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Mehr Frauen in Chefetagen: Kommission bewertet Optionen

05.03.2012 Angesichts der nur kleinen Fortschritte auf dem Weg zu mehr Frauen in Top-Positionen großer Unternehmen denkt die EU-Kommission nun auch über gesetzliche Regelungen nach. Ein Jahr nach dem Aufruf von EU-Justizkommissarin Viviane Reding für eine glaubwürdige Selbstregulierung startete die Kommission am Montag eine öffentliche Konsultation dazu, wie auf EU-Ebene in den Führungsgremien der Unternehmen ein ausgewogeneres Geschlechterverhältnis hergestellt werden kann.

Die Konsultation dauert bis zum 28. Mai. Anschließend wird die Kommission über die weiteren Maßnahmen beschließen.

„Vor einem Jahr habe ich die Unternehmen aufgerufen, freiwillig mehr Frauen in die Leitungsgremien zu holen", sagte Viviane Reding, die Vizepräsidentin der Kommission und EU-Justizkommissarin. "Mein Aufruf wurde vom Europäischen Parlament unterstützt und in vielen EU-Mitgliedstaaten von Ministern für Beschäftigung, Soziales und Gleichstellung von Männern und Frauen an Unternehmensverbände weitergeleitet. Ich bedauere aber, dass die Selbstverpflichtung bisher trotzdem keine zufriedenstellenden Ergebnisse gezeitigt hat. Das Fehlen der Frauen in den Spitzenpositionen der Geschäftswelt schadet Europas Wettbewerbsfähigkeit und behindert das Wirtschaftswachstum."

Bislang gibt es bei der Erhöhung des Frauenanteils in den Führungsgremien der Unternehmen nur kleine Fortschritte. Von sieben Aufsichtsrats- oder Vorstandsmitgliedern führender europäischer Unternehmen ist nur eines weiblich (13,7 Prozent). Das bedeutet eine leichte Verbesserung gegenüber 2010 (11,8 Prozent). Bei dieser Geschwindigkeit würde es allerdings noch immer 40 Jahre dauern, bis ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis (Mindestanteil von 40 Prozent Frauen bzw. Männern) herrscht.

Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in Spitzenpositionen trägt nachweislich zu besserer Unternehmensleistung, stärkerer Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftlichem Gewinn bei. So erzielen beispielsweise laut einem McKinsey-Bericht Unternehmen mit einer ausgewogenen Beteiligung von Männern und Frauen einen 56 Prozent höheren Betriebsgewinn als rein männlich besetzte Unternehmen. Ernst & Young untersuchte die 290 größten börsennotierten Unternehmen und fand heraus, dass Unternehmen mit mindestens einer Frau im Führungsgremium einen bedeutend höheren Gewinn verzeichneten als Unternehmen ohne Frauen in der Chefetage.

Weitere Informationen in der ausführlichen Pressemitteilung und in der Pressemappe – Frauen in Chefetagen

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