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Speech

Dankesrede für den CSR-Ehrenpreis

Sønderborg, Dänemark, 14. November 2012.

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Ich bedanke mich ganz herzlich für die Verleihung des CSR-Ehrenpreises. Welch ein großes Privileg! Und wie bedauerlich, dass ich heute nicht bei Ihnen sein konnte.

Doch gerade am heutigen Nachmittag findet in der Kommission die Debatte über den nächsten Siebenjahreshaushalt statt, und Sie werden sicher verstehen, dass ich bei DIESER Diskussion nicht fehlen durfte.

Lassen Sie mich eines ganz deutlich sagen: Der Kampf gegen den Klimawandel ist noch immer eine gewaltige Aufgabe – die sich in der Zeit, in der wir mit der Wirtschaftskrise beschäftigt waren, leider nicht von selbst gelöst hat. Es gibt keine Rechtfertigung für Untätigkeit. Wenn wir es richtig machen, können Maßnahmen zum Klimaschutz auch bei der Bewältigung sowohl der Wirtschaftskrise als auch der Sozial- und Beschäftigungskrise helfen, die wir derzeit in Europa erleben.

Seltsamerweise glauben manche Leute – trotz zahlloser Gegenbeweise – noch immer, dass keine Kosten entstehen werden, wenn wir einfach so weitermachen wie bisher. Richtig ist aber genau das Gegenteil: „Business as usual“ wird richtig teuer.

Dies konnten wir erst vor wenigen Wochen erleben, als der Wirbelsturm Sandy die Stadt New York und ihre Umgebung heimsuchte. Überflutete Häuser. Zerstörte Autos. Viele Tote. Millionen von Menschen tagelang ohne Strom.

Der Schaden wird noch ermittelt: Manche sprechen von 20 Mrd. Dollar, andere sogar von 50 Mrd. Über solche Kosten stimmen politische Entscheidungsträger nicht ab. Sie fallen einfach an, und dann müssen Finanzminister, Bürgermeister und Versicherungsunternehmen die Mittel bereitstellen.

Die Herausforderung betrifft nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die Wirtschaft. Wir müssen jetzt handeln, so lange wir noch die Wahl haben. Wir müssen unbedingt vermeiden, dass wir uns von Umwelt belastenden Technologien abhängig machen, die unseren zukünftigen Wohlstand gefährden.

Wir in der Europäischen Kommission arbeiten hart daran sicherzustellen, dass Klimabelange in allen relevanten Politikfeldern berücksichtigt werden.

Die hierfür notwendigen Investitionen sollten nicht als Kosten, sondern als Investition in eine bessere Zukunft und in zukünftige Geschäftsmöglichkeiten betrachtet werden. Europa hat – noch immer! – eine Vorreiterposition in Bezug auf neue Technologien und intelligente Lösungen, doch dies kann sich ändern, wenn wir die Dinge jetzt schleifen lassen.

In der Welt des 21. Jahrhunderts werden noch mehr Menschen leben, die noch mehr Energie und Ressourcen und noch mehr Wachstum fordern. Ich bin der Auffassung, dass Regierungen und Unternehmen, was die Ressourcen- und Energieeffizienz angeht, federführend sein müssen, wenn sie auch in Zukunft konkurrenzfähig sein wollen.

In der aktuellen Wirtschaftskrise hat sich die Beschäftigungslage im grünen Sektor stabiler gehalten als in vielen anderen Sektoren. Und er birgt noch sehr viel mehr Wachstums- und Beschäftigungsmöglichkeiten.

Doch wenn wir unsere Ziele bezüglich der Reduzierung des CO2-Ausstoßes erreichen wollen, müssen wir, was das Wachstum angeht, umdenken. Wir müssen über die traditionelle Betrachtung des Bruttoinlandsprodukts hinausgehen und in die Bilanzen von Ländern und Unternehmen auch ökologische und soziale Aspekte einbeziehen. Wir müssen die Kosten von Umweltverschmutzung und CO2-Emissionen beziffern, um Produktion und Verbrauch und somit auch Investitionsentscheidungen in eine nachhaltige Richtung zu lenken.

Dies ist nicht nur eine Frage der Kosten. Es geht um Investitionen in eine andere Art von Zukunft – um die Schaffung einer Welt, in der wir alle gerne leben möchten. Und wir verfügen bereits über viele der dafür notwendigen Lösungen und Technologien.

Wenn also Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Institutionen verantwortungsvoll handeln, können wir eine bessere Zukunft gestalten. Mit dem CSR-Umweltpreis und der Auszeichnung für die Reduzierung von Treibhausgasen ebnet die CSR-Stiftung den Weg für weitere Maßnahmen. Ich freue mich sehr, dass dänische Unternehmen hier die Führung übernehmen.

Ein ganz herzliches Dankeschön also dafür, dass Sie mir mit dieser Auszeichnung den Rücken stärken – um auch weiterhin für die Verwirklichung der Klimaagenda zu kämpfen. Europa hat schon viel geleistet. Doch wir könnten und müssten mehr tun. Und wir können es, wenn wir - d. h. Regierungen, Unternehmen, Bürgerinnen und Bürger - zusammenarbeiten. VIELEN DANK! TAK!

Letzte Aktualisierung: 21/03/2014 | Seitenanfang