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Verbraucherpolitik und Gesundheitsschutz

Press releases

Brüssel, 16. Mai 2001

BSE: Wissenschaftler veröffentlichen Risikobewertungen für Costa Rica, Kenia, Rumänien und Slowenien

Der Wissenschaftliche Lenkungsausschuss (WLA), der die Europäische Kommission in BSE-Angelegenheiten berät, hat heute eine Stellungnahme zum geografischen Risiko des Auftretens der bovinen spongiformen Enzephalopathie in Costa Rica, Kenia, Rumänien und Slowenien veröffentlicht. Die Bewertung des geografischen BSE-Risikos liefert einen Indikator für das Risiko, dass sich lebende Tiere mit dem Erreger infiziert haben. Der Ausschuss kommt zu dem Schluss, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass der einheimische Tierbestand von Costa Rica mit dem BSE-Erreger infiziert ist (Risikostufe I). Das Vorhandensein von infizierten Tieren im Tierbestand von Kenia und Slowenien ist unwahrscheinlich, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden (Risikostufe II); in Rumänien ist das Auftreten von BSE wahrscheinlich (Risikostufe III), wenn auch noch nicht bestätigt. Slowenien ist das erste Beitrittsland, das in Risikostufe II eingestuft wurde; alle übrigen bislang bewerteten Beitrittskandidaten wurden hinsichtlich des geografischen BSE-Risikos in Stufe III eingestuft. Das Gleiche gilt für alle EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme von Finnland, Österreich und Schweden (Stufe II) und dem Vereinigten Königreich und Portugal (Stufe IV).

Der Ausschuss gelangte zu dem Ergebnis, dass Slowenien seit 1992 2 400 lebende Rinder – hauptsächlich aus Deutschland – und kleinere Mengen von Tiermehl eingeführt hat. Die slowenischen Behörden waren in der Lage, den Weg der meisten eingeführten Rinder nachzuzeichnen und zu demonstrieren, dass ein Großteil von ihnen noch am Leben ist. Sie wiesen ferner nach, dass seit spätestens 1996 – wahrscheinlich aber schon länger – die Tiermehlherstellung mit akzeptablem Erfolg überwacht wird. Außerdem wurde 1996 ein erstes Verbot der Verfütterung an Wiederkäuer verhängt. Daher kann es als unwahrscheinlich, wenngleich nicht ausgeschlossen, gelten, dass der BSE-Erreger zwischen 1992 und Januar 2001, als ein vollständiges Verfütterungsverbot eingeführt wurde, rezykliert wurde; jedenfalls dürfte er sich nicht verbreitet haben. Rumänien hat größere Mengen lebende Tiere (etwa 22 000 Tonnen) und Tiermehl (etwa 10 000 Tonnen) aus EU-Ländern eingeführt, in denen inzwischen BSE-Fälle aufgetreten sind. Wenngleich seit 1996 Risikomanagementmaßnahmen ergriffen wurden, konnte deren effektive Durchsetzung nicht nachgewiesen werden. Aus diesem Grund geht man davon aus, dass BSE-kontaminierte Futtermittel an rumänische Rinder verfüttert wurden und Infektionen stattgefunden haben.

Kenia hat vornehmlich im Zeitraum 1987 - 1990 Fleisch und Tiermehl aus dem Vereinigten Königreich importiert, seit 1994 auch aus Belgien, Dänemark und den Niederlanden. Aufgrund der dem WLA zur Verfügung gestellten Informationen kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein Teil des Tiermehls den heimischen Tierbestand erreicht hat. Die Bewertung für Costa Rica basiert auf Daten, nach denen es höchst unwahrscheinlich ist, dass der BSE-Erreger in das Land eingeführt wurde und in den heimischen Tierbestand gelangt sein könnte. Nur geringe Mengen an möglicherweise infizierten lebenden Tieren (35 aus Spanien) und möglicherweise kontaminiertem Tiermehl (5 Tonnen) wurden eingeführt.

Der WLA empfiehlt, in das künftige Inspektionsprogramm des Lebensmittel- und Veterinäramtes möglichst auch BSE-relevante Aspekte einzubeziehen, um so eine Bestätigung der ihm von den nationalen Behörden der betreffenden Länder übermittelten Informationen zu erhalten. Bis dahin, so die Wissenschaftler, müsse ihre Bewertung auf den Informationen basieren, die die untersuchten Länder bereitstellen. Soweit möglich, wurden alle Informationen in enger Zusammenarbeit mit den betreffenden Ländern in einer Atmosphäre der Offenheit und Transparenz bewertet und anhand anderer Quellen überprüft. So wurden beispielsweise die Einfuhrdaten der bewerteten Länder mit den Exportdaten von EUROSTAT, dem Statistischen Amt der EU, sowie mit den von den britischen Behörden bereitgestellten Ausfuhrdaten abgeglichen.

Die Bewertung des geografischen BSE-Risikos (GBR) in den genannten Drittländern erfolgte nach dem Verfahren und dem Bewertungsprozess, der vom WLA bereits bei seiner Stellungnahme zum geografischen BSE-Risiko vom Juli 2000 beschrieben wurde( 1 ). Diese enthielt bereits eine GBR-Bewertung sämtlicher EU-Mitgliedstaaten mit Ausnahme von Griechenland sowie einer ersten Reihe von Drittländern( 2 ). Im Januar dieses Jahres wurde eine Bewertung für Uruguay veröffentlicht, im Februar Bewertungen für Botsuana, Litauen, Namibia, Nicaragua und Swasiland und im April für Albanien, Brasilien, Estland, Indien, Kolumbien, Mauritius, Pakistan, Polen, Singapur, die Slowakei, die Tschechische Republik, Ungarn und die Republik Zypern.

Der vollständige Wortlaut der Stellungnahmen ist abrufbar unter:

http://ec.europa.eu/food/fs/sc/ssc/outcome_en.html

Veröffentlicht am 28/05/2001

Aktualisierte Übersicht über die Einstufung von Drittländern hinsichtlich des geografischen BSE-Risikos

Kategorie I: BSE-Risiko sehr unwahrscheinlich

Argentinien
Australien
Botsuana
Brasilien
Chile
Costa Rica
Namibia
Neuseeland
Nicaragua
Norwegen
Paraguay
Singapur
Swasiland
Uruguay

Kategorie II: BSE-Risiko unwahrscheinlich, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden

Indien
Kanada
Kenia
Kolumbien
Mauritius
Pakistan
Slowenien
USA

Kategorie III: BSE-Risiko wahrscheinlich, wenn auch nicht bestätigt, oder Vorhandensein eines bestätigten geringen BSE-Risikos

Albanien
Estland
Litauen
Polen
Rumänien
Schweiz
Slowakische Republik
Tschechische Republik
Ungarn
Zypern

Kategorie IV: Bestätigtes hohes BSE-Risiko

Keine

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1 siehe IP vom 1. August 2000 unter http://ec.europa.eu/dgs/health_consumer/library/press/press66_de.html

2 Argentinien, Australien, Chile, Kanada, Neuseeland, Norwegen, Paraguay, Schweiz, USA

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