Eurobarometer: EU-Bürger fordern mehr Europa
26.08.2010
75 Prozent der europäischen Bürger sprechen sich angesichts der
Schuldenkrise für ein stärkeres Europa aus. In Deutschland sind es sogar 85
Prozent der Bürger. Dabei erhofft sich die Mehrheit eine koordinierte
europäische Wirtschaftspolitik sowie eine verstärkte Kontrolle der
Finanzbranche. Das ergibt eine aktuelle Eurobarometer-Umfrage. „Die deutliche
Aussage für eine stärkere wirtschaftspolitische Steuerung in Europa zeigt, dass
der EU eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der Krise beigemessen
wird“, sagte die Kommissionsvizepräsidentin Viviane Reding, zuständig für
Kommunikation.
Die öffentlichen Schuldenberge bereiten gerade den Deutschen großes
Bauchgrimmen. 83 Prozent von ihnen halten es für dringend nötig,
Haushaltsdefizit und Verschuldung in der Bundesrepublik zu senken. 52 Prozent
lehnen es ab, die Arbeitslosigkeit mittels einer Erhöhung des Defizits zu
bekämpfen, während EU-weit nur 36 Prozent der Bürger gegen einen solchen
Schritt sind.
Genau wie bei der letzten Umfrage richten sich die Sorgen und Ängste der
Europäer auf die Wirtschaftlage, Arbeitslosigkeit und Inflationsrate. Daher
sind 74 Prozent der EU-Bürger bereit, Reformen in ihrem Land mitzutragen. Somit
könnten auch zukünftige Generationen davon profitieren.
Die Umfrage wurde vom 5. bis 28. Mai durchgeführt als die griechische Schuldenkrise ihren Höhepunkt erreicht hatte und deutlich die Verunsicherung der Bürger der letzten Zeit wider. „Inzwischen hat die EU wichtige und mutige Schritte unternommen, um das Vertrauen wieder herzustellen. Immerhin haben wir jetzt aber die Chance, die politische Steuerung der Wirtschaft durch die EU, wie sie von den Bürgerinnen und Bürgern gewünscht wird, so zu gestalten, dass ihren Sorgen entsprochen wird“, betonte Frau Reding. Die Umfrage hat auch ergeben, dass das Vertrauen in die EU-Institutionen größer war als das in die Regierung oder das Parlament des eigenen Landes (42 Prozent gegenüber 29 bzw. 31 Prozent im Herbst 2009).
Die vollständige Pressemitteilung dazu erhalten Sie hier.
Das aktuelle Eurobarometer Frühjahr 2010 gibt es hier.













