Europäische Schulen

 

Die Europäischen Schulen

Das System der Europäischen Schulen wurde 1953 eingerichtet, um vor allem Kindern des Personals der EU-Institutionen Erziehung von hoher Qualität zu bieten. Vorrangiges Ziel der Europäischen Schulen ist es, den Schülern durchgehend vom Kindergarten bis zur Hochschulreife eine Schulbildung zu vermitteln.

Die Situation hat sich jedoch seit 1953 wesentlich geändert – das Wachstum der Institutionen und die verschiedenen Erweiterungsrunden der Union haben zu einer erheblichen Expansion der Europäischen Schulen geführt. Derzeit besuchen insgesamt rund 21 000 Schüler die Europäischen Schulen.

Zusammen mit dem Europäischen Parlament hat die Kommission im Jahr 2004 die Initiative ergriffen und begonnen, darüber nachzudenken, wie das System der Europäischen Schulen am besten zu reformieren ist, damit es den neuen Herausforderungen in einer erweiterten EU, aber auch den Ansprüchen der Agenturen und ähnlicher Einrichtungen in den Mitgliedstaaten gerecht wird. Diese Reform bietet die einzigartige Möglichkeit, den Europäischen Lehrplan auch anderen Kreisen zugänglich zu machen.

Mit dieser Reform soll

  • die Gesamtverwaltung des gegenwärtigen Systems modernisiert werden, um zu gewährleisten, dass Entscheidungen auf der richtigen Ebene getroffen werden,
  • gewährleistet werden, dass die Kosten für das Funktionieren des Systems gerecht unter den Mitgliedstaaten aufgeteilt werden,
  • das System geöffnet werden, um den Europäischen Lehrplan auch an Standorten von EU-Agenturen (an sogenannten Schulen des Typs II) und für interessierte Mitgliedstaaten (an sogenannten Schulen des Typs III) zugänglich zu machen.

Bei der Öffnung des Systems wurden erhebliche Fortschritte erzielt. So wurden insbesondere alle Bedingungen für die Einrichtung von Pilotschulen des Typs III festgelegt, die es interessierten Mitgliedstaaten erlauben, das Europäische Abitur zu erteilen. Was die Schulen in der Nähe von EU-Agenturen oder anderen Einrichtungen betrifft (sogenannte Schulen des Typs II), so wurde bereits eine Reihe von Schulen anerkannt:

  • Centre for European Schooling (CES) in Dunshaughlin, Irland (in unmittelbarer Nähe zum Lebensmittel- und Veterinäramt in Grange),
  • School of European Education in Heraklion (Griechenland) in der Nähe der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit,
  • Scuola per l'Europa di Parma in Italien (in unmittelbarer Nähe zur Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit),
  • eine Schule in Straßburg (Frankreich), in der Nähe des Europäischen Parlaments,
  • European Schooling Helsinki (Finnland), in der Nähe der Europäischen Chemikalienagentur.

 

Für andere Schulen wurde der Akkreditierungsprozess bereits eingeleitet, aber noch nicht abgeschlossen, z. B. Internationale Schule von Manosque (Frankreich) in der Nähe des ITER-Forschungszentrums in Cadarache.

In der Frage der gerechten Kostenteilung für die Abordnung von Lehrkräften stimmte der Oberste Rat 2008 zu, dass auch Nichtmuttersprachler als Lehrkräfte eingesetzt werden können, allerdings nur, wenn die Qualität des Unterrichts gewährleistet ist.

Der Reformprozess geht nun in die letzte Phase. Die verschiedenen Maßnahmen, über die eine Einigung erzielt wurde, müssen nunmehr in den kommenden Monaten umgesetzt werden. Dabei ging es um gerechte Kostenteilung und um die Leitung, d. h. um die Befugnisse der einzelnen Akteure des Systems auf zentraler und lokaler Ebene sowie um die Öffnung des Systems. (Siehe Dokument „Reform des Systems der Europa-Schulen “).

Wie werden die Schulen verwaltet?

Das leitende Organ der Europäischen Schulen – der Oberste Rat – besteht aus 31 Mitgliedern:

  • den Bildungsministern, in der Regel vertreten durch höhere Beamte aus den Bildungs- oder Außenministerien des jeweiligen Mitgliedstaats,
  • einem Beamten der Kommission als Vertreter aller anderen EU-Organe,
  • einem Vertreter des Europäischen Patentamts,
  • einem von der Personalvertretung der Lehrkräfte ernannten Vertreter,
  • einem von den Elternvereinigungen ernannten Elternvertreter.

Die Schulen werden größtenteils durch öffentliche Mittel finanziert und sind nicht Bestandteil der nationalen Bildungssysteme. Der finanzielle Beitrag der EU beläuft sich auf rund 50 % des Gesamthaushalts der Europäischen Schulen. Rund 22 % der Haushaltseinnahmen der Schulen stammen aus den Mitgliedstaaten, die aufgrund der Vereinbarung unmittelbar für die Gehälter der abgeordneten Lehrkräfte aufkommen.

Siehe auch Gremien der Europäischen Schulen

Siehe auch die Website der Europäischen Schulen: (www.eursc.eu)

Letzte Aktualisierung: 02/10/2013 |  Seitenanfang