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Estland

Die Grundzüge der staatlichen Kulturpolitik werden gemeinsam von Kulturministerium, kulturellen Einrichtungen, Experten, drittem Sektor sowie Vertretern aus der kommunalen und regionalen Verwaltung vorgegeben. Der Aktionsplan für die Kulturpolitik in den Jahren 2003-2006 wurde von der estnischen Regierung im Jahr 2003 gebilligt. Im Jahr 2004 fließen 3,2 % der staatlichen Haushaltsmittel in die Kultur. Inzwischen wird verstärkt mit anderen Ministerien zusammengearbeitet, insbesondere mit dem Ministerium für Bildung und Forschung und dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, aber auch mit dem Innen-, dem Finanz- und Wirtschafts- sowie dem Kommunikationsministerium.

Die Aufgabe des Kulturministeriums besteht darin, geeignete Bedingungen für das Funktionieren des Kulturbetriebs (einschließlich Pflege des kulturellen Erbes und des Sports) zu schaffen, die den Ansprüchen der Kulturmacher ebenso genügen wie denen der breiteffentlichkeit. Für Fragen des kulturellen Erbes sind das Kulturministerium und das staatliche Amt für kulturelles Erbe gemeinsam zuständig.

Ein großer Teil der öffentlichen Unterstützungsgelder fließt über die staatlichen kulturellen Einrichtungen, z. B. die Staatsoper, die Staatsbibliothek, das Kunstmuseum, das Nationalmuseum, staatliche Theater, den estnischen Hörfunk und das estnische Fernsehen. Die zweitwichtigste Finanzierungsquelle neben dem Kulturministerium ist die estnische Kulturstiftung. Ihr Zweck besteht darin, die Künste, die Folklore und den Sport durch gezielte Mittelbeschaffung und
- verteilung (in Form von Zuschüssen) zu unterstützen. Die Mittel stammen aus dem staatlichen Haushaltsplan, den jährlich erhobenen Verbrauchsteuern auf Alkohol und Tabak, der Glücksspielsteuer und aus eigenen Tätigkeiten der Stiftung. Letztere kann auch nichtstaatliche Kultureinrichtungen unterstützen, etwa NRO oder auch einzelne Künstler und Projekte.

Die länderübergreifende kulturelle Zusammenarbeit öffentlicher und privater Einrichtungen hat in den letzten Jahren explosionsartig zugenommen. Das estnische Kulturministerium hat Kulturattachés in Brüssel, Berlin und London. Das Estnische Institut ist eine Einrichtung ohne Erwerbszweck mit der Aufgabe, im In- und Ausland Informationen über die Gesellschaft, die Kultur und das Bildungswesen von Estland zu verbreiten; es fördert zusammen mit spezialisierten Informationszentren (für Musik, Literatur, zeitgenössische Kunst, Theater und Tanz) die estnische Kultur im Ausland und die kulturelle Zusammenarbeit mit anderen Ländern. Das Estnische Institut hat Niederlassungen in Finnland, Ungarn, Schweden und Frankreich. Knapp 100 kulturelle Einrichtungen sind europäischen bzw. weltweiten kulturellen Netzwerken angeschlossen.

Weitere Informationen über die estnische Kultur
Ministerium für Kultur
Ministerium für auswärtige Angelegenheiten
Ministerium für Bildung und Forschung
Estnisches Institut
Estnische Kulturstiftung
Staatliches Amt für kulturelles Erbe
Estnisches Fernsehen
Estnischer Hörfunk
Estnische Staatsoper
Estnische Staatsbibliothek
Estnisches Konzert
Estnisches Symphonieorchester
Estnischer philharmonischer Kammerchor
Kunstmuseum von Estland
Estnisches Nationalmuseum
Estnisches Bildungszentrum für die Förderung von Folklore
Estnische Filmstiftung
Estnische Stiftung für Gesang und Tanz
Estnisches Musik-Informationszentrum
Estnisches Theater-Informationszentrum
Estnisches Literatur-Informationszentrum
Estnische Festival-Vereinigung