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In-App-Käufe: Besserer Schutz vor versteckten Kosten

18.07.2014 Auf Druck der Europäischen Kommission und nationaler Verbraucherschützer haben Google, Apple und andere Unternehmen einen besseren Schutz vor versteckten Kosten in Online- und Handyspielen zugesagt.

Konkret geht es um sogenannte In-App-Käufe in vermeintlich kostenlosen Spielen, mit denen oft Kinder direkt zum Kauf aufgefordert werden. Nach zahlreichen Beschwerden waren Kommission und nationale Verbraucherschutzbehörden aktiv geworden. Die ersten Ergebnisse dieser gemeinsamen Aktion hat die Europäische Kommission heute (Freitag) in Brüssel vorgestellt.

"Es ist die erste Durchsetzungsmaßnahme dieser Art, bei der sich die Europäische Kommission und die nationalen Behörden zusammengetan haben. Ich freue mich, dass dies zu greifbaren Ergebnissen führt. Vor allem Kinder müssen besser geschützt werden, wenn sie online spielen", sagte der für Verbraucherpolitik zuständige EU-Kommissar Neven Mimica.

Vizepräsidentin Neelie Kroes, zuständig für die Digitale Agenda, fügte hinzu: „Die Kommission unterstützt Innovationen im Bereich der Apps. In-App-Verkäufe sind ein legitimes Geschäftsmodell, doch müssen die Anbieter, wenn sie diese neuen Geschäftsideen entwickeln, das EU-Recht verstehen und beachten.“

Gemeinsam hatten die Verbraucherschutzbehörden im Dezember 2013 konkrete Forderungen an Apple, Google und die Interactive Software Federation of Europe (ISFE) übermittelt. Unter anderem sollte es bei Spielen, die als "free" bzw. "kostenlos" beworben werden, keine Irreführung der Verbraucher hinsichtlich der wahren Kosten geben. Die Spiele dürfen Kinder nicht direkt dazu auffordern, Produkte zu kaufen oder Erwachsene zu überreden, die Produkte für sie zu kaufen. Die Verbraucher müssen über die Zahlungsmodalitäten angemessen informiert und Geldbeträge dürfen nicht per Voreinstellung ohne ausdrückliches Einverständnis des Verbrauchers abgebucht werden.

Google hat inzwischen zahlreiche Änderungen beschlossen, die bis Ende September 2014 umgesetzt sein sollen: völliger Verzicht auf die Verwendung des Wortes "free" oder "kostenlos", wenn die Spiele In-App-Käufe umfassen; Formulierung gezielter Leitlinien für die App-Entwickler , um "direkte Aufforderungen an Kinder" im Sinne des EU-Rechts auszuschließen; befristete Maßnahmen als Beitrag zur Kontrolle der Einhaltung von EU-Verbraucherschutzvorschriften. Google hat außerdem seine Standardvoreinstellungen so angepasst, dass die Bezahlung vor jedem In-App-Kauf durch den Verbraucher genehmigt werden muss, sofern der Verbraucher diese Einstellungen nicht von sich aus verändert.

Apple will sich mit den Kritikpunkten, insbesondere im Zusammenhang mit der Zahlungsermächtigung, befassen, hat aber bisher keine konkreten und umgehenden Lösungsvorschläge vorgelegt. Auch gibt es für die Umsetzung dieser eventuellen Änderungen bislang keine festen Zusagen und keinen Zeitplan. Die Behörden werden die Gespräche mit Apple fortsetzen, damit das Unternehmen detaillierte Angaben zu den geforderten Veränderungen macht und seine Geschäftspraktiken an dem gemeinsamen Positionspapier orientiert.

Die Durchsetzung, eventuell auch mit gerichtlichen Mitteln, ist Sache der nationalen Behörden, die jetzt prüfen werden, wie mit den noch offenen juristischen Fragen umzugehen ist. Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten werden das Thema weiterhin im Auge behalten und dabei insbesondere darauf achten, inwieweit die eingegangenen Verpflichtungen die Bedenken tatsächlich entkräften.   

Mehr Informationen in der vollständigen Pressemitteilung   

Pressekontakt: Claudia Guske, Tel. (030) 2280 2190

 

 

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