beim Erlernen einer neuen Sprache) . Als Freiberufler sind Sie nicht an eine Institution oder einen Arbeitgeber gebunden und können sich Ihre Arbeitszeit in gewissem Maße freier einteilen. Die reine Dolmetschtätigkeit ist letztlich dieselbe.