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REGION DER WOCHE:

Schottland

(02 - 09 - 2013)

Schottland

Johannes Hahn, EU-Kommissar für Regionalpolitik, ist vom 2. bis zum 4. September in Schottland unterwegs, auf den Shetland- und Orkney-Inseln, sowie in Edinburgh, um vor Ort zu sehen, wie die EU-Strukturfonds eingesetzt werden. Er wird mit verschiedenen wichtigen Partnern sowie nationalen und örtlichen Repräsentanten zusammentreffen und einige der Projekte besuchen, in denen die Dynamik der Region unmittelbar sichtbar wird.

 

Im Fokus der schottischen Regierung liegen Bemühungen für mehr Investitionen aus dem öffentlichen Sektor, eine Verbesserung des Zugangs zu Finanzmitteln, die Ermutigung zu neuen Privatinvestitionen, die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit, um das Vertrauen in die schottische Wirtschaft insgesamt zu erhöhen, sowie direkte Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit. Eine weitere wichtige politische Initiative, die sich auf die Strukturfonds auswirkt, ist unter anderem die digitale Strategie, durch die bis 2020 eine Weltklasse-Infrastruktur aufgebaut werden soll.

 

Schottland engagiert sich für den Einsatz der regionalpolitischen Finanzmittel zur Stärkung der in der Strategie Europa 2020 gesetzten politischen Ziele. Die Investitionen fließen beispielsweise in Risikokapital, Stadtsanierung, Unternehmenswachstum, erneuerbare Energien, Entwicklung des ländlichen Raums und Maßnahmen gegen Jugendarbeitslosigkeit. Ein besonderes Augenmerk liegt bei den Investitionen auf erneuerbaren Energien und der CO2-armen Wirtschaft, auf Forschung und Entwicklung, Investitionen in Humankapital und der Verbesserung der digitalen Vernetzung.

 

Schottland gehört zum Vereinigten Königreich und nimmt das nördliche Drittel der Insel Großbritannien ein. Zusätzlich zum Mutterland gehören zu Schottland über 790 Inseln, einschließlich der Northern Isles und der Hebriden. In der 78.400 km² großen Region leben 5,3 Millionen Menschen. Die Hauptstadt ist Edinburgh. 2010 lag das Pro-Kopf-BIP in Schottland 7,3% über dem EU-Durchschnitt, doch in der Region selbst gibt es große Unterschiede: Die Lowlands wie die Uplands können einen Pro-Kopf BIP vorweisen, der um 61% über dem EU-Durchschnitt liegt, während er für die Highlands und die schottischen Inseln um 12,7% niedriger ist, als der EU-Durchschnitt.

 

Welchen Beitrag leistet die Regionalpolitik der EU?

Die Strukturfondsprogramme für den Zeitraum 2007-2013 laufen mit hunderten von Projekten in ganz Schottland recht gut. Durch die zur Verfügung gestellten Ressourcen können sich die Strukturfonds auf die schottischen Prioritäten und Strategien konzentrieren sowie der Wirtschaft durch schwere Zeiten helfen.

Schottland profitiert von zwei Programmen der EU-Regionalpolitik: dem Konvergenzprogramm für die Highlands und die schottischen Inseln, sowie dem Programm zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit der Lowlands und Uplands.

Das Programm für die Lowlands und Uplands von Schottland gilt für Ost-, West- und Südschottland und wird vom EFRE mit 376 Mio. EUR finanziert. Das Programm verbindet einen strategischen Fokus auf die Bereiche Forschung, Innovation und Unternehmensentwicklung mit einem geografischen Ansatz in benachteiligten städtischen und ländlichen Gebieten. Finanzierungsinstrumente für Investitionen in KMU und in Projekte zur Stadtsanierung haben umfangreiche Gelder erhalten. Das Programm für die Highlands und die Inseln wird vom EFRE mit 122 Mio. EUR finanziert und konzentriert sich auf die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft von Unternehmen sowie von wichtigen Faktoren für ein nachhaltiges Wachstum (einschließlich Forschung und Hochschulbildung) und auf die Unterstützung von anfälligen Gebieten und solchen in einer Randlage.

Aus diesen beiden Programmen heraus wurde am 19. Juni 2013 ein Innovations- und Wachstumsprogramm über 20 Mio. gestartet, um Klein- und Mittelbetriebe zu unterstützen. Darüber hinaus wird das Programm weitere 30 Mio. GBP von öffentlichen Partnern und aus Drittbereichen aufbringen, um Projekte zu schaffen, die das wirtschaftliche Wachstum über das ganze Land fördern. Das neue Programm wird Projekte finanzieren, die im Herbst 2013 an den Start gehen und durch eine Stärkung der unternehmerischen Wettbewerbsfähigkeit und Innovationen auf die Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen und Menschen aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen wirken werden.

Darüber hinaus hat Schottland Zugang zu Mitteln aus der Regionalpolitik für grenzüberschreitende Projekte im Rahmen des Programms zur territorialen Zusammenarbeit mit Irland und Nordirland (EFRE-Mittel 192 Mio. EUR).

 

Projektbeispiele:

Infrastruktur für erneuerbare Meeresenergiequellen Orkney / Hatston (Hatston Pier) und Netzwerk für Schiffsverkehrsdienste (VTS): EU-Mittel 3.360.000 GBP

Dieses Projekt umfasst die Entwicklung einer Servicestation für Meeresenergie in Hatston und den Aufbau von zwei neuen Radarstandorten für das Netzwerk für Schiffsverkehrsdienste VTS. Die Industrie für erneuerbare Meeresenergien hatte in Verbindung mit dem Europäischen Zentrum für Meeresenergie (EMEC) und dem Gezeiten-Teststandort von Eday bereits mit der Nutzung der existierenden Anlage in Hatston begonnen, die vorhandene Anlege- und Lagerinfrastruktur stieß aber an ihre Leistungsgrenze und war für eine weiter gehende Nutzung nicht geeignet. Die neue Anlage in Hatston funktioniert künftig als Einsatz-, Betriebs- und Wartungszentrum.

Stromness – Servicestation für erneuerbare Meeresenergien:EU-Mittel: 1.815.000 GBP

Dieses als Coplands Dock bekannte Projekt ist der Neubau einer Kaianlage mit Ablade- und Lagerbereichen in der Stadt Stromness. Seine Fertigstellung wird für 2013 erwartet. Er bringt der Fischereiflotte einen besseren Zugang zu den Verarbeitungsstandorten und erleichtert den Straßenschwerverkehr, was für die Versorgung des Sektors der erneuerbaren Meeresenergien sehr vorteilhaft ist. Zugleich bekommt das pittoreske touristische Stadtzentrum etwas mehr Ruhe vor den Aktivitäten im Hafen.

CO2-armes Shetland dank der Hjaltland Housing Association: Energieeffizienz im Sozialen Wohnungsbau. EU-Mittel: 624.354 GBP

Ziel dieses Projekts ist der Bau von Wohnungen mit einem neuen und innovativen Speicherwärme- und Wasserheizsystem, einer effizienteren und besser steuerbaren Heizlösung, die neue Anbindungen an das Shetland-Stromnetz der erneuerbaren Energien ermöglicht. Diese alternativen Heizungslösungen für Wohnungen helfen bei der Bekämpfung der Heizmittelarmut und senken die Energiekosten der Haushalte. Zugleich vermindert sich die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und die mit ihnen verbundenen CO2 Emissionen. Diese lokale Energieerzeugung bringt die Shetlands vorwärts zu einer nachhaltigeren Zukunft.

Das Zentrum für Klimawandel in Edinburgh EU Mittel: 2.238.000 GBP

Das Edinburgh Centre on Climate Change hat das Ziel, Brücken zwischen Forschung, konkreten Projekten und Klein- und Mittelbetrieben zu bauen, um den Weg in eine CO2-arme Wirtschaft zu erleichtern, insbesondere auf den Gebieten der Kohlenstoffbilanzierung, der Ermittlung von CO2-Fußabdrücken und der Überwachung von Gebäuden, Transport und Infrastrukturen. Eines der von der von der EU mitfinanzierten Projekte kümmert sich um die Überprüfung, Identifizierung und das Marketing der Innovationsmöglichkeiten von 200 Klein- und Mittelbetrieben. Das zweite von der EU mitfinanzierte Projekt ist der Aufbau einer Hub-Struktur, die Menschen und Ideen aus der Wirtschaft, dem öffentlichen Sektor und der Forschung im Sinne geringerer CO2 Emissionen zusammenbringen soll. 

 

Weitere Informationen:

Scottish Government European Structural Funds Division (Verwaltungsbehörde, zuständig für die Umsetzung der Strukturfonds in Schottland)