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REGION DE LA SEMAINE

Kampanien

(04 - 02 - 2013)

Kampanien

Am 6. Februar ist Johannes Hahn, Kommissar für Regionalpolitik, zu Besuch in Pompeji in der italienischen Region Kampanien, wo die Europäische Union nach dem Einsturz des Hauses der Gladiatoren im Jahr 2010 ein Sanierungsprojekt kofinanziert hat. Das Pompeji-Projekt will eine systematische Kampagne zur Erforschung, Bestandsaufnahme – mithilfe der modernsten technischen und wissenschaftlichen Methoden – und Sanierung bedeutender Bereiche der archäologischen Stätte Pompeji anstoßen. Der letzte Punkt wird Schritt für Schritt durchgeführt, ausgehend von einer Vorabuntersuchung des Zustands verschiedener Gebäudegruppen. Der Schwerpunkt liegt auf der Konsolidierung des Niederschlagssystems sowie der Stabilität der Gebäude (insulae). Die EU investiert 41 811 000 EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE); die Gesamtkosten belaufen sich auf 105 000 000 EUR.

 

Wo liegen die Prioritäten der Region?

Mit sechs Millionen Einwohnern ist Kampanien nach der Lombardei Italiens zweitbevölkerungsreichste Region. Der Großteil der Bevölkerung lebt im Großraum Neapel.
Wie im gesamten Mezzogiorno spielen öffentliche Investitionen und EU-Finanzmittel in der Wirtschaft eine wichtige Rolle. Die Region unterstützt intensiv die Entwicklung traditioneller Branchen (Agrar- und Lebensmittelsektor, Chemie, Automobil- und Eisenbahnbau, Bau von Ausflugsschiffen, Luxusindustrie), von Hightechbranchen (Luftfahrt und Elektronik) und des Tourismus. Darüber hinaus wurden Instrumente zur Förderung von Forschung und Innovation sowie von Unternehmensgründungen eingeführt.

Die Region steht vor allem in den folgenden Bereichen Herausforderungen gegenüber:

  • Beschäftigung und Humanressourcen – die Arbeitslosenquote der Region lag 2009 laut Eurostat bei 12,9 %
  • Umwelt: Krise der Abfallwirtschaft, Küstenschutz
  • Ausweitung eines nachhaltigen Stadtverkehrs
  • Verbesserung der Lebensqualität in kleinen und mittleren Städten und Schutz des Kulturerbes
  • Ermutigung zu IKT-Investitionen und Finanzierung der Breitbandinfrastruktur 

 

Welchen Beitrag leistet die Regionalpolitik der EU?


Die Region erhält im Zeitraum 2007-2013 Investitionen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von 3,4 Mrd. EUR. Die Hauptprioritäten sind:

  • Nachhaltiger Umgang mit der Umwelt und Attraktivität von Kultur und Tourismus: Reaktion auf Umweltschutznotfälle, Einrichtung eines Umweltschutzansatzes, der den Tourismus fördert.
  • Wettbewerbsfähigkeit des Produktionssystems der Region: Förderung von Forschung und Innovation und Expansion der Unternehmen der Region über Italien hinaus. 
  • Energie: Förderung erneuerbarer Energieformen
  • Erreichbarkeit und Verkehr: Das Ziel ist, Kampanien zu einem Handelsknotenpunkt zu machen, indem die geografische Lage im Zentrum der Mittelmeerregion genutzt wird.
  • Informationsgesellschaft
  • Stadtentwicklung und Lebensqualität

Von der Gesamtsumme von 6,2 Mrd. EUR (Mittel aus der EU und den Mitgliedstaaten) sind 2,3 Mrd. EUR für geplante Großprojekte zweckgebunden; dies entspricht ungefähr 40 % der gesamten Ressourcen. Bei einem Großprojekt handelt es sich um ein regionalpolitisches Projekt, dessen Kosten (inkl. Mehrwertsteuer) bei über 50 Mio. EUR liegen. Im Gegensatz zu den anderen von der EU kofinanzierten Projekten, die auf nationaler oder regionaler Ebene abgesegnet werden, werden Großprojekte von den Mitgliedstaaten vorgeschlagen und dann von der Kommission genehmigt. Derzeit hat die Kommission in der Region Kampanien 5 Großprojekte genehmigt.

2013 ist Neapel Gastgeber des „Europäischen Kulturforums“. Eines der von den italienischen Behörden eingereichten Großprojekte, das derzeit von der Kommission geprüft wird, steht mit dieser Veranstaltung in Verbindung: die „Sanierung des Messegeländes Mostra d'Oltremare und der Umgebung“ (Mostra d'Oltremare ist der Veranstaltungsort des Europäischen Kulturforums).

Darüber hinaus wurden 2010 und 2011 im Bereich Umweltschutz sieben außerordentlich wertvolle Umweltschutzprojekte bei der Kommission eingereicht, welche die Wasser- und Bodenverschmutzung eindämmen, den Zustand der Küsten verbessern und hydrogeologische Risiken verhindern und mindern sollen.

Beispiele für Großprojekte:

Bagnoli-Park: EU-Mittel: 38 Mio. EUR

In einem nicht länger genutzten Gewerbegebiet in Neapel soll ein öffentlicher Park entstehen.

Ausbau des neapolitanischen Metrosystems:

- Die Verlängerung der Linie 1 zwischen den Haltestellen Dante und Centro Direzionale (fünf zusätzliche Haltestellen) verbindet das Stadtzentrum mit den benachbarten Stadtvierteln (EU-Mittel: 200 Mio. EUR).

- Verlängerung der Metrolinie 6 (EU-Mittel: 86 Mio. EUR): Es wird erwartet, dass nach der Inbetriebnahme jährlich 30 Millionen Fahrgäste die Linie nutzen werden; sie wird zwei wichtige Verkehrsknotenpunkte verbinden: Mostra und Municipio. Von diesem Projekt wird die ganze Bevölkerung des Großraums Neapel – dies sind circa 2,6 Millionen Menschen – profitieren. Die EU-Mittel fließen in die Tiefbaumaßnahmen sowie den Bau von zwei Haltestellen. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich Ende 2014.  

- Anbindung der neapolitanischen Metro an die Eisenbahnlinie „MetroCampania NordEst“ zwischen der Haltestelle Piscinola und dem Flughafen Neapel (EU-Mittel: circa 86 Mio. EUR): Durch diese neue Verkehrsverbindung müssen die Fahrgäste auf dem Weg zum Flughafen nicht mehr umsteigen. Das Projekt befindet sich derzeit in der Umsetzungsphase.

- Sanierung und Entwicklung der historischen Altstadt Neapels: EU-Mittel: 50 Mio. EUR

Die historische Altstadt Neapels wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist im Rahmen der EU-Regionalpolitik förderfähig. Das Projekt wird in den nächsten Monaten von der Kommission genehmigt.

 

Weitere Informationen

Zusammenfassung EFRE-Programm Kampanien

Verwaltungsbehörde