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Neue Fonds vereinfachen langfristige Investitionen

26.06.2013 Die Europäische Kommission will es Anlegern erleichtern, langfristig in Unternehmen und Projekte zu investieren.

Sie hat dafür heute (Mittwoch) einen neuen Rahmen für die privaten europäischen langfristigen Investmentfonds vorgelegt. Über sie wird ausschließlich in Unternehmen investiert, die Mittel über einen längeren Zeitraum hinweg benötigen. Der Vorschlag wird den Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag (27./28. Juni) beim Europäischen Rat vorgelegt. Auf der Tagesordnung des EU-Gipfels steht unter anderem das Thema langfristige Finanzierung der Realwirtschaft.

In den Anforderungen für die neuen Fonds wird festgehalten, in welche Arten von langfristigen Vermögenswerten und Unternehmen sie investieren dürfen – zum Beispiel Projekte in Infrastruktur, Verkehr und nachhaltige Energie. Es ist festgelegt, wie die Mittel gestreut werden müssen, um Risiken zu verringern, und welche Informationen für die Anleger bereitzustellen sind. Die Fondsmanager müssen die strengen Anforderungen der Richtlinie über die Verwalter alternativer Investmentfonds erfüllen, damit ein angemessener Anlegerschutz gewährleistet ist.

Hierzu der für Binnenmarkt und Dienstleistungen zuständige Kommissar Michel Barnier: "Wir müssen die langfristige Finanzierung der europäischen Realwirtschaft sicherstellen. Derzeit sind die Finanzierungsmöglichkeiten begrenzt, und wenn Mittel vorhanden sind, stehen bei der Finanzierung oft nur sehr kurzfristige Ziele im Vordergrund. Der europäische langfristige Investmentfonds ist ein Investitionsinstrument, das professionellen und privaten Anlegern ermöglicht, langfristig in nicht börsennotierte Unternehmen und in langfristige Vermögenswerte wie Immobilien und Infrastrukturprojekte zu investieren. Diese Fonds müssen allen Anlegerkategorien in der Europäischen Union offen stehen, damit das den europäischen Unternehmen zur Verfügung stehende Kapital maximiert wird."

Langfristige Investmentfonds investieren in illiquide Vermögenswerte, die sich nur schwer kaufen und veräußern lassen. Die Unternehmen müssen darauf vertrauen können, dass ihnen die investierten Mittel während des gesamten Bedarfszeitraums, den sie den Anlegern mitgeteilt haben, zur Verfügung stehen. Die beabsichtigte Wirkung kann sich nur dann einstellen, wenn die Anleger ihre Mittel nicht jederzeit abziehen dürfen. Die Anleger können daher erst ab einem spezifizierten Endtermin (möglicherweise zehn Jahre oder mehr nach dem Zeitpunkt der Investition) Gelder abziehen. Dies muss vorab klar offengelegt werden. Als Gegenleistung für ihre Geduld profitieren die Anleger von regelmäßigen Einnahmen, die der Anlagewert generiert, und sie erhalten möglicherweise eine Illiquiditätsprämie.

Weitere Informationen hier und hier.

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