Ressourcen- und Energieeffizienz aus Sicht der energieintensiven Industriezweige

26/09/2012

Kommissar Oettinger hielt die Grundsatzrede auf dem Dialogforum „Ressourcen- und Energieeffizienz aus Sicht der energieintensiven Industriezweige“ am 26. September in Brüssel. Zu dieser Veranstaltung waren hochrangige Vertreter von EU-Institutionen, Industrie und Industrieverbänden zusammengekommen. In der Diskussion wurde hervorgehoben, dass die Zusammenarbeit zwischen politischen Entscheidungsträgern und der Industrie vertieft werden muss, um den gefährlichen Trend zur Deindustrialisierung in Europa umzukehren. Außerdem muss die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden. Zusätzlich zu den 20/20/20-Energie- und Klimaschutzzielen braucht Europa ein weiteres 20%-Ziel für den Anteil der industriellen Wertschöpfung am BIP. Die Wettbewerbsfähigkeit in Europa wird von einer wachsenden Anzahl Energie- und Rohstoffpreisen bestimmt, die auch bei Investitionsentscheidungen der entscheidende Faktor sind. Aber die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und die Forderungen nach Ressourceneffizienz und Technologien mit geringem CO2-Ausstoß lassen sich durchaus miteinander vereinbaren, denn dies eröffnet neue Möglichkeiten, muss aber mit einer klugen Ressourcen- und insbesondere Energiepolitik einhergehen.

 

Kommissar Oettinger erklärte: „Es ist riskant, Industriezweige in alt und neu zu unterteilen. Ohne die Stahlindustrie können wir keine Windanlagen bauen, ohne die Chemieindustrie können wir keine neuen und effizienteren Produkte auf den Markt bringen. Europa muss dringend eine Reindustrialisierung in Angriff nehmen. Seit 2000 konnten nur drei Länder, nämlich Deutschland, dieNiederlande und Österreich, ihren Industrieanteil am BIP halten. Diese Länder verzeichnen ein konstantes Wirtschaftswachstum, zwei von ihnen haben ein AAA-Rating vorzuweisen, und alle drei zahlen mehr in den EU-Haushalt ein, als sie daraus erhalten. Was die Industrie heute braucht, ist ein sicherer Zugang zu bezahlbaren Ressourcen. Um zu verhindern, dass die Preise außer Kontrolle geraten, müssen wir Energie sinnvoll nutzen und brauchen eine intelligente Energiepolitik.“