Europaweiter Notruf 112 wenig bekannt
11.02.2011 Drei von vier EU-Bürgern kennen die EU-weite Notrufnummer 112 nicht.

Unter der gebührenfreien 112 sind Polizei, Feuerwehr und Notarzt in jedem EU-Land von allen Festnetz- und Mobiltelefonen erreichbar. Nach einer Umfrage der EU-Kommission kannten 2011 in Deutschland nur 19 Prozent der Befragten den EU-weiten Notruf, im EU-Durchschnitt 26 Prozent. Zum "Europäischen Tag des Notrufs 112" heute (Freitag) sagte die für Digitale Agenda zuständige Kommissionsvizepräsidentin Neelie Kroes: "Der europäische Notruf 112 kann nur dann Leben retten, wenn die Menschen ihn auch kennen. Die Mitgliedstaaten müssen mehr tun, damit alle Menschen wissen, dass sie im Notfall die Nummer 112 wählen können."
Nach EU-Telekom-Recht sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Notrufnummer 112 unter ihren Bürgern bekannt zu machen. Die meisten EU-Länder berichten zwar, dass sie Maßnahmen zur Förderung des Notrufs 112 getroffen haben, der Umfrage zufolge haben aber nur 22 Prozent der EU-Bürger im letzten Jahr Informationen über den Notruf 112 erhalten. Seit Juli 2009 müssen auch Reisende, die mit ihrem Handy in anderen EU-Ländern unterwegs sind, vom Netzbetreiber eine SMS oder Dienstbenachrichtigung mit Informationen über den Notruf 112 erhalten. Laut Umfrage gaben 81 Prozent an, dass sie bei Reisen in andere EU-Länder keine Informationen erhalten hatten. Auch die Übermittlung genauer Angaben zum Standort des Anrufers, der den Notruf 112 gewählt hat, muss kostenlos erfolgen. Die Kommission prüft nun, ob die Mitgliedstaaten in Bezug auf die Notrufnummer 112 ihren Informationspflichten gegenüber ihren Bürgern angemessen nachkommen.
Das Europäische Informationszentrum - Europe Direct Stuttgart hat einen 112-Flyer erstellt, der einen guten Überblick den Notruf gibt. Den Flyer auf Deutsch finden Sie online hier
, andere Sprachfassungen hier.
Weitere Informationen zum europäischen Notruf 112 finden Sie in der ausführlichen Pressemitteilung.













