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22/07/14

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Justiz, Grundrechte und Bürgerschaft

Europäischer Tag der Lohngleichheit: geschlechtsspezifisches Lohngefälle stagniert bei 16,4 %

Kroll

Zum zweiten Mal in Folge fällt der Europäische Tag der Lohngleichheit auf den 28. Februar. Das Datum bestimmt sich nach der Anzahl von Tagen, die Frauen zusätzlich arbeiten müssten, um in puncto Lohn mit den Männern gleichzuziehen. Das geschlechtsspezifische Lohngefälle – der Unterschied beim durchschnittlichen Stundenlohn von Frauen und Männern in allen Wirtschaftszweigen – hat sich dabei in den letzten Jahren kaum verändert und stagniert bei ungefähr 16 %.

„Das Lohngefälle ist in den letzten Jahren nur geringfügig kleiner geworden. Was noch schlimmer ist: Die geringe Angleichung der Durchschnittslöhne in den vergangenen Jahren ist vor allem auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen, in der die Löhne der Männer sanken, anstatt dass die Löhne der Frauen stiegen,“ sagte Vizepräsidentin Viviane Reding.

Der Tag der Lohngleichheit findet zum vierten Mal auf europäischer Ebene statt. Zum ersten Mal organisierte die Kommission ihn am 5. März 2011. Den jüngsten Zahlen zufolge betrug im Jahr 2012 der durchschnittliche Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen in der EU 16,4 %. Die Lage hat sich also gegenüber den Werten der Vorjahre (17 % oder darüber) nach einer leichten Verbesserung nicht mehr verändert.

Mehr Transparenz bei Löhnen und Gehältern könnte die Situation so mancher Opfer von Lohndiskriminierung verbessern, da sie ihre Lage leichter mit der Lage von Arbeitnehmern des anderen Geschlechts vergleichen könnten.

Die Kommission untersucht derzeit Alternativen für Maßnahmen auf europäischer Ebene, um die Transparenz bei Löhnen und Gehältern zu verbessern und dadurch das Lohngefälle zu verringern und den Grundsatz der Lohngleichheit in der Praxis umzusetzen. „Nach Jahren der Untätigkeit ist es nun an der Zeit, zu handeln. Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an einer Initiative, die dafür sorgen soll, dass wir in absehbarer Zukunft keinen Tag der Lohngleichheit mehr brauchen.“