EU-Aktuell
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Wachstumserwartung gesenkt

21.02.2008 - „Europa bekommt den globalen Gegenwind in Form von niedrigerem Wachstum und höherer Inflation nun ganz klar zu spüren", so das Fazit von EU- Wirtschafts- und Währungskommissar Almunia bei der Vorstellung der Zwischenprognose für die größten EU-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland. Demnach dürfte sich das Wirtschaftswachstum 2008 in der EU auf 2,0 Prozent und im Euroraum auf 1,8 Prozent abschwächen. Grund sind die anhaltenden Finanzmarktturbulenzen, der Konjunktureinbruch in den USA und hohe Rohstoffpreise. Nach den Preisanstiegen bei Lebensmitteln und Energie dürfte die diesjährige Inflation in der EU bei durchschnittlich 2,9 Prozent und im Euroraum bei durchschnittlich 2,6 Prozent liegen. Die EU-Kommission empfiehlt, die Strukturreformen unbeirrt fortzusetzen, an einer stabilen makroökonomischen Politik festzuhalten und den vom Ministerrat beschlossenen Fahrplan konsequent umzusetzen.

Das reale BIP-Wachstum gegenüber dem Vorquartal schwächte sich im vierten Quartal 2007 von 0,8 auf 0,5 Prozent in der EU (und 0,4 Prozent im Euroraum) ab. Laut der jüngsten Eurostat-Zahlen ergibt sich damit für das Gesamtjahr 2007 eine Wachstumsrate von schätzungsweise 2,9 Prozent in der EU und 2,7 Prozent im Euroraum. Berechnungsgrundlage sind neue Zwischenprognosen für Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Polen, Spanien und das Vereinigte Königreich, die zusammen 80 Prozent des EU-BIP erwirtschaften.

Mit geschätzten Durchschnittsraten von 2,3 Prozent in der EU und 2,1 Prozent im Euroraum hielt sich die Inflation 2007 in Grenzen, zog jedoch im letzten Quartal an. Auf Jahresrate hochgerechnet hatte sie im Januar 2008 bereits schätzungsweise 3,2 Prozent erreicht. Ausschlaggebend für den jüngsten Inflationsschub waren die Lebensmittel- und Energiepreise sowie ungünstige Basiseffekte. Auch die Kerninflation erhöhte sich auf 2,3 Prozent, was auf die Dienstleistungen, nichtenergetische Industriegüter und verarbeitete Lebensmittel zurückgeführt werden kann. Auch auf der Erzeugerstufe nimmt der Preisdruck allmählich zu. Ausgehend von den Trends an den Futures-Märkten dürfte der Durchschnittspreis pro Barrel Brent-Rohöl im Jahr 2008 bei schätzungsweise 90 US-Dollar und damit auf Dollarbasis 15 Prozent über der Herbstprognose liegen. Angesichts dessen wurden die Prognosen für die Verbraucherpreisinflation im Jahr 2008 um 0,5 Prozentpunkt auf 2,9 Prozent in der EU und 2,6 Prozent im Euroraum heraufgesetzt. Wegen der höheren Ölpreise erfolgt diese Aufwärtskorrektur auf breiter Basis für die Mehrheit der sieben größten EU-Länder. Bis Ende 2008 dürfte die Inflation jedoch im Einklang mit der Herbstprognose in der EU wieder auf gut 2,5 Prozent (und im Euroraum auf gut 2Prozent) sinken, wenn sich der Preisanstieg bei Lebensmitteln und Rohstoffen annahmegemäß abflacht.

Alle Informationen im Einzelnen finden Sie hier.

Den ausführlichen Bericht finden Sie auf der Seite der EU-Kommission.


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