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Verbraucherpolitik und Gesundheitsschutz

Press releases

Brüssel, den 13. November 2000

Byrne und Fischler schlagen BSE-Tests für alle älteren Rinder in der EU vor

Europäische Verbraucher haben auf die jüngsten Entwicklungen zu BSE in Frankreich heftig reagiert. David Byrne, Mitglied der Europäischen Kommission, zuständig für Gesundheit und Verbraucherschutz, und Franz Fischler, Mitglied der Europäischen Kommission, zuständig für Ländwirtschaft, Fischerei und ländliche Entwicklung, bestehen auf der größtmögliche Transparenz, inwieweit BSE in der europäischen Rinderherde verbreitet ist. Die Europäische Kommission wird daher den Mitgliedstaaten vorschlagen, ein umfassendes Testprogramm an allen Rindern, die jenseits eines gewissen Alters sind, auszuführen. Diese Tests würden dem Verbraucher eine zusätzliche Garantie über die Sicherheit des Rindfleischs geben, das sie verzehren. Die Tests werden die existierenden Schutzmaßnahmen ergänzen. Verschiedene Optionen, wie das Programm in die Praxis umgesetzt werden kann, werden in der nächsten Sitzung des Veterinärausschusses am Mittwoch dieser Woche (15 November 2000) und im Agrarrat am 20. November diskutiert werden.

David Byrne kommentierte den Vorschlag wie folgt: "Eine der wichtigsten Lektionen, die ich im Umgang mit BSE gelernt habe, ist, dass die politischen Institutionen der Öffentlichkeit gegenüber total transparent sein müssen. Es darf keine Geheimnisse geben. Nichts darf verzerrt werden. Keine falsche Sicherheit darf vermittelt werden. Transparenz, Information und ein offener Dialog müssen alle unsere Aktionen leiten. Wir müssen die Risiken bekanntmachen, aber auch die Schutzmaßnahmen, die wir eingeführt haben, um diese Risiken anzugehen. Wir haben auf der Gemeinschaftsebene eine umfassende Serie von Kontrollmaßnahmen umgesetzt, die mich zufriedenstellen, weil sie zum Ziel haben, das Risiko auf ein sehr geringes Niveau zu reduzieren. Das beabsichtigte Testprogramm wird dennoch die Information und Transparenz für den Verbraucher erhöhen und unsere Kontrollen zusätzlich verstärken."

Franz Fischler fügte hinzu: "Ich bin mir der großen öffentlichen Sorge über den Umfang der Krankheit in unseren Rinderherden wohl bewußt. Es ist unsere Verantwortung - sowohl auf nationaler Ebene als auch auf Gemeinschaftsebene - diese Sorge sehr ernst zu nehmen. Ich bin überzeugt, dass Bauern mir zustimmen, dass es von größter Wichtigkeit ist, das öffentliche Vertrauen in unsere Rindfleischprodukte wiederzugewinnen."

Das Testprogramm ist eng mit dem Alter des Rindes verbunden, da nur Rinder über einem gewissen Alter klinische BSE-Symptome entwickeln, da die Inkubationszeit für die Krankheit sehr lang ist. Momentane BSE-Tests können nur am Gehirn des toten Tieres angewandt werden (post-mortem).

Das Testprogramm, das ursprünglich vorgesehen war, und das am 1. Januar 2001 in Kraft tritt, erfaßte Risikotiere (Tiere, die neurologische Symptome zeigen) und sah ungefähr 170 000 Tests vor. Einige Mitgliedstaaten habe bereits mit ihrem Testprogramm begonnen. Dies führte in Frankreich zu der Entdeckung von vorher unerkannten BSE-Fällen.

Kommissar Byrne wiederholte seine Aufforderung an die Mitgliedstaaten, das geplante Testprogramm früher als geplant zu beginnen und es substantiell zu erweitern (siehe IP/00/1286 von Freitag, 10. November 2000).

Bereits bestehende Risikopräventionsmaßnahmen

Über die vergangenen sechs Jahre hat die EU verschiedene wichtige Vorschriften eingeführt, die das Risiko für Menschen, BSE-infizierten Rindern ausgesetzt zu werden, bedeutend verringert.

- Das Fütterungsverbot von Fleisch- und Knochenmehl von Säugetieren an Wiederkäuer

- Die wesentlich höheren Standards für die Verwertung von Tierabfällen

- Die Verpflichtung, Risikomaterialien (zB. Rückenmark oder Gehirn) zu entfernen und zu vernichten

- Die aktiven Überwachungsmechanismen, um BSE-Fälle zu entdecken, inklusive der Einführung von Stichprobentests

Diese nun angewendeten Kontrollmaßnahmen sind eine große Verbesserung gegenüber der Vergangenheit. Sie basieren alle auf offenen und transparenten wissenschaftlichen Ratschlägen. Diese können allerdings nur greifen, wenn sie rigoros implementiert werden. Die Mitgliedstaaten haben die Verantwortung, daß diese Kontrollen strikt durchgeführt werden.

Die Kommissare Byrne und Fischler denken, daß die genaue und vollständige Anwendung dieser Maßnahmen in allen Mitgliedstaaten das hohe Gesundheitsschutzniveau garantiert, das der Konsument erwartet.

Die Lage in Frankreich

In Frankreich gab es eine Erhöhung der BSE-Fälle in den letzten Monaten, teilweise als Resultat des eingeführten Testprogramms. Obwohl die Zahlen besorgniserregend sind, müssen sie im Zusammenhang geshen werden: Die gegenwärtige höhere Inzidenz ist um die sieben Fälle pro Million Rinder über zwei Jahre. Im Vergleich dazu ist die international anerkannte Höhe für Mitgliedstaaten mit hoher Inzidenz 100 Fälle pro Million Rinder.

Veröffentlicht am 13/11/2000

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