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Verbraucherpolitik und Gesundheitsschutz

Press releases

Brüssel, 24. Oktober 2001

BSE – Wissenschaftlicher Lenkungsausschuss veröffentlicht Gutachten zum möglichen BSE-Risiko bei Schafen und Ziegen

Der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss (WLA), der die Europäische Kommission auf dem Gebiet der Bovinen Spongiformen Enzephalopathien (BSE) und sonstiger fachübergreifender Fragen der Verbrauchergesundheit berät, hat heute ein Gutachten zu der Frage veröffentlicht, wie sicher Schaf- und Ziegenerzeugnisse wären, falls BSE bei diesen kleinen Wiederkäuern bestätigt würde oder auch nur wahrscheinlich wäre. Anlass für die Befassung des WLA mit dieser Frage war die von der Food Standards Agency des Vereinigten Königreichs im August dieses Jahres angekündigte Möglichkeit, dass britische Versuchsreihen das Vorhandensein des BSE-Erregers in Schafshirnen bestätigen könnten. Am 18. Oktober hatte jedoch das für die Versuche zuständige Ministerium mitgeteilt, dass die verwendeten Hirnproben aus den frühen 90er Jahren für die Untersuchungen ungeeignet seien.

Bislang gibt es noch keine Hinweise darauf, dass der BSE-Erreger unter Feldbedingungen bei kleinen Wiederkäuern vorhanden ist. Die Wissenschaftler schliessen jedoch nicht aus, dass Schafe in der Vergangenheit mit potentiell infiziertem Tiermehl gefüttert worden sein könnten, und bekräftigen ihre Auffassung, dass ein BSE-Risiko bei Schafen nicht auszuschließen ist. Sie verlangen weitere spezifische Forschungsarbeiten, damit Lücken in den wissenschaftlichen Erkenntnissen geschlossen werden können, und bekräftigen, dass ihre früheren Gutachten zum TSE-Risiko bei kleinen Wiederkäuern nach wie vor gültig sind.

Die Wissenschaftler empfehlen, rasch darauf hinzuwirken, dass Schnelltests für Schafe und Ziegen validiert und eingeführt werden, mit denen sich feststellen lässt, ob eine Infektion mit einer übertragbaren spongiformen Enzephalopathie (TSE) vorliegt; hierbei kann es sich dann um BSE oder Scrapie handeln. Damit wäre auch die Möglichkeit gegeben, die so dringend benötigten Daten über die tatsächliche TSE-Inzidenz und die geographische Verbreitung dieser Krankheit zusammenzutragen. Vorzugsweise sollten die Schnelltests nicht am Hirn, sondern an Lymphgewebe durchgeführt werden, welches bei Schafen eine Infektion bereits zu Beginn der Inkubationszeit anzeigt.

Parallel zu den Tests sollte der Genotyp der getesteten Tiere erfasst werden, damit sich feststellen lässt, ob bestimmte Schafarten möglicherweise eine genetische Resistenz gegen TSE aufweisen. Momentan gibt es nach Meinung der Wissenschaftler noch keine ausreichende Garantie dafür, dass bestimmte scrapieresistente Schafarten nicht unerkannte TSE-Träger sind.

Ein Programm, das Schnelltests und Erfassung des Genotyps kombiniert, würde die wissenschaftliche Basis liefern für die Bestätigung, dass scrapieresistente Schaf-Genotypen nicht mit TSE behaftet sind. Langfristig dürfte aus Sicht der Wissenschaftler eine Zertifizierung scrapie- und TSE-freier Bestände im Verein mit einer besseren Identifizierung und Verfolgung kleiner Wiederkäuer die beste politische Strategie zur sicheren Gewinnung von Schafs- und Ziegenerzeugnissen und für den Verbraucherschutz bieten. Die Wissenschaftler empfehlen jedoch, vor einer möglichen EU-weiten Einführung von Programmen zur Zucht TSE-resistenter Tiere die bestehenden Ungewissheiten bezüglich einer TSE-Resistenz bei Schafen zu klären.

Der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss ist der Ansicht, dass seine früheren Stellungnahmen zu spezifiziertem Risikomaterial, welches aus der Nahrungskette genommen werden muss, aktualisiert werden müssten, wenn BSE bei Schafen und Ziegen wahrscheinlich würde. Der Ausschuss bestätigt jedoch seine Auffassung, wonach Milch und Milcherzeugnisse von Schafen und Ziegen kein Risiko bergen, sofern die Milch von verdächtigen Tieren von der Nahrungskette ausgeschlossen wird.

Den vollständigen Wortlaut der heutigen Stellungsnahme finden Sie unter: http://ec.europa.eu/food/fs/sc/ssc/outcome_en.html

Frühere Stellungnahmen des Wissenschaftlichen Lenkungsausschusses zu TSE bei Schafen sind auf der gleichen Seite abrufbar.

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