Handelsbeziehungen: Entwicklungsländer brauchen besseren Marktzugang
27.01.2012 Die Europäische Union will ihre Handelsbeziehungen mit den Entwicklungsländern weiter umgestalten.

Dazu stellte sie heute (Freitag) Vorschläge vor, die die Handelskapazitäten der Entwicklungsländer stärken und den Handel so zum Bestandteil ihrer Entwicklungsstrategie machen sollen. EU-Handelskommissar Karel De Gucht sagte dazu: "Die Länder, die der Entwicklung hinterherhinken, brauchen Hilfe. Weltweit waren die Zölle noch nie so niedrig wie jetzt, und die EU bietet den armen Ländern bereits heute einen sehr vorteilhaften Marktzugang. Was uns jetzt weiter voranbringen würde, ist das Anpacken von nichttarifären Themen wie Normen, Dienstleistungen, Rechte des geistigen Eigentums, öffentliches Auftragswesen, Infrastrukturen und Verpackungsanlagen.“
Die EU fordert heute außerdem alle Industrieländer dazu auf, ihrem Beispiel zu folgen und den Entwicklungsländern einen ebenso umfassenden Marktzugang zu gewähren wie sie selbst. Bereits heute leistet die EU mehr handelsbezogene Entwicklungshilfe als alle anderen Länder der Welt zusammengenommen. In der Mitteilung „Handel, Wachstum und Entwicklung“ wird nun über weitere Schritte nachgedacht. So ist beispielsweise die bisherige Einteilung mit der traditionellen Gruppe der „Entwicklungsländer“ angesichts des Aufstiegs der Schwellenländer überholt. Besser zugeschnittene handels- und entwicklungspolitische Konzepte, die über die bloße Ermäßigung von Zollsätzen an den Grenzen (Zollsenkungen) hinausgehen, sind daher von Nöten.
„Die Integration der Entwicklungsländer in den Welthandel ist ein wirksames Instrument zur Schaffung von Wachstum und zur Bekämpfung der Armut. Sie hat dazu beigetragen, Millionen von Menschen in den letzten zehn Jahren aus der Armut herauszuführen und wird ein zentraler Bestandteil unserer Entwicklungsanstrengungen bleiben. Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass unsere Handelshilfe mehr denn je auf die bedürftigsten Länder konzentriert wird“, ergänzte EU-Entwicklungskommissar Andris Piebalgs.
Die vollständige Pressemitteilung erhalten Sie hier.














