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Klonfleisch und neue Lebensmittel: EU-Kommission will mehr Rechtssicherheit

18.12.2013 Mit heute (Mittwoch) verabschiedeten Vorschlägen über das Klonen von Tieren und neuartige Lebensmittel will die Europäische Kommission für mehr Rechtssicherheit sorgen.

Die Vorschläge sehen zum einen ein Verbot der Klontechnik bei landwirtschaftlichen Nutztieren und ein Verbot des Inverkehrbringens von lebenden Klontieren und Klonembryonen vor. Zudem dürfen Lebensmittel von Klontieren, zum Beispiel Fleisch oder Milch, in der EU nicht auf den Markt gelangen.

Für neuartige Lebensmittel drängt die EU-Kommission auf ein klareres zentrales Zulassungsverfahren. EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg erklärte: "Die heute vorgelegten Vorschläge über das Klonen von Tieren gehen auf realistische und praktische Weise auf Tierschutzanliegen ein, aber auch darauf, wie die Verbraucher Lebensmitteln von Klontieren gegenüberstehen. Die Änderungen in Bezug auf neuartige Lebensmittel werden zu einem effizienteren System führen."

Das reproduktive Klonen von Tieren ist eine relativ neue Technik. Klonen hat nichts mit genetischen Veränderungen zu tun: Ein Klon ist kein genetisch veränderter Organismus (GVO). Mit der Klontechnik wird die Leistung eines Tieres nicht verbessert. Züchter könnten sie aber in Betracht ziehen, um größere Mengen an Reproduktionsmaterial von besonders wertvollen Tieren zu erhalten. Derzeit wird die Klontechnik in der Lebensmittelerzeugung nicht verwendet. Nach der herrschenden Rechtslage wäre für das Inverkehrbringen von Lebensmitteln von Klonen in der EU eine Zulassung erforderlich.

Das  von der Kommission vorgeschlagene Verbot der Klontechnik gilt nicht für andere Bereiche, in denen das Klonen gerechtfertigt sein kann, beispielsweise in der Forschung, zur Erhaltung seltener Rassen oder gefährdeter Arten oder zur Herstellung von Arzneimitteln und Medizinprodukten.

Als neuartige Lebensmittel gelten Lebensmittel, die in der EU vor Mai 1997,  vor Inkrafttreten der derzeit geltenden Regeln, nicht in nennenswertem Umfang konsumiert wurden und insbesondere Lebensmittel, die mit neuen Techniken und Technologien, beispielsweise mit Nanomaterialien, hergestellt wurden. Mit ihren Vorschlägen will die EU-Kommission neuen und innovativen Lebensmitteln den Zugang zum EU-Markt erleichtern, dabei aber ein hohes Maß an Verbraucherschutz gewährleisten.

Die Vorschläge gehen jetzt zur Diskussion in das Europäische Parlament und den Rat der EU-Staaten.

Mehr Informationen in der vollständigen Pressemitteilung und auf dieser Website.

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