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Antibiotika-Resistenz-Tag: EU-Kommission stellt Bericht vor

16.11.2012 Lungenentzündung, Harnwegsinfekte oder Durchfall – bei immer mehr Erkrankten in Europa greifen Antibiotika bei bakteriellen Infektionen nicht mehr.

Grund für die steigende Resistenz ist vor allem die zunehmende Einnahme von Antibiotika. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland dabei im hinteren Feld. Das zeigt der Bericht des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC), den die Kommission heute (Freitag) anlässlich des Europäischen Antibiotika-Resistenz-Tages vorgestellt hat. 

Die meisten Antibiotika werden in Griechenland, Zypern und Luxemburg verbraucht. Am wenigsten greifen die Esten auf Antibiotika zurück. Besonders beunruhigend ist die Entwicklung eines Antibiotikums, das für viele Patienten weitere Behandlungsmöglichkeiten einschränkt: Carbapenem. In ganz Europa sind mittlerweile Fälle von Resistenz auf dieses Medikament aufgetreten. In Griechenland, wo es auch in großem Maße eingesetzt wird, hat die Resistenz sogar gravierende Ausmaße angenommen.

Von der Antibiotikaresistenz sind besonders zwei der bösartigsten Erreger für Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen und Durchfallerkrankungen betroffen: Echerichia coli und Klebsiella pneumoniae.  In mehr als einem Drittel der europäischen Staaten hat die Antibiotikaresistenz gegen diese Erreger überdurchschnittlich zugenommen.

Die EU-Kommission will das Problem umfassend lösen und hat im vergangenen Jahr 12 Schlüsselmaßnahmen vorgestellt, die viele verschiedene Bereiche einschließen – von Humanmedizin über Veterinärmedizin bis zur Forschung.  Viele Vorhaben zur Prävention und Kontrolle von Infektionen wurden in den vergangenen Jahren von fast allen europäischen Staaten umgesetzt. In Deutschland hat beispielsweise das  Bundesministerium für Gesundheit gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz  und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie zahlreichen Verbänden und Organisationen die Deutsche Antibiotika-Resistenzstrategie  erarbeitet.

Mehr Informationen, unter anderem zur Rolle der drei europäischen Agenturen (EMA, EFSA und ECDC) entnehmen Sie bitte dem englischsprachigen Memo.

Den Bericht finden Sie hier.

Informationen zum Europäischen Antibiotika-Resistenz-Tag.

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