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Verbraucherpolitik und Gesundheitsschutz

Press releases

Brüssel, 6. September 2001

Kommission schlägt vollständige Angabe der Lebensmittelzutaten und Allergene vor

Die Kommission hat heute einen Vorschlag zur Änderung der Richtlinie über die Etikettierung von Lebensmitteln 1 vorgelegt, durch den sichergestellt werden soll, dass alle Verbraucher über den Inhalt von Lebensmitteln vollständig informiert werden und Allergiker feststellen können, ob allergieauslösende Zutaten darin enthalten sind. Mit dem Vorschlag wird die „25 %-Regel" abgeschafft, nach der bislang Bestandteile von zusammengesetzten Zutaten, die weniger als 25 v. H. des Enderzeugnisses ausmachen, nicht zwingend angegeben werden müssen. Nach dem heute vorgelegten Vorschlag müssen alle bewusst verwendeten Zutaten auf der Etikettierung angegeben werden. Außerdem enthält der Vorschlag eine Liste von Zutaten, die Allergien oder Unverträglichkeiten verursachen können, und umfasst auch alkoholische Getränke, wenn diese eine Zutat enthalten, die auf der Liste der Allergene aufgeführt ist.

Dazu David Byrne, für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständiges Mitglied der Kommission: „Die Angabe aller Inhaltsstoffe auf dem Etikett sorgt für völlige Transparenz und kann das Vertrauen der Verbraucher nur fördern. Sie ist eine unmittelbare Reaktion auf wiederholte Forderungen der Verbraucher nach besseren Informationen über die Lebensmittel, die sie kaufen, und insbesondere über deren Zusammensetzung. Wir haben hier ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Europäische Union konkret daran arbeitet, die alltäglichen Bedürfnisse ihrer Bürger zu erfüllen. Ich setze mich ganz besonders für eine überarbeitete Kennzeichnungsregelung ein, bei der die Verbraucher umfassende Informationen über mögliche Allergene erhalten. Dabei wird es keine Ausnahmen geben. Die Regelung umfasst Lebensmittel und alkoholische Getränke."

In dem Weißbuch zur Lebensmittelsicherheit kündigte die Kommission ihre Absicht an, eine Änderung der Richtlinie über die Etikettierung 2000/13/EG vorzuschlagen, und insbesondere der „25 %-Regel", nach der bislang die Bestandteile von zusammengesetzten Zutaten, deren Anteil am Endprodukt weniger als 25 % beträgt, auf der Etikettierung nicht angegeben werden müssen. Diese Regel fand vor über 20 Jahren Eingang in das Gemeinschaftsrecht und bezweckte, das Verzeichnis der Zutaten nicht übermäßig lang werden zu lassen. Sie beruht auf der grundsätzlichen Annahme, dass der Verbraucher die Zusammensetzung zusammengesetzter Zutaten kennt und folglich beispielsweise den Schluss ziehen kann, dass die Konfitüre, die Keksen hinzugefügt wird, aus Früchten und Zucker hergestellt wird. Durch den neuen Vorschlag wird dieser Grenzwert abgeschafft.

Die Lebensmittelherstellung ist jedoch mittlerweile immer komplizierter geworden, und der Verbrauch von Fertignahrungsmitteln ist erheblich gestiegen. In den vergangenen Jahren wurde von Seiten der Verbraucher immer wieder der Wunsch geäußert, besser über die Lebensmittel, die sie kaufen, und insbesondere über deren Zusammensetzung informiert zu werden, selbst wenn das Verzeichnis der Zutaten durch die vollständige Aufzählung aller Zutaten auf der Etikettierung zwangsläufig länger werden sollte. Außerdem haben die zahlreichen Lebensmittelskandale der jüngsten Zeit dieses Informationsbedürfnis noch deutlicher zutage treten lassen.

Für manche Verbraucher, die unter Allergien oder Unverträglichkeiten leiden, sind diese Informationen besonders wichtig. Der Anteil der Bevölkerung mit Lebensmittelallergien oder Unverträglichkeiten steigt ständig an (nach Angaben der Allergieverbände sind 8 % der Kinder und 3 % der Erwachsenen davon betroffen), und es treten neue Allergene auf. Diese Allergien verursachen nicht nur Krankheiten, die häufig chronischer Natur sind (z. B. atypische Dermatitis, Nesselfieber, Verdauungsprobleme), sondern können auch lebensbedrohende Reaktionen hervorrufen (Asthma, anaphylaktoide Reaktion). Für diese Menschen stellt das Nichtvorhandensein detaillierter Angaben eine Beeinträchtigung dar, da sie niemals sichergehen können, dass das gekaufte Erzeugnis kein Allergen enthält, das sie nicht zu sich nehmen dürfen. Allergiker sind daher auf eine vollständige und genaue Etikettierung angewiesen, die durch den neuen Vorschlag gewährleistet wird.

Bei der Ausarbeitung der neuen Vorschriften wurden gewisse Mindestbestimmungen angewandt, um Absurditäten oder eine Überregulierung zu vermeiden. Damit die Gefahr einer zu umfassenden Etikettierung verhindert und technische Zwänge im Zusammenhang mit der Herstellung von Lebensmitteln berücksichtigt werden, lässt der Vorschlag in beschränktem Maße Abweichungen zu ( gilt nicht für Allergene) und ermöglicht eine flexible Handhabung in Bezug auf die Auflistung von Zutaten, die in sehr geringen Mengen verwendet werden. Die zusätzlichen Etikettierungsvorschriften werden nach einer Übergangsfrist in Kraft treten, in der die Unternehmen die Etikettierung ihrer Produkte an die neuen Vorschriften anpassen können. Der Vorschlag wird dem Europäischen Parlament und dem Rat im Rahmen des Mitentscheidungsverfahrens vorgelegt.

ANHANG

Liste der möglicherweise allergieauslösenden Zutaten, die auf der Etikettierung aufzuführen sind:

Glutenhaltiges Getreide und glutenhaltige Getreideerzeugnisse
Krebstiere und Krebstiererzeugnisse
Eier und Eiererzeugnisse
Fisch und Fischerzeugnisse
Erdnüsse und Erdnusserzeugnisse
Soja und Sojaerzeugnisse
Milch und Milcherzeugnisse (einschließlich Laktose)
Schalenfrüchte und Nebenerzeugnisse
Sesamsamen und Sesamsamenerzeugnisse
Sulfit in einer Konzentration von Mindestens 10 mg/kg

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1 Richtlinie 2000/13/EG, ABl. L 109 vom 06.05.2000.

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